CalculationSbirch
Ecücutia
l Die Methode mancher Kaufleute, sämmtliche SpesenI blos nach dem Werth zu vertheilen, ist natürlich ganz un-
! richtig, indem eine solche Calculation bei bedeutenden Be-ziehungen und beträchtlichen Spesen auf den Werth einengroßen Unterschied in der Berechnung macht. Man mußbei jedem Artikel nur diejenigen Unkosten berechnen, die erwirklich verursacht hat. Bei jener falschen Berechnung aberkommt der Betheiligte in den Fall, einzelne Artikel zu hoch,andere dagegen wieder zu niedrig anzusetzen und dadurchoffenbaren Verlust zu erleiden, denn die zu hoch berechneteWaare bleibt ihm liegen, bis er selbige ohne Gewinn, wennnicht vielleicht gar mit Verlust verkaufest muß. Die zuniedrig berechneten Waaren aber werden in der Regel begie-rig bei ihm gesucht, bis er endlich dadurch aufmerksam ge-macht, und indem er die Waare in einzelnen Artikeln bezie-hen muß, mit Verwunderung sieht, daß er dieselbe höher alsbisher ansetzen muß, wenn er nicht verlieren will, und nunseinen Mitbewerbern völlig gleich steht.
Es versteht sich von selbst, daß die Spesen auf denWerth, auch nur auf den Geldbetrag der Waare, die Spesenauf das Gewicht, aber blos auf das Gewicht, und zwar mey-rentheils auf das Bruttogewicht der bezogenen Artikel ver-theilt werden müssen. Ist dies regelmäßig geschehen undkeine der vorgefallenen Unkosten übersehen worden, so addirtman die bei jedem einzelnen Artikel vorkommenden Unkostenauf den Werth und auf das Gewicht zu dem nach dem Cursin unserem Landesgelde verwandelten Einkaufsbetrag des-selben und dividirt in die erhaltene Summe mit dem Netto-gewicht des Bestimmungsortes, wodurch man den selbstkostenden Preis für die gefragte Gewichtseinheit, z. B. fürein Pfund hiesig, erhält, wenn das Nettogewicht in Pfundenausgedrückt war.
Den Nutzen, welchen der Kaufmann auf seine Waaren-artikel zu nehmen beabsichtigt, schlägt er in der Regel nichtbei der Calculation darauf, sondern überläßt dies der späte-ren Ueberlegung beim Verkauf.
Will man in jedem Fall gewiß sein, daß man bei derBerechnung des selbst kostenden Preises in keine Irrthümeroder Rechnungsfehler gerathen ist, so unterwirft man daserhaltene Resultat einer Probe, indem man den Belauf desNettogewichts an Ort und Stelle mit dem gefundenenPreise multiplicirt, dies bei jedem einzelnen Artikel derCalculation vollzieht und die dadurch erhaltenen Summenaddirt. Der Gesammtbelauf hiervon muß, bis auf einegeringe Differenz, mit dem Belauf der Factura, nebstInbegriff aller Spesen, übereinstimmen, wenn kein Fehlergemacht worden ist, in welchem letzteren Falle die ganzeCalculation neu entworfen werden müßte. Beispiele ein-i facher und zusammengesetzter Calculationen findet man injeder kaufmännischen Arithmetik. Man vergl. den Artikelllonlo ilnlo.
Die Calculation wird übrigens nicht blos im Waaren-geschäft, sondern auch bei Kursberechnungen, so wie in Ma-nufakturen und Fabriken gebraucht, um die Herstellungskostender Fabrikate zu ermitteln.
Vmlculationsbuch, ein Hülfs- oder Rebenbuch beimkaufmännischen Buchhalten, welches gewöhnlich mit demFacturenbuch zusammen geführt wird, so daß auf die linke
Blattseite die Facturen und rechts gegenüber die Calculationgeschrieben wird.
Calcutta, die wichtigste Stadt derProvinz Bengalenund der gleichnam. Präsidentschaft, der Hauptplatz der bri-tischen Besitzungen in Hindostan und der größte Ausfuhr-hafen östlich vom Vorgebirge der guten Hoffnung, links amHugly, dem westl. Mündungsarm des Ganges, und ohnge-fähr 100 engl. Meilen von der Seeküste; doch können Schiffevon 800 Tonnen bis zur Stadt fahren. Im Jahr 1717war der Ort nur ein unbedeutendes Dorf der Eingebornen,in dessen ärmlichen Hütten einige Hundert Einwohner leb-ten, und jetzt rechnet man die Zahl der Einwohner mit denArbeitern, Fabrikanten und beim Handel beschäftigten Men-schen, welche in den nahe liegenden Vorstädten und Dörfernwohnen, ihrer Geschäfte halber aber jeden Morgen in dieStadt kommen, auf 600,000 bis 700,000. Die Stadtselbst, ohne die Vorstädte, erstreckt sich 4'/? engl. Meilenlängs dem Stromufer hin, und die Breite derselben beträgtohngefähr l'/? engl. Meile. Bei der Stadt am linken Uferliegt das Fort William 22° 34' 49" n. Br. 86» 0' 3" ö. L.,welches stark und regelmäßig befestigt ist; dessen Werke ha-ben aber auch solch eine Ausdehnung, daß zu völliger Bese-tzung und Vertheidigung wenigstens eine Garnison von10,000 Mann erforderlich sein würde. Calcutta hat eineaußerordentlich günstige Lage durch seine natürlichen Umge-bungen für innere Schifffahrt und Binnenhandel. Aufdem Ganges und den Flüssen, welche in dessen Stromgebietgehören, können mit großer Leichtigkeit aus dem nordwest-lichen Theile Hindostans, bis zu einer Entfernung von 1000engl. Meilen, die Landeserzeugniffe zugeführt werden, wäh-rend auf denselben Wegen fremde Waaren nach dem Innernzurückgehen können. Der Theil der Einwohnerschaft, wel-cher sich dem Handel widmet, wird in folgende Klassen ge-theilt, nämlich: in Briten und andere Europäer; Portu-giesen von indischer Abkunft, Armenier, Griechen, Juden;Perser vom persischen Meerbusen abstammend, die gcwöbn-lich unter Mongolen, Parsen und Muhamedanern begriffenwerden, und zuletzt auch Hindu. Die Letzteren sind fastsämmtlich Eingeborne aus Bengalen und von der Kaste derBrahmien oder der Handelsleute. In der neueren Zeit hatdie Wohlhabenheit und Handelsbedeutung der Kaufleutevon portugiesischer und armenischer Abkunft abgenommen.Dagegen haben sich die persischen Handelshäuser, sowohl derZahl als dem Reichthum nach sehr gehoben, und mehrerederselben können auf 280,000 I.. geschätzt werden. Dasgroße Kapitalvermögen der Hindukaufleute ist in den letztenJahrzehnten vielfältig versplittert worden, theils durch dieanhängig gemachten gerichtlich»« Streitigkeiten, theils durchdas Gesetz, wodurch die Söhne eines Vaters zu gleichenTheilen Erben sind. Dagegen sind aber seit 1814, seit demHandel freier Spielraum I geworden ist, eine groß? Zahlmittlerer Handelshäuser entstanden, welche auf 20,000 bis80,0001.. geschätzt werden. Häuser unter den Hindu, welcheeine halbe Million Pfund besitzen, giebt es gegenwärtig vielweniger als sonst.
Der Haupthandel nach Außen ist in den Händen engli-scher Häuser; doch auch andere (Richtbriten) treibe» aus-gebreitete Geschäfte, entweder für alleinige Rechnung odermit Ersteren in Verbindung, nach Europa, Amerika und
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