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Erster Band. A - G.
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Canarimsamen

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kanarische Inseln

nützen konnten; oder man bildete mittelst Canälen Wasser-kräfte aus Seen, Flüssen rc. zum Betrieb von Hammerwer-ken, Fabriken, Mühlwerken !c., die früher keinen Nutzengewährten. Durch die Canäle wird der weite Transportgroßer und lastender Massen möglich, deren Preis im Ver-hältniß zu ihrem Umfang und Preis so niedrig ist, daß ihreFortschaffung zur Are in weite Ferne unmöglich wäre; z. B.Holz, Steine, Ziegel, Steinkohlen, Torf, Kalk, Mergel,Traß, Getreide, Eisenerz, Kaufmannsgüter >c. Dazu die-nen in England, Frankreich und den Vereinigten-Staatenvorzugsweise die Canäle, und das große steppen-, wald-und sumpfreiche Rußland würde seine Getreidemassen kaumso zur Ausfuhr bringen und verwerthen können, wie es ge-schieht, wenn es nicht ein so umfassendes Canalnctz ange-legt hätte. Schwerlich würde auch Englands Industrie zuihrer Blüthe gediehen sein, ohne die zahlreichen Canäle aufder Insel, wodurch der Transport von Steinkohlen, schwe-ren Baumaterialien, Rohprodukten rc. nach allen Richtun-gen möglich ward. Ebenso genießt Frankreich alle Vor-theile seiner Canäle für den Verkehr und die Fabriken. InDeutschland entbehrt man ein weites Canalnetz.

Durch die Anlage der Eisenbahnen ist der Nutzen derCanäle keineswegs beseitigt; dieselben sind vielmehr einenothwendige Entwickelung der Kräfte der Civilisation.

Canariensamcn, franz. Lraine äo Lanariv, lat. Se-inen Lanarienso. Der Same des in Deutschland sehr häufigim Großen (auf Aeckern) angebauten Canariengrases, kda-laris canariensis, ist gelb und glänzend, dem Leinsamen ähn-lich. Die äußere glänzende Schale enthält ein kleines mchl-reicheS Körnchen, das außen schwärzlich, innen aber weißaussieht. Er wird in Deutschland, Italien und Frankreichangebaut, dient zum Bogelsutter und zur Appretur derSeiden - und Wollenzeuge beim Gummen derselben, um mitzum Glänze derselben beizutragen; auch kann man ein Oeldaraus pressen. In Thüringen liefert besonders die Gegendum Erfurt viel Canariensamen.

Kanarische Inseln, eine zu Spanien gehörigeInselgruppe im atlantischen Ozean, der nordwestlichen Küstevon Afrika gegenüber, zwischen dem 27» 3ik bis 29« 26^n. Br. und 18« 4(K bis 20° 30^ w. L. Ihre gegenseitigeTage bildet einen Bogen in dieser Folge: Alegranza, dienördlichste; Montana clara; Graciös» (nackter Felsen);Lanzerota; Fuerteventura; Canaria; Teneriffa; Gomera;Palma; Hierro oder Ferro. Davon sind die drei ersten nichtbewohnt; und die größte ist Teneriffa, merkwürdig wegen! des über 11,000 Fuß hohen erloschenen Vulkans, gewöhnlich! nur Pic genannt. Insgesammt haben sie gegen 18L QMei-len, mit 200,000 Einw. Sie sind vulkanischen Ursprungs,zwar dürr und felsig, haben aber auch fruchtbare Hügel undGelände, und ein angenehmes, gesundes Klima. Die Na-turprodukte sind Maulthiere, Kameele, kleine Pferde, Ge-treide, vorzüglicher Wein, besonders auf Teneriffa, alsMalvasier oder Kanariensect bekannt, Orseille (an2600Ctr.jährlich, davon die beste auf Ferro), Waid, Schumach,Safflor, Soda, Drachenblut, Mastix, Zucker, Datteln,Obst, Südfrüchte, Seide, Wachs, Oel, Salz, Zicgensclle,8>sche. Die Industrie ist auf Gewerbbetrieb beschränkt.Auf allen bewohnten Inseln werden grobe Töpferwaaren

gemacht und auch nach Havanna und Porto-Rico ausge-führt. Außerdem giebt es Seifensiedereien, Lohgerber.:«»,Branntweinbrennereien; auch werden aus den Blättern derDattelpalme Hüte, Körbe, Matten, aus feinem Rohr Fuß-teppiche und aus den Blättern der Agave Taue gefertigt.Der Handelsverkehr ist ziemlich lebhaft, sowohl mit Eng-land, als den Vereinigten-Staaten, Sardinien, Frankreich,den Hansestädten, Holland, Spanien und den spanischenAntillen. Auch unter einander stehen die Znseln in leb-haftem Verkehr.

Santa-Cruz ist die gutgebaute, befestigte Haupt-stadt und Sitz des Guverneurs auf Teneriffa, mit einerRhede und 8000 Einw. Dieser Ort so wie Orotavaund Ciudad de las Palmas auf Canaria sind die dreider Einfuhr geöffneten Häfen.

Münzen, Rechnungsart, llnrse. Handlungsbücher undkaufmännische Rechnungen werden in koales äe Vollem zu 34ölarareäis äe Vollem geführt, und dabei der koso eluro oderkoso Worte oder der harte Silberpiaster zu 20 koalesilo Vollon, der keso corrionte oder Curant-Piasterzu13 Reales elo Vollon gerechnet. Im übrigen Handelsverkehr,so wie im gemeinen Leben rechnet man nach kesos corrionteszu 8 koales äe xlata ä 16 Luartos.

1 koso corrionte ist — 18 koales äe Vollon (kvov);

1 koso werte soder äuro — 20 koales äo Vollon (kvon), —1>/z kosos corrientos, — 10«/z koales äe plata (kpla). DieseGleichung ist jedoch nicht ganz genau, indem dabei der kptazu 1«/« kvon, also zu 63«/, öiaraveäls angenommen ist, wäh-rend er zu 16 Luartos ä 4 lllaraveäis (Urs.) gerechnet, 64»lvs., — 1>«/„ krön. beträgt; .oder es kommt nach jenerAnnahme des kpta zu 17/s krön der Luarto zu 3««/x, aus,während er thatsächlich zu 4 dirs. gerechnet wird. — 1 kosocorr. ---- 1 Thlr. 2 Sgr. 6«/. Pf., oder 1 Fl. 83 Kr.

3'/« Pf-

Sämmtliche angeführte Rechnungsmünzcn, mit Aus-nahme desDuro oder Peso fuerte und des Cuarto,sind blos eingebildete. Ebenso der Ducado oder Ducatcnvon 11 koalos äe Vollon, dessen man sich aber nur in derGerichtssprache bei Verurtheilung zu Geldstrafen bedient.

Von wirklichen Münzen giebt es:

In Gold: die spanische Onra äe oro oder der kodlon,von 16 8, mit den Unterabtheilungen: der öloäla Onra von8, dem kodlon äo L cuaära von 4, dem kodlon äe j äos von2, und dem kodlon äo L vuro von 1 8.

In Silber: Der kuro oder koso äuro oder kosowerte, spanische und mejicanische Silberpiaster, mit denUnterabtheilungen: meäio kuro von '/o, dem loston von >/„der koreta von dem moäio loston von >/x, der moälakoreta von >/,o, und dex kisca von >/,s kuro oder Piaster.

In Kupfer: Der spanische Ocdaro von 2 Luartosober 8 Illrs., der Luarto von 4, und der halbe Luarto von

2 lllrs.

Die Wechselgeschäfte werden größtcnthcils überCadix vollzogen, wobei der koso corrionte — 8 koalos äeplata antiqua gerechnet und dann auf Letztere noch >/s bis1 Proc. (m. o. w.) Agio vergütet wird. Außerdem wech-

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