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Erster Band. A - G.
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Chamillenöl

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Charleston

Chamillenöl, ätherisches Chamillblumenöl,VIeum Lkamomillae sotkoreum, wird aus den frischen odertrockenen Blumen der gemeinen Chamille durch Destillationund mit einem gesetzlich erlaubten Zusatz von Citronenölbereitet. Es ist dunkellasurblau und beinahe undurchsichtig;der Geruch stark nach Chamillen; der Geschmack erwärmendgewürzhaft. Im reinen Zustande ist es dickflüssig wie Man-delöl. Rechtes Oel verändert das Lackmuspapier nicht.Specifisches Gewicht 0,924; das mit Citronenöl destillirtehat nach Martins 0,866, Als eine Verfälschung kann manden zu großen Zusatz von Citronenöl oder den von Terpen-tinöl ansehen. Auch das ganz reine Chamillenöl wird mitder Zeit grünlich, das mit einem Zusatz destillirte aber nochschneller. Die frischen Chamillen sollen mehr Oel geben,als die trocknen. Bei trockner Jahreszeit gesammelt ist dieAusbeute reichlicher, als wenn dies bei nasser geschieht. ImHerbst gesammelte Blumen liefern nach Martius ein grün-lichblaues Oel. 60 Psd. jährige Chamillen geben nach dem-selben Z'/z Drachmen schönes Oel. 36 Psd. frische Blumengeben 3 Drachmen; eingesalzene Chamillen lassen sich dazuauch benutzen. Gumprecht erhielt von 110 Pfund zweiUnzen.

Champignons, heißen verschiedene Arten eßbareSchwämme oder Pilze, die frisch zu Markte gebracht undauch getrocknet oder eingemacht aus Frankreich in den Han-del gebracht werden. Bordeaux, Avignon und Cette lieferndiesen Artikel besonders. Auch aus der Schweiz und Sa-voyen werden Champignons ausgeführt.

Changeant, heißt eine Art flandrischen Kamelotts;man nennt auch seidene, wollene und andere Zeuge Chan-geant, bei denen Kette und Einschlag von verschiedenenFarben genommen werden, wodurch man ein Farbenspielhervorbringt, welches entsteht, je nachdem das Licht auf dieOberfläche fällt.

Chanks, Chank Muscheln, gemeine Muscheln,diewon Tauchern in dem Golf von Manaar bei Ceylon ge-fischt werden. Auch findet man große fossile Lager vonChanks. Sie sind spiralförmig und ein beträchtlicher Han-delsartikel in Indien. Man sägt sie in schmale Ringe oderArmbänder, und die Hindu-Frauen tragen sie als Schmuckam Arme, an den Beinen, Fingern rc.; viele werden auchmit den Leichen reicher und angesehener Personen vergraben.Am gesuchtesten sind die sogenannten grünen Chanks, indenen sich das Thier noch findet. Ihr Werth hängt vonihrer Größe ab. Eine zur Rechten sich öffnende Chank-muschel steht so hoch im Werth, daß sie bisweilen für 400,800 und selbst 1000 Rupien verkauft wird.

Die Chank-Fischerei ist ein Monopol der Regierung,welche die Bänke gewöhnlich für jährlich 4000 Psd, St.verpachtet, doch sie auch bisweilen für ihre eigene Rechnungbetreiben läßt.

Chapelets, Rosenkränze oder Paternoster,werden in katholischen Ländern aus Glas oder Holz fabrik-mäßig angefertigt und sind dort ein wichtiger Handelsar-tikel. Man nennt so auch die für den Handel nach Afrika(der Sklavenküste und Angola) bestimmten Glaskorallen.Chaqui, s. Cheky.

Chor, Fuder, ein Weinmaaß in Genfund Lau-fs n n e.

Charge, ein Gewicht in Genf, .Frankreich,Belgien.

Chariot, Wag, Wog, ein altes belgisches Gewichtfür Wolle.

Charkow, s. Kharkow.

Charleston, eine Stadt und Seehafen der Bereinig-ten Staaten, Hauptort des gleichnam. Distrikts in Süd»Carolina, 32" 46' 33" n. Br. und 79° 37' 27" w. L., mit29,261 Einw. (1840). Die Stadt liegt auf einer Land-spitze, zwischen den Flüssen Ashlcy und Cooper, und zwarda, wo dieselben zusammen fließen. Der Handel bestehtbesonders in der Ausfuhr von Baumwolle und Reis, welchedie Stapelartikel des Staates sind, außerdem von Schinken,Speck, Seevorräthen !c. Alle Baumwolle, die ausSüd-Ca-rolina versandt wird, geht über Charleston. Die Einfuhraus dem Auslande besteht hauptsächlich in baumwollenen,wollenen und leinenen Zeugen, Quincaillerie, Eisen undStahl, Kasse, Zucker, Thee, Wein, Gewürzen rc. Dergrößere Theil der eingeführten Artikel kommt indeß nichtaus dem Auslande, sondern von den nördlichen und mittlernStaaten. Die Ersteren versorgen es mit Fischen, Schuhe»und allen Arten grober Manufakturwaaren für die Skla-venbevölkerung, während die Letzteren Weizen, Mehl rc.geben. Auch den größten Theil der ausländischen Artikelerhält man aus der zweiten Hand von Ncw-Pork.

Im 1.1845 bestanden in Charleston sieben Banken(Dank ok Lkarlosion, Dank ok 8outd Larolina, Zank ok 8laisok 8. 6., PIanler'8 anä ölockamcs' Lanle, 8o»lkvestcrn llail-lioail Lo., 8tale Ilaak ok 8ou!d Lanolins, Union Ilanli ok8outk Larolioa, insgesammt mit ohngefähr 8 Mill. DollarsKapital).

Der Hafen von Charleston ist bequem und geräumig,aber der Eingang durch eine Reihe Sandbänke schwierig,indem schwer beladene Schiffe nur drei Fahrwasser benutzenkönnen. Die Schiffe ankern gewöhnlich an Kais oderWerften, wo sie völlig sicher sind.

Die Staatsabgaben, welche die Schiffe zu bezahlenhaben, die in den Hafen kommen, sind für inländische undausländische wenig verschieden. Die Letzter« müssen einigeSicherheit geben, welche man von den Ersterer nicht ver-langt. Die größere oder geringere Lonnenzahl macht beiden Abgaben keinen Unterschied, außer bei dem Lotsengeld,das sich nach der Tiefe richtet, in welcher das Schiff imWasser geht.

Die Commissionsgebühren, die man in Char-leston gewöhnlich berechnet, sind folgende:

Für das Verkaufen einheimischer Produkte .

Für das Verkaufen fremder Waaren . . .

Für das Garantiren dieser beiden Verkäufe

noch weiter.

Für das Kaufen mit baarem Gelde oder dasZiehen von Wechseln im Lande zurWieder-

bezahlung.

Für das Kaufen von Waaren und das Ziehenfremder Wechsel zur Wiederbezahlung. .

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