Chayes
L70
Chibouharz
Chayes, Chaez, Zangi, Schahi, eine kleinepersische Silbermünze.
Cheda, eine ostindische Scheidemünze aus Zinn.
Checks, blau und weiß gewürfelte oder gestreifteLeinwand, die besonders zu Matrosenkleidern dient, inEngland, Irland, den Niederlanden (Harlem) und inSachsen verfertigt wird und stark nach Westindien undNordamerika geht. In England webt man auch Checksaus Baumwolle, LoUon-LIieccks.
Cheky, Chequi oder Tscheki, ein Gewicht in derTürkei.
Chelos, Ehelasses, ChelleS, Chelons, ost-indische bunte Baumwollenzeuge (Kattune), die von denHolländern, Franzosen und Dänen nach den afrikanischenKüsten ausgeführt werden. Jetzt werden sie auch in derGegend von Rouen, so wie im Bergischen (in Elberfeld,Barmen, Remscheid, Mettmann, Wald) und auch imbaierischen-Obermainkreise (zu Weyden, Münchberg undRößlau) für den Handel nach Afrika gearbeitet.
Chemischblau , s. Kobaltblau.
Chemische Waaren nennt man diejenigen Han-dels-Artikel, welche in den chemischen Fabriken bereitet wer-den. Es sind namentlich eine Menge Säuren, z. B. Schwe-fel-, Salpeter- und Salzsäure rc., ferner Salze, z. B. Chlor,Potasche, Salmiak, chromsaures und blausaures Kali, fer-ner noch andere Substanzen, als Jod, Chlorkalk, Queck-fflbersublimatrc.
Chemnitz, die bedeutendste Zabrikstadt in Sachsenund eine der ersten Deutschlands, an der Chemnitz, 4 Mei-len von Annaberg und Zwickau, und 8 V 2 M. von Leipzigund Dresden, mit 26,000 Einw.; Sitz eines Amtshaupt-manns, Justizamtes, Hauptsteueramtes, der Bunt- undKunstweberei (baumwollene und halbwollene Kleiderzeuge,Mantel- und Möbelstoffe, Tischdecken, Tücher rc.), Kat-tundruckerei, Maschinen-Baumwollspinnerei, Strumpfwir-kerei, und mit nicht minder bedeutenden ( 6 ) Maschinenbau-fabriken, die sich durch einige vortreffliche Erfindungen undVerbesserungen an den Spinn- und Webemaschinen (Vor-spinnkrempel, verbesserte Cylinderfeinspinnmaschine, fernerdie zweifache Wechsellade, Centrifugal-Trockenmaschine,verbesserte Tuchwebestühle, Walzenwalken rc.) so wie durchden Bau von Dampfmaschinen und Lokomotiven (Preuß,Rabenstein, Hartmann, Haubold u. a.) auszeichnen; In-dustrie-Verein für das Königreich Sachsen, königl. Gewerbe-und Baugewerkschule, Handwerker-Verein, Sonntagsschuledes Handwerker-Vereins.
Chenille, Raupe, heißen die seidenen, haarig aus-sehenden Schnüre, die den Raupen ähnlich sehen und zumSticken, zu Kopfputz, zum Broschiren von Borten rc. ge-braucht werden. Man verfertigt sie durch Zusammendreheneines schmalen Bandes, dessen Ränder keine Leisten haben,sondern ausgefasert sind.
Chenilleblonden, Chenillespitzen, eine Artvon Blonden oder Spitzen mit eingelegten oder eingewebtenChenillen, die zum Besatz von Frauenkleidern, Mänteln,Schürzen, Hauben rc. verwandt und besonders im sächsischenErzgebirge fabricirt werden.
Cheraf, Cherafi, eine persische Goldmünze.
befest. Küstenstadt in Frankreich, aufder Spitze der Halbinsel Cotentin, in der Tiefe der Baizwischen dem Cap Leri im O. und dem Cap Hogue im W.,fast der engl. Insel Wight gegenüber, mit 24,000 Einw.,schönem Kriegs- und Handelshafen, Unter-Präfectur, See-Präfectur, Marine-Vorbereitungsschule, Civil-Tribunal,Handels-Tribunal, Generalhandelsrath, Handelskammer,Assekuranzen (Loinpggino rozole, ülarilimcs äu Harre, Uniondes ports , le Illoick krancais , Ocean etc.) , Sparkasse, Rhe-derei, Schiffswerften, Fabrik chemischer Produkte, Ger-berei, Färberei, beträchtlicher Handel.
Chercolee, Cherconne, indische Baumwollen-oder Seidenzeuge, die gestreift sind und sich dadurch von dengewürfelten Chuquelas unterscheiden.
Cherquermolles, ostindische, im französischen Han-del vorkommende Baumwollenzeuge.
Hauptstadt der gleichnam. Grafschaft inEngland, am Dee und einem Canal, mit 24,000 Einw.,Hafen, Handel mit Käse (Chester-Käse), Leinwand, Hopfenund Salz; Handschuh - und Pfeifenfabrikation.
, Stadt in England, GrafschaftDerby, am gleichnam. Canal und an der großen Eisenbahn,die von S. nach N. das Land durchzieht; mit 6000 Einw-,Steingutfabriken, Steinkohlen- und Bleigruben.
Chevalierd'or heißen französische Louisd'or mitdem Maltheserkreuz, s. Louisd'or.
Chevron, baia« tlo Lkevron, koii äe cbörre oll öeckameau, das persische Ziegen- oder Kameelhaar, welchesaus der Levante (z. B. Smyrna, wo es sortirt wird) nach'Livorno, Marseille und England geht. Es ist wohlfeilerals das ächte oder angorische Kameelhaar. Es kommen3 Sorten in den Handel, schwarzes, rothes und wei-ßes. Ersteres ist das theuerste.
Chibouharz, Gomartgummi, lieeina Obibous. Oaclükou. Das Harz eines aus den Antillen und demamerikanischen Continent wachsenden sehr großen Baumes,Ilursera gummilcr» Unn., der zu der Familie der Terebin-thaceen gehört. Es fließt wie der Terpentin als eine weiche,weiße, klebrige Masse aus dem Baume, trocknet leicht undwird dann in dieBlätter einerGalange, Illarsiua Iutea4ubi.,gewickelt. Das Harz ist äußerlich fest, in der Mitte nochetwas weich und hat einen glasigen Bruch; blaßgelb, riechtbeim Zerquetschen wie Terpentin und schmeckt süß und ge-würzhaft wie Mastix und nicht bitter. Auf den Antillen,besonders auf Haiti, kommt noch ein anderer Harzbaum vor,der dem vorhergehenden verwandt ist und denselben Namen,Chibou, weißer Gummibaum oder rother Gummibaum hat.Er heißt auch Bergzuckerbaum und Schweinholz. DieserBaum ist die IleBvizi» bolsamilcra 8vrartr, Lurscra balsanii-kcra llers. Das daran Herabfließende Harz, welches Zucker-baumbalsam oder Schweinsbalsam heißt, ist flüssig, durch-scheinend, ziemlich dunkelroth, hat einen starken Geruchund einen aromatischen, nicht sehr angenehmen Geschmack.Der zuletzt angeführte Baum, welcher in Brasilien denNamen Almecegeira heißt, findet sich in den Provinzen.Minas, Bahia rc.; dort träufelt aus der verwundeten