Chica
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China
Rinde ein Heller, harzig scharfer Balsam aus, der an derLuft zu weißen oder hellgelblichweißen, traubigem Tropf-stein ähnlichen Borken austrocknet. Er wird in den Kir-chen als ächter Weihrauch, außerdem wie das Elemi benutzt.Der flüssige Balsam wird in Brasilien nicht gebraucht.
Chica, Chica roth, ein in Europa noch wenig be-kannter Artikel, der aber in Amerika sehr häufig benutztwird. Er rührt von dem am Orinoko und Rio Meta (inSüd-Amerika) wachsenden Chicatrompetenbaume (vignoniaCliica Nuind.) her. Die grünen Blätter dieser Pflanze wer-den durch's Trocknen und mit der spätern Jahreszeit aucham Stocke roth. Die Indianer kochen sie entweder längereZeit mit Wasser, seihen die Flüssigkeit, welche das rotheSatzmehl bei sich behält, durch, und befördern das Nieder-fallen der rothen Farbe durch Zusatz einiger Stückchen Rindevon dem Baume Aragane. Auch weichen sie dieselben ineinem aus dem Stamm eines Feigenbaumes geschnittenenBottich mit Wasser ein, wo sie dann bald in Gährung über-gehen. Aus dem durchgegossenen Wasser setzt sich das Chicaab: man gießt die überstehende Flüssigkeit ab und wäschtden Bodensatz am Wasser aus, den man dann an der Sonnetrocknet. Eine andere und vorzüglichere Sorte Chica istreiner, als das am Orinoko bereitete und wird in kleinen,aus Palmblättern verfertigten Kästchen verkauft. Diesegetrocknete Farbesubstanz kommt aus Brasilien in runden,mit Bastgewebe und mit Schnüren umwundenen, faust-großen Ballen. Die Farbe des Chica ist ein dem Vermillonnahes Roth, nur ist es etwas mehr violett. Man findetkleinere, bis nußgroße Stücke, mit viel Pulver. Es istschwerer als Wasser, glänzt, mit dem Nagel gerieben, ku-pferroth, wird nicht vom Wasser, jedoch von Säuren, Alka-lien und Alkohol aufgenommen. Angezündet brennt es mitFlamme und hinterläßt eine graue Asche, die beinahe dasVolumen wie das angezündete Stück besitzt. In den Fär-bereien gebraucht man es wie Krapp. Die Indianer be-nutzen es vorzüglich fein zerrieben zum Bemalen des Kör-pers. Sie vermischen es zu diesem Zweck mit Schildkrö-teneierfett oder mit dem Aracouchinibalsam (von ämxris Ko-teropilxlla VLillä.) oder mit dem ausgepreßten Oel des Xxlo-earpus Oraxo. Das Chica wird auch im Aufguß als einblutreinigendes Arzneimittel genommen.
Stadt in England, Grafsch. Sussex,an einer Bucht mit Hafen, Radelfabriken, Handel; mit'dooo Einw.
Chili, Chile, ein Freistaat in Süd-Amerika, aufder Westküste, längs dem stillen oder großen Ozean und aufder Westseite der großen Andenkette, grenzt N. an Peru undBrasilien, O. an die la-Plata-Staaten und Patagonien,S. und W. an Patagonien, 3000 bis 6000 QMeilcn groß,mit vielleicht 1,000,000 Einw. Landwärts ist das schmaleKüstenland durch die hohe Andenkette fast ganz abgeschnitten;denn außer einer einzigen nur einigermaßen gangbarenStraße führen nur die gefährlichsten schmalen Engpässeüber dieses hohe Gebirge, worin viele thätige Vulkane,z. B. der Coquimbo, Copiapo, Santiago, Maypu, Chilan,Antuco, Aconcagua rc. stehen. Erdbeben sind sehr häufigund richten große Verwüstungen an, z. B. 1822, 1821,1836. Bewässert ist das Land durch viele Küstenflüffe, diealle größtenteils Thäler bilden, z. B. der Huasco, Maypu,
Biobio, Maule, der das Land in eine nördliche und südlicheHälfte trennt. Das Klima ist angenehm und gesund, ob-schon die Hitze im Sommer groß ist, Regen gar nicht fälltund auch Stürme fast unbekannt sind. Die Erzeugnisse desLandes sind vorzüglich Weizen, Hülsenfrüchte, die heimischeKartoffel, etwas Gerste und nur wenig Hafer, vorzüglicherHanf, spanischer Pfeffer, Aepfel, Psirschen, Obst, Oliven,Melonen, sehr viel Rindvieh, Häute, Llama, Vicunna,Höhlen-Eichhörnchen, das rattenartige Cucurrito, eine ArtBiber und Fischotter, die wollhaarige Ratte, Papageien, Ko-libris, viel Gold, Silber und Kupfer, außerdem auch Eisen,Blei, Quecksilber, Quell- und Seesalz rc.
Die Hauptstadt des Staates ist 8an lago, von der eineschöne Straße nach der Hafenstadt Valporiso führt. Hafen-städte sind außerdem Loguimdo, Lopiapo, Loncepcion mitdem kleinen Hafenort Islcsimano, Valäivia, befestigt und miteinem der besten Häfen des Landes.
Der Küste nahe liegen die Inselgruppen «ldiloo an derSüdspitze des Küstenstaates, mit dem Hafenort Ldacso ander Nordküste, und mit dem Hafen Lon-Larlos: die Lbonos-,die l-unjatecas- oder IIua^tocas-Jnseln, mit der Insel ölasa-lierra, 2>/, Meilen lang und merkwürdig wegen des vieljäh-rigen Aufenthalts Alexander Selkirks, dessen Abenteuer derGegenstand des Robinson ist.
Die Industrie im Lande ist unbedeutend, und die Ein-fuhr befindet sich besonders in den Händen der Engländer,Franzosen, der Nordamerikanischen Vereinigten Staaten;wenig geht über Bremen und Hamburg aus Deutschlanddorthin.
Chilisalpeter, s. Natrum, salpetersaures.
China, Sin, Tschin, Tschan-Ku, ist ein großesReich in Hinter-Asien, welches das eigentliche Sin, dieMandschurei, nebst den Schutzländern Korea, Groß-Tibetund Butan, Klein-Tibet und die kleine Bukharei oder Ost-Turkestan, Uigurei, Kalmukei, West-Mongolei, Dzungarei,Tangutoder dieOst-Kalmukei, dieHalbinselKorea,dieJnselnSegallien oder Tschoka, Formosa (Tai-Uan) und Hai-Nanumfaßt. In diesem Umfang ist das Reich größer als ganzEuropa, und grenzt im N. an Sibirien, W. an die Kirghi-sen-Horde und die unabhängige große Bukharei, S. und O.an das Ost-äNeer, das gelbe (Hoang-Hai), japanische undindische Meer, an Hindostan, Birman, Laos oder Layn-Sayn-Chan und Annam. Von der Mongolei wird dasReich durch die berühmte große Mauer geschieden. Im All-gemeine» ist das eigentliche China ein auf drei Seiten vonhohen Gebirgen eingeschlossenes Tiefland mit dem fruchtbar-sten Marschboden und durchflossen von den beiden Haupt-flüssen Hoang-Ho im R., und dem Jantse-Kiang im S-, undCanälen, z. B. dem Kaiser-Canal, außerdem voll von Süm-pfen und Seen. Der höchste Theil ist der südwestlichste.An den Küsten herrschen die furchtbarsten Stürme, TüfungSgenannt. Die Erzeugnisse dieses merkwürdigen Landes sindGold, Kupfer, Eisen, Blei, vorzügliches Zinn und Quecksil-ber, Edelsteine, Porzellanerde, Elephanten, Nashörner,Moschusthiere, Zwerghirsche, Grunzochsen, Bären, Pferde,Esel, Rindvieh, eine besondere Art Schweine, Gold- undSilberfasane, Pfaue, Wachteln, Scidenwürmer, Gold-und Silberfische, Obst, Feigen, Mandeln, Oliven, Psirschen,
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