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Erster Band. A - G.
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575
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Chinarinde

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machte, sondern sie auch ein Extract bereiten lehrte. Biszum Jahr 1776 war noch keine ändere Fieberrinde, als dievon Loxa bekannt, obschon der Obermünzdirektor Miguel deSantistevan 1733 de» Vicekönig Marquis von Billarsdarauf aufmerksam gemacht hatte, daß 10 Grade nördl. vomAequator Chinabäume vorkommen. Bergen (in seiner, Schrift über die Chinarinden) behauptet indessen, daß schonum diese Zeit von Carthagena und Havanna aus bedeutendePartien China nach Cadix gebracht worden seien.

Mutis reiste als Leibarzt 1760 nach Santa Fe undnach zwölfjähriger Anwesenheit entdeckte er dort die China.Mehrere von ihm entdeckte Arten liefern uns die kräftigstenChinasorten. Bom Jahr 1780 an sollen nach Humboldtmehrere verschiedene Rinden als China in den Handel ge-kommen sein, selbst gefärbte Angosturarinde und dergleichen.Laubert berichtet, daß schon am Anfang dieses Jahrhundertsin einigen Gegenden Brasiliens Chinasorten entdeckt wordenseien. St. Hilaire machte uns (1824) mit mehreren Sur-rogaten der China bekannt, und von Martius entdeckte amAmazonenstrom 3 Arten Chinabäume.

Verschiedene Arten des Fieberrindenbau-mes und Gewinnung der Chinarinden. Eswürde zu weit führen, alle einzelnen Arten der Gattunglünckoiw, deren es nicht weniger als 20 giebt, hier anzu-führen. Wir verweisen auf Martius vortreffliches Werk:„Grundriß der Pharmacognosie des Pflanzenreiches." Diewichtigsten Species sind: die Lincdons Lonäaminoa^ llumk.: diese wächst in Peru auf den Bergen 6a;amima,Uritusinqa, koquoxun, Villonaco, bei Iluoncabamba undXxavaca in einer Höhe von 8400 bis 7200 Fuß und führt dortden Namen Lsscarilla üna äs Ilritusinga.— Linckonr scro-biculato: Fieberrindenbaum mit grubigen Blättern.Wächst bei luvn äe Lraosmoros in einer Höhe von 3000 Fuß.Die geschälte Rinde wird nach Piura gebracht und auf derSüdsee nach Lima verschifft. Dort heißt sie Lascarilla kino. —, Lincbona lancikolia öllltis: lanzettblättriger Fieberrin-denbaum. Wächst bei Guaduas und Santa Fe in einer Höhevon 4200 bis 9000 Fuß. — L. pukescens Vadl., L. ok-kicinLlis l-inn.: flaumhaariger Fieberrindenbaum. ImJahr 1784 durch Ruiz und Pavon entdeckt. Bei Pozuzound Panxo und in den Waldungen von Huanoco in Peru ineiner Höhe von 3400 bis 8700 Fuß. — L. purpurea! Ruiz und Pavon. Bei Llüncliao, kati, dluna, Iscutunam,

> Lkiliuamocula, bei .laen üe Lracamoros in der Höhe von 3000

^ Fuß. — cUnobona magnilolia. , L. oblongikolia

dlmis, 1780 von Ruiz und Pavon entdeckt In den warmen» Waldungen der.Anden, an Strömen; sehr häufig um Lkin-ekao, (luclioro, tlliacakuassi. In einer Höhe von 1800 bis^ 7800 Fuß. — llincllono micrantka, 6. parviklora,

! kolr., kleinblüthiger Fieberrindenbaum; wächst auf den ho-hen, kalten und waldbewachsenen Bergen der Andenkette, in' der Gegend von 8anct 4nlon <Io plozo Lronilo, 1797 vonTafalla entdeckt; sie heißt dort cascarilla llna. — cinodonaI rlanäulikoro, drüsentragender Fieberrindenbaum, wächstl bei Loxa in Quito und wird dort Oscarilla noxrcll» ge-! nannt. — Außer von den llmcbonen oder ächten Fieberrin-denbäumen werden noch die Rinden von einigen und 40 an-s dern Bäumen als Chinarinden verkauft oder betrüglicher-! weise unter die ächten Chinarinden gemischt. Manche davon

haben allerdings der China ähnliche Kräfte und diese kannman wohl Chinasurrogate nennen. Diese falschen China-rinden stammen von Bäumen aus den Gattungen 4ckras,öuons, kurcbellia, Lonäamiiiea, llonocarxus, Loutsrea, 6on-tinea, vanais, Lxogtemma etc. Man hat versucht in Europaeinheimische Chinasurrogate statt der Chinarinde anzuwenden.Dazu gehören die Rinde der Roßkastanien, der Erle, Birke,Korneliuskirsche(6oi'nub mascula), Esche, Eiche, des Kirsch-baumes, der Weide rc. Aller Bemühungen ungeachtet ist esjedoch nicht gelungen, die Chinarinde aus dem Handel undden Apotheken zu verdrängen; im Gegentheil hat ihre Ein-fuhr und ihr Gebrauch noch immer zugenommen, und vonZeit zu Zeit kommen immer noch neue Sorten zum Vorschein,die bei der jetzigen Gestaltung des Drogueriehandels sehrschnell in ganz Europa bekannt werden.

Die chemischen Bestandtheile der China-rinden sind: Faserstoff, Gerbstoff, Gummi, Harzstoff,etwas Stärkmehl rc., außerdem noch 2 Substanzen, die einensalzartigen Gehalt haben und welche man 6 bin in undc i n c k o n i n genannt hat. Dieselben gehören zu den Alka-loiden und sie sind es, die der Rinde ihre aczneilichen, fieber-widrigen Kräfte geben. Je nachdem die Rinden mehr oderweniger von diesen Substanzen enthalten, um so besser oderschlechter sind sie.

Sorten. Man theilt die Chinarinde in verschiedeneArten. So z. B. pflegt man dieselbe nach der Farbe zuunterscheiden in 1) graue nebst der braunen; 2) gelbe;3) rothe; und in eine 4. Hauptabtheilung bringt mandann die falschen Chinarinden. Aus den Untersuchungenvon Pfaff und von Santen geht hervor, daß die dicken undschweren Stücke von allen Akten der Chinarinden reicher anAlkaloiden sind, als die leichten und dünnen Röhren. Dem-ungeachtet ist im Handel noch häufig die alte Meinung vor-herrschend, daß die dünnsten Röhren auch die besten undwirksamsten seien. Wir wollen hier die Chinasorten nachden beiden Hauptabtheilungen (ächte und falsche) folge»lassen:

a) Aechte Chinarinden.

1) Lkina klar», LI>. lutea, franz. tzuinquina orongc,pomeranzenfarbige oder Havanna - China. Diese Sortekommt erst seit Ansang dieses Jahrhunderts zu uns. Eskommen davon zwei verschiedene Arten vor: a) die LonerObinae llavus äurus, Llüna klara 6ura, harte gelbe China.Sie findet sich sowohl in Röhren als in flachen Stücken oderBlättern. Häufig fehlt die Borke, theilwcise hat sieschwache Längsfurchen und Querriffe. Warzen und Kno-ten sind selten. Flache, vollkommen mit Borke überzogeneStücke kommen sehr selten vor. Bon Farbe erscheint sie imbedeckten Zustande gelblichweiß oder aschgrau, doch sind auchbläuliche oder dunkelgraue Flecke bemerkbar. Wo die Ober-haut fehlt, da ist die Farbe zimmtbraun. Die Unterflächeist ziemlich eben, bei den schwachen Stücken aber etwas ge-furcht oder splittrig. Farbe ockergelb; beim Schnitt be-merkt man einen schwachen Harzstreifen. Geruch flüchtig,chinaartig; Geschmack nicht sehr bitter, aber rein. Göbelfand in 1 Pfd. Rinde 36 Gran reines Chinin und 43 Granreines Cinchonin. Nach v. Bergen kommt diese China-sorte in trommelartigen Seronen von circa 80 Pfd. Nettoin den Händel, auch wohl in halben Kisten von circa 70 Pfd.