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Erster Band. A - G.
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Chinarinde

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Chinarinde

Netto. Am häufigsten soll sie in flachen Stücken mit Frag-menten, Grus und Staub vermischt vorkommen. Es findensich zwar Packungen, welche nichts als Röhren von ver-schiedener Dicke enthalten, jedoch sind diese selten. Außerdiesen sollen sich auch noch Packungen finden, welche nuraus Fragmenten, Grus und Staub bestehen und absichtlich,so wie die Röhren, ausgesucht zu sein scheinen. Obgleichdie Odin» llav» äura wegen des reichen Gehalts an Alkaloidenzu den bessern Chinasorten gehört, so hat man sie bis jetztdoch nur wenig geschätzt und sie steht sehr niedrig im Preise.Die Stammpflanzc ist aller Wahrscheinlichkeit nach die L!n-cbunu coräikolia Illutis.

d) Oortex Odin» llovus übrvsus, Odin» llav» fibrös».Holzige gelbe, pomeranzenfarbige China. Sie kommt inden Handel sowohl in Röhren als flachen Stücken. DieRöhren sind gewöhnlich 6 bis 16 Zoll lang, von verschie-dener Dicke, häufig in Stücken von 1 bis 2^ Zoll Breite,und meist noch mit Borke versehen. Aeußerlich hat dieRinde ein schmutzig lehmfarbiges Ansehen. Die innere Seiteist braungelb, zuweilen zimmtfarbig und mit vielen feinenHerablaufenden Holzfasern bedeckt. Geruch schwach lohartig,dumpfig, etwas reizend. Geschmack anfangs holzig, fade,nur wenig bitter, zusammenziehend. Göbcl und Kirst fan-den in 1 Pfund 84 Gran reines Chinin. Nach den Jn-ventarienbüchern der Hamburger Droguisten weist v. Ber-gen es nach, daß diese Sorte erst 1803 als eigne Sorte vor-gekommen ist. Sie ist wohl schon früher vorgekommen,aber andern Sorten, besonders der Königschina, beige-mengt. Sie kommt in eben solchen Packungen wie die 6b.Ilav-L äui-L vor und zwar mit dieser fast immer zugleich, sodaß unter 300 Seronen, 200 in OK. ki. llbrvs» und 100 Se-ronen in Ob. ll. äur» bestehen. Sie gehört ebenfalls zu denwohlfeilsten Sorten. Ueber die Mutterpflanze ist man nochnicht einig. Mehrere sehen die Oinckon» coräikoli» dafüran. — Eine andere Art dieser Rinde, mit ähnlichem Bau,aber hellzimmtartiger Farbe inwendig und außen schmutzigzimmtartig, hat etwas bitteren Geschmack. — Außerdemkommt noch eine sehr gesunde Rinde vor, deren Gehalt aberganz gering ist. Die Röhren derselben sind glatt, ziem-lich glänzend, gelblich weiß und hell rehfarben, inwendigschwärzlich. Indessen wechselt die Farbe von Schmutzig-gelb zu Rothbraun.

2) Oortex Okinae kiluamalios. Braune China.Sie kommt erst seit dem Anfang dieses Jahrhunderts nachEuropa (1803 zuerst von Lima nach Hamburg); meist inRöhren, doch auch in flachen Stücken von 4 bis 20 ZollLänge. Die flachen Stücke sind 1 bis 2 Zoll breit. DieRöhren haben eine verschiedene Dicke und sind zusammenge-rollt und geschlossen. Meist sind sie der Länge nach wellen-förmig gerunzelt, zuweilen glatt, häufig aber mit warzen-artigen Erhöhungen besetzt. Die mit der Basthaut (llpj-äermis) versehenen Rinden haben eine rothbraune, oft in'sRostfarbige übergehende Farbe. Die dicken Röhren sindkastanien - oder leberbraun. Der Geruch ist schwach china-artig, nicht unangenehm; der Geschmack schwach bitter undwenig zusammenziehend. Diese Sorte kommt in Kisten,niemals in Seronen, von 118 bis 128 Pfund als soge-nannte Naturellwaare, d. h. in Röhren und flachen Stückendurch einander in den Handel; sie wird aber gewöhnlich auf

den europäischen Lagern nach der Feinheit ihrer Röhren sor-tirt und dann in Kisten von 110 bis 148 Pfund Netto mitfeinen, mittelfeinen, Mittel- und ausgesuchtenwarzigen Röhren, ohne allen Grus und Staub, undin Kisten von 133 bis 180 Pfund Netto mit Bruch undflachen Stücken verpackt. Bon Santen schied aus 1 Pfd.der Ilunmnlies-Okill» 48 bis 93 Gran reines Cinchonin aus.Göbel und Kirst fanden in 1 Pfund eines Gemenges vonfeinen und dicken Röhren, so wie sie im Handel fallen:38 Gran Cinchonin und 28 Gran Chinin. Ueber die Mut-terpflanze dieser Sorte, die übrigens zu den wirksam-sten gehört, herrscht noch viel Dunkel; nach Martius Ver-muthung soll es Lincbon» dirsut» Iluie et ?»vou sein.

3) Oortex Lliiuae Hunnuco. Graue China,Sie kommt nur in Röhren und niemals in flachen Stückenin den Handel, häufig mit dem Namen Limachina. DerDurchmesser der Röhren erstreckt sich meistens von einigenLinien bis auf einen Zoll, selten darüber, höchstens bis 2 Zoll.Die Dicke beträgt >/-> bis 3 Linien, ihre Länge 3 bis 18 Zoll.Die Röhren sind gerollt, zusammengerolltund geschlossen, unddie geschlossenen Röhren haben fast immer spiralförmige Win-dungen. Borke und Splint fehlen fast nie, doch findet manauch Röhren, wo an einzelnen Stelle» die Oberhaut ganz ab-gesprungen ist und man die glatte, braungelbe oder rothbrauneOberfläche des Bastes erblickt. Die Oberfläche der Rinde istfast ganz mit Flechten bedeckt und hat eine gelbgraue'odermilchweiße Farbe mit schwärzlichen oder aschgrauen Flecken.Auf dem Querbruch bemerkt man viel harzige Theile. DerGeschmack ist anfangs säuerlich, später stärk bitter. Geruchdumpfig, etwa wir befeuchteter Thon. — Die Huanucochinakam im Jahr 1799 zuerst nach Spanien. Man erhält siein Kisten von 180 Pfd. Netto, und in neuerer Zeit auch überEngland in Seronen von 80 bis 100 Pfd. Netto. Nachv. Bergen sind im Durchschnitt bei einer Partie von 1000Pfunden: feine Röhren 30 Pfd., Mittelröhren 400Pfd., dicke 230 bis 230 Pfund. Der Rest besteht in Frag-menten, Grus und Staub. Sie kommt aus der ProvinzHuanuco nach Lima, von wo aus sie nach Europa verschifftwird. Für die Stammpflanze wird von Martius die Oin-ckona gianäulikora gehalten. Die Huanucochina gehört zuden vorzüglichsten Sorten und ist nach der Odin» rubiginosadie an Cinchonin reichhaltigste China. Sie enthält imPfund (nach v. Santen) 106-/z bis 210 Gran Cinchonin.

Guibourt-unterscheidet in Gestalt und Farbe nichtwesentlich verschiedene Sorten: tzuinguin» xris lm äe l.ima,graue, feine Lima-China; in frischen Rinden orangegelb, inalten graulich; Geruch schwach, Geschmack bitter und zu-sammenziehend. — guingum» gros lima, bim» blnno , dickeoder weiße Lima-China; gewöhnlich mit einer kreideartigenKruste bedeckt, wodurch die Rinde ein weißliches Ansehenerhält; die Rinde selbst dick, dunkelgelb oder rölhlich; Ge-schmack rein bitter; Geruch unwirklich. — yumgum» gnsIluonuco, graue Huanuco-China; Oberfläche höckerig, mitQuerrissen; Basthaut dünn, schwärzlich, stellenweis kreide-artig und ohne Geschmack. Geschmack der Rinde selbst bit-ter, und fast ohne Geruch. — tzuinguin» gris imitonl 1°jouno roxal, graue, der Königs-China ähnliche China. Einekleine Rinde von ziemlich gleichförmiger, bläulichgrauer