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Erster Band. A - G.
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Conto corrente

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Conto corrente

auch noch die Angabe des Verfalltages jedes einzelnen Po-stens, die Anzahl Tage oder Wochen, welche dieser Verfall-tag von dem als Grundlage zur Zinsenberechnung angenom-menen Lage entfernt ist (gleichviel ob die Verfallzeit früheroder später als dieser festgesetzte Tag eintritt), und die Be-rechnung der Zinsen; letztere entweder von jedem einzelnenPosten oder am Schluß der Rechnung vom Saldo, in wel-chem Fall jedoch diese allgemeine Ainsenberechnung bei jedemeinzelnen Posten wenigstens vorbereitet werden muß, wiewir nachher sehen werden. — Der Abschrift eines Contocorrente, welche ebenfalls diesen Namen führt, fügt mannach dem Vortrage des Rechnungs-Saldo die sicherndeKlausel bei, daß man sich vorbehalte, Irrthümer jeder Art,die sich möglicherweise eingeschlichen haben können, im Laufneuer Rechnung zu verbessern und auszugleichen, welchesmit den Worten: Irrthum vorbehalten oder 8. L.et 0. (oalvo orroro et omissione, d. h. Fehler und Auslassungvorbehalten) geschieht; hierauf läßt man den Ort der Aus-stellung und die Zeit des Abschlusses und alsdann endlich dieUnterschrist folgen.

Die Zinsen werden, wie gesagt, entweder von jedemeinzelnen Posten berechnet und dann daneben ausgeworfen,um später summarisch vorgetragen zu werden, oder sie wer-den erst beim Abschluß berechnet. Man bedient sich dabeifolgendes vortheilhaften und abgekürzten Verfahrens: manmultip'licirt das Kapital mit der Zeit (bis zumVerfalltage) und dividirt das Produkt durch dieZahl, welche man erhält, wenn man mit dem Zinsfuß in36,000 dividirt. Hierbei ist angenommen, daß man dieZinsen nach Lagen bestimmt, das Jahr zu 360 Tagengerechnet, wie es bei den Zinsberechnungen in Contocorren-ten gewöhnlich geschieht, und jene Regel entspringt aus fol-

gendem Satze:

? Zinsen —

6 (Kapital)I (Tage)

100 (Thlr. Kapital) / (Zinsfuß)360 Tagen j

c x 'r x ?

100 X 360 ----36,000

Für die verschiedenen Zinsfüße läßt sich nun obigerDivisor leicht erhalten, wenn man damit in 36,000 dividirt.Dies ergiebt:

/36,000X

für 6 Proc.----6000

72,000

- 8-/2 . ---- 6348-/» ---

11

-5 ----- 7200

- 41/2 - ----- 8000

- 4 s --- 0000

72,000

- 3>/- - -- 10,288-/,--—

- 3 - ---12,000

So ist z. B. die Ainsformel bei dem Zinsfüße von

^ 6x7X« 6x7

6 Procent -—-

36,000 6000

Die Zinsformel für 3 Proc. ist für 4 Procent

6x7

— Will man z. B. die Zinsen von 8400Thlr. in

43 Lagen, zu dem Zinsfuß von 3 Proc. wissen, so setzt man:8400 x 43

n;-

Wenn nun die Zinsen von allen Posten einzeln berech-net wurden, so werden am Schluß die Summen der Zinsenim Soll und die im Haben addirt, die kleinere von der grö-ßer» abgezogen und als Sinsensaldo auf die Seite ge-schrieben, welche den kleineren Belauf ergab.

Soll dagegen der Zinsenbelauf erst beim Schluß desConto corrente aufgesucht werden, so hat man bei den ein-zelnen Posten nur die Vorbereitung hierzu zu machen, welchedarin besteht, daß man das Kapital mit derZeit (den Lagen)multiplicirt; die Produkte heißen die Jinszahlen undwerden neben die einzelnen Kapitalsummen bemerkt. Zuletzthat man dann blos diese Zinszahlen im Soll und im Habenzu addiren, die kleinere Sumkne von der größer» abzuziehen,den Rest auf die Seite, welche den kleinern Belauf auswies,als Saldo derZinszahlen hinzusetzen und von diesemSaldo durch Theilung mit dem bezüglichen Divisor (s. oben;z. B. bei dem Zinsfüße von 6 Proc. mit 6000) die Zinsenaufzusuchen, welche man als Zinse nsaldo auf diejenigeSeite setzt, auf welcher die größere Zinszahlensumme sichvorfand. Man habe z. B. im Soll die Summe der Zins-zahlen mit 334,000 im Haben mit 112,000 gefunden, soziehe man die letztere Summe von der erstern ab und setzedie bleibenden 222,000 (den Saldo der Zinszahlen) unterdie Zinszahlen im Haben; die Zinsen von diesem Saldo be-/222000X

tragen zu 6 Proccnt: l-- -- - j 37 Thlr., welcher Betrag

als Jinsensaldo ins Soll der Rechnung kommt. Hätte mandagegen in diesem Fall die Zinsen jedes Postens besondersberechnet, so würde man als Summe des Soll M/z Thlr.,als Summe des Haben 182/z Thlr. gefunden haben, denJinsensaldo von 37 Thlr». hätte man nun erst in die Z i n-sencolumne des Haben zur Ausgleichung der Summenauswerfen müssen, worauf dieselbe Summe (wie im zweitenFall) in die Kapitalcolumne des Soll bemerkt worden wäre.Es ist einleuchtend, daß obige zweite Art, die Zinsen am Ab-schluß erst zu berechnen, weit bequemer ist als jene, wo mansie für jeden Posten besonders sucht, und da das ResultarBeider ganz dasselbe ist, während man bei der zweiten Bc-rechnungsart weit weniger Mühe hat, so verdient diese un-bedingt den Vorzug, und die meisten der größer» deutschenWechselhäuser bringen dieselbe in Anwendung. — Einewichtige Erleichterung, welche man sich dabei noch verschafft,ist die, daß man die Zinszahlen der einzelnen Posten nichtvöllig hinschreibt, sondern durch Abschneiden der zwei letztenStellen rechter Hand die Division mit 100 sogleich vollzieht,so daß man am Schluß der Rechnung statt mit 6000 (bei6 Proc. Zinsen) nur mit 60, statt mit 7200 (bei 3 Proc.)nur mit 72, und statt mit 9000 (bei 4 Proc.) nur mit 00in den Saldo der Ainszahlen zu dividiren hat. Die abge-schnittenen zwei Stellen aber läßt man weg, indem man je-doch, wenn es nicht Nullen waren, alles was in diesemBruche, der zum Nenner stets 100 hat, >/s (als Decimal-bruch 0,8) oder darüber betrug, als 1 (ein Ganzes) der letz-

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