Contaria
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Conto corrente
Contaria (italienisch), heißt deutsch: Schmelz,Kindsglas, das in Venedig gemachte Schmelzwerk(kleine Glaswaaren). Man verkauft es entweder aufSchnüren gereiht (contaria äi conti) oder nach dem Gewicht(Lontaria äi xeso).
dings bedeutend durch das Continentalsystem, so wie mancheKaufleute zu jener Zeit sehr gewinnbringende Geschäftemachten. Mit dem Aufhören der Sperre aber war zugleichdie Unausführbarkeit einer blos durch Räch- und Kriegs-sucht eingegebenen Maaßregel bewiesen.
Contenten, Contenten-Listen, nennt man dieVerzeichnisse, welche in Seestädten über die zu Schiff ange-kommenen Waaren gemacht und an Mäkler und Kaufleuteabgegeben werden.
(franz.), werden zu Marseille die Glas-korallen genannt, die für den afrikanischen Handel be-stimmt sind.
Continental-System nennt man insgesammt alleMaaßregeln, wodurch Napoleon als Kaiser von Frankreichund König von Italien die Engländer von dem Handels-verkehr mit dem europäischen Festlande ausschloß. Diesgeschah durch ein Decret vom 2t. Novbr. 1806 von Berlinaus. Er erklärte England und die britischen Inseln inBlockadezustand. Darauf erließ England am 7. Januar1807 den Geheimrathsbefehl, wodurch es jedem neutralenSchiff verbot, bei Strafe der Confiscation in einen fran-zösischen oder unter französischer Botmäßigkeit stehendenHafen einzulaufen. In den Hansestädten wurden nach Na-poleons Decret alle englischen Waaren mit Beschlag belegtund consiscirt. Darauf erklärte England die Elbe, Weserund Ems als blockirt, so wie alle Häfen, von denen die eng-lischen Schiffe ausgeschlossen waren; nur den Schiffen derneutralen Mächte blieb es gestattet, direkt zwischen ihremVaterlande und den englischen Colonien zu verkehren, alleübrigen Schiffe dagegen, die mit den blockirten Häfen Han-del treiben wollten, sollten erst in einem englischen Hafeneinlaufen. Dagegen wieder erklärte Napoleon am 17. Dec.1807 von Mailand, dass jedes Schiff, welches sich der engli-schen Verfügung unterwerfen würde, als gute Prise erklärtwerden würde.
Zu diesen Maaßregeln zwang Napoleon außer Frank-reich, Belgien, Holland, die Rheinbund-Staaten, Italien,Preußen, Dänemark, Portugal, Oesterreich, Spanien, dieHansestädte, Schweden Aber das Continental-System,wodurch Napoleon England, vermittelst der Beeinträchti-gung und Vernichtung dessen Handels, stürzen wollte, truggerade das Meiste zu seinem eigenen Fall bei. Denn, indemes ihn zu den ungerechtesten Gewaltstreichen veranlaßte,machte es alle Regierungen für ihre Unabhängigkeit undselbst für ihre Existenz zittern; indem es die Handelsinter-essen des gesammten Europa tief im Innersten erschütterte,regte es nicht nur die Producenten und den Handelsstand,sondern die ganze Masse des Volks auf. Trotz der strengenBefehle wurde übrigens die Sperre auf tausenderlei Art um-gangen. Nachdem am 19. Oktober 1810 Napoleon durchdas Decret von Fontainebleau in einer fast kindisch zu nen-nenden Wuth die Verbrennung und gänzliche Vernichtungaller auf dem Continent befindlichen englischen Waaren an-ordnete und selbst dadurch der Schleichhandel nicht unter-drückt wurde, begann der Kaiser denselben als Staatsein-kommen zu benutzen, indem er für schweres Geld Licenzen(Erlaubnißscheine) zur Einbringung englischer Waaren ver-kaufen ließ. Einzelne Fabrikationszweige gewannen aller-
Contirte Wechsel. Wenn ein Kaufmann X aneinem fremden Orte eine Schuld abzutragen, an eben diesemOrte aber auch eine Forderung von derselben Größe außen-stehen hat, so können die beiden Verbindlichkeiten durch eineeinzige Zahlung abgemacht werden, die der Schuldner desä an dessen Gläubiger leistet. Diese Zahlung kann aberauch auf dem Wege des Wechselgeschäfts geschehen, indemä auf seinen Schuldner (0) einen Wechsel an die Ordre sei-nes Gläubigers (L) zieht, und ein solcher Wechsel wird eincontirter genannt. Denselben Namen führt der Wechselauch: a) wenn man für seine eigene Rechnung zu trassirenund für eines Andern Rechnung auf denselben Ort zu remit-tiren hat; b) wenn man für Rechnung eines Andern zutrassiren und für seine eigene Rechnung zu remittiren hat;c) wenn man für Rechnung eines Andern zu trassiren undfür eines Dritten Rechnung zu remittiren hat.
Conto, die Rechnung, vorzüglich beim Buchhalten.Ueber die sonst gebräuchlichen ital. Bezeichnungen conto wio(nostro), conto suo (loro), franz. mon (notre) campte, son(leur) campte, — meine (unsere), Rechnung, seine
L 6 L 6
(ihre) Rechnung, — zuweilen abgekürzt in—,—, —, —,
öl'bi's l.
siehe den Art. Buchhalten. Statt der sonst gebräuchlichen
Ausdrücke conto nuoro
und
conto vecoitio
bedient man sich längst schon der deutschen: neue Rech-nung, alteRechnung; Lonto a mcta bedeutet: halbeRechnung, halber Antheil, Antheil zur Hälfte, welcheletzter» Bezeichnungen man jetzt statt jener italienischenallgemein gebraucht, s. d. Art. Buchhalten.
Conto corrente, laufendeRechnung heißt dieRechnung eines Geschäftsfreundes im Contocorrent-buch, s. den Art. Buchhalten. Die bei den Contocor-renken, und namentlich beim Abschluß derselben, welcherjährlich oder halbjährlich erfolgt, besonders noch zu beobach-tenden Punkte sind: die Berechnung der Zinsen, der Provi-sion und der Kurtage. — Ein Contocorrent, wie es imbloßen Waaren- und Speditionshandel vorkommt, bietetgar keine Schwierigkeiten dar, indem man beim Abschlußdesselben bloß den Saldo auszugleichen und auf neue Rech-nung vorzutragen hat. Im Wechselgeschäft dagegen ist erzusammengesetzterer Art, indem außer den durch die gegen-seitigen Geschäfte hervorgegangenen einfachen Posten auchnoch die Interessen der darin steckenden einzelnen Kapitalien,die Provision, die Curtage (Wechselmäklergebühr) und dasverlegte Briefporto zu berücksichtigen und beim Abschlußals besondere Posten zu formiren sind; über welche Punktesich die mit einander in laufender Rechnung stehenden Ge-schäftsfreunde vorher geeinigt haben.
Ein Conto corrente enthält außer der gewöhnlichenErklärung des Postens, wie sie das Hauptbuch des einfachenBuchhaltens erfordert, jedoch mit größerer Ausführlichkeit,