Cornaline
622
Correspondenz
Pros. Munster, am Lee, mit 107,000 Einw., geräumigemHaftn, Börse, Tuchfabriken, Schiffswerft, Glas-, Seife-,Segeltuch-, Eisen-, Pulver-, Leinwandfabriken, Garnspin-nerei, Handel mit Leinwand, Wollgarn, Salzfleisch, Butter,Leim !c., Gerberei, Glashütten, Lachssischerei.
Cornaline, heißen runde, durchsichtige Glaskorallenfür den afrikanischen Handel.
Cornado, eine kleine Rechnungsmünze in der spani-schen Prov. Navarra.
Corney, Maaß für trockene Waaren auf der InselCeylon.
0«ri»n eei>vi, s. Hirschhorn.
Coromandel, ein Küstenland in Vorderindien, sieheMadras und Pondichery.
Coronilla, wird häufig der Lscuäill» <ie Oro oderkleine goldene Piaster von 1 I'eso üuro oder harten PiasterWerth genannt, eine spanische sogenannte Provinzial-Goldmünze, welche noch verschiedene andere Beinamenführt.
Coroot, ein ostindisches Baumwollenzcug, was durchdie Holländer in den Handel kommt, und meist nach den afri-kanischen Küsten geht.
Corrent, s. Curant.
Korrespondenz, Briefwechsel, die schriftlicheUnterhaltung mit abwesenden Personen. Eine weitläufigeAnweisung zur Correspondenz ist nicht im Stande, einenguten Briefschreiber zu bilden, sondern ein gebildeter Um-gang, die aufmerksame Lektüre klassischer Schriftsteller unddie Nachahmung musterhafter Vorbilder sind es, welche al-lein vermittelst emsiger Aufmerksamkeit und Eifers zu jenerVollkommenheit führen. — Die Haupteigenschaften einerguten Schreibart (Stil) sind: Reinheit der Sprache,Sprachrichtigkeit, Bestimmtheit, Deutlich-keit und Ueblichkeit, verbunden mit der Gewandtheit,nicht gegen die Höflichkeit und die Achtung der Geschäfts-freunde zu verstoßen. Diese Bedingungen müssen deshalbangelegentlich in der Correspondenz beachtet werden, weildie entfernten Handelsfreunde sich selten persönlich kennen,und sich durch Briefe allein Mittheilungen machen überkaufmännische Angelegenheiten, um sich in Unternehmungen,Spekulationen, Preisbestimmungen, Einkäufen, Waarenbe-zug rc. danach richten zu können. Als Nebeneigenschaften,welche nicht in jedem Fall gefordert werden, sind zu nennen:Kürze, Würde, Wohllaut, Neuheit, Schmuck,Haltung. Diese Eigenschaften dürfen keinem Brief, auchnicht einem Geschäftsbrief fehlen.
Roch in der letztem Hälfte des vorigen Jahrhundertswar man in Deutschland so entblößt von allem Geschmackim Briefstil, daß man beim Durchlesen von Briefen, nament-lich aber kaufmännischen Briefen, aus jener Periode, inVersuchung kommt, die Zeit ihrer Abfassung um mehrereJahrhunderte weiter zurückzuschieben. Belege enthält G. G.Heynen'sdreihundertauserleseneKaufmanns-Briefe. Nürn-berg, 1749.
Geliert war es, der zuerst und mit Nachdruck gegenden barbarischen deutschen Briefstil auftrat, und welchemwir die Einführung einer geläuterten Sprache und eines
klaren, reinen Ausdrucks im Bereich dieser schriftlichen Auf-sätze zu danken haben, wozu er selbst durch seine Briefe, dienoch immer als Muster eines geschmackvollen Stils dastehen,den Weg bahnte. Wir empfehlen unsern Lesern die Lektüreseiner „Briefe, nebst einer praktischen Abhandlung über denguten Geschmack in Briefen. Leipzig 1779."
Unter Reinheit der Sprache versteht man (in derdeutschen Schreibart) die Wahl solcher Wörter und Redens-arten (Phrasen), welche der deutschen Sprache eigen sindoder das Bürgerrecht in derselben erlangt haben, und dieAnwendung solcher Ausdrücke, deren sich der gebildete Theildes deutschen Volks in Sprache und Schrift bedient. —Ersterer Bedingung zuwider läuft 1) der Gebrauch vonFremdwörtern (Barbarismen), d. h. von Wörtern ausder lateinischen, griechischen, französischen, englischen, italie-nischen rc. Sprache, für welche die deutsche Sprache völliggleichbedeutende Ausdrücke besitzt, z.B. animiren, assigniren,bonificiren, celebriren, decortiren, dubitiren, effectuiren,observiren, obteniren, occurriren, offeriren, prästiren,procu-riren, prohibiren, reftriren, reserviern, valediciren, Assigna-tion, Consideration, Differenz, Obligo, Opinion, Ristes,Route, anal currentis, Lumkio, co 8 t>, largo, Vota inojora.ko 8 t 8 criptuin, P088ato, proximo, Ultimo, a Vi 8 ta etc. Dochläßt es sich im kaufmännischen Briefstil nicht vermeiden,einzelne Ausdrücke aus fremden Sprachen, für die entwederdie deutsche Sprache keine vollkommen entsprechenden Wör-ter besitzt, oder die man ihrer Kürze wegen diesen vorzieht,beizubehalten, z. B.: Endossement, Giro, Protest, Rimesseoder Rimesse, endossiren, giriren, protestiren, remittiern rc.2) Der Gebrauch sprachwidrig gebildeter neuerAusdrücke (Neologismen), z. B. Erstigkeit (Priorität) rc.Die zweite Bedingung wird verletzt 1) durch dieAnwendunglandschaftlicher Ausdrücke (Provinzialismen), d. h.von Wörtern und Redensarten, welche nur von den Bewoh-nern einer einzelnen Landschaft unseres Vaterlandes im ge-meinen Leben gebraucht werden, z. B. Zelken (Zweig),machen (statt reisen) rc. 2) Durch den Gebrauch veral-teterWörterundRedensarten (Archaismen), z. B.absonderlich, alldieweil, dahero, derowegen, hinführo,benebst rc.
DieSprachrichtigkeit besteht in der Uebereinstim-mung der Schreibart mit den Regeln der Sprachlehre.Fehler gegen dieselben heißen grammatische oderSprachfehler. Die gewöhnlichsten der grammatischenFehler bestehen in Verstößen gegen die Wortsorm (z. B.jetzunder für jetzt), die Wortbedeutung (z. B. vor stattfür), die Wortbiegung (z. B. Herrens für Herren), dasWortgeschlecht (z. B. der Oel für das Oel), den Casus(z. B. ich besuchte ihr, statt: ich besuchte sie), die Wort-stellung (z. B. ich ersuche Sie gefälligst, mir das Bestelltebald zu senden, statt: ich ersuche Sie, mir das Bestellte ge-fälligst bald zu senden), die Satzbildung (z. B. ich ver-spreche Ihnen, daß, wenn Sie es wünschen, so werde ichIhnen denselben einsenden, für: ich verspreche Ihnen, daß,wenn Sie es wünschen, ich Ihnen denselben einsenden werde).Solche grammatische Fehler kann man nur vermöge einersorgfältigen Schulbildung vermeiden lernen.
Bestimmtheit ist diejenige Eigenschaft der schriftli-chen Darstellung, die einzelnen Gedanken durch die Worte