Danzig
639
Darlehn
Masten, Balken, Dielen, Planken, Breter und Nutzholzwerden nach englischem Fußmaaße verhandelt.
Selreisemaaß. Die große oder Malzlast — 90Scheffel, die Sack- oder Bäckerlast — 80 Scheffel, unddie Getreidelast — 60 Scheffel. Der jetzige Scheffelwird'in 4 Viertel a 4Metzen eingetheilt, und ist der berlinervon 2770,736 franz. Kubikzoll. Der alte danziger Scheffelenthält 2606>/2 franz. Kubikzoll. — Man kaust Getreidevon Speichern gegenwärtig noch nach der Schiffs lastvon 60 alten danz. Scheffeln, wobei man aber diese Schiffs-last 36>/2 berliner Scheffeln gleich rechnet und diese Bedin-gung im voraus feststellt.
Weinmaaß. Die Last hat 2 Fuder oder Faß,— 4 Bothoder Sektpipen, — 4«/z span. Weinpipen, — 8 Orhoft, —12 Ohm, — 48 Anker. — Der Anker hält 30 neue berlinerQuart. — Der Stoof, die Einheit des alten Weinmaaßcshält 86,277 franz. Kubikzoll, --- l'/i, preuß. Quart, —27>/z Stoof, — 1 preuß. Anker, 110 Stoof -- 1 Ohm.
Viermaaß. Die Last hat 6 Faß zu 2 Tonnen. DieTonne hält gesetzlich 100 berliner Quart. — Vom altenBiermaaß hat die T 0 nne 90 St 0 0 f, und der Stoof ent-hält 116 franz. Kubikzoll. — Das Zopen bier wird inkleinen Gebinden, den sogenannten Achteln versandt, 80— 1 Schiffslast, 1 Achtel — °/,<> Tonne, — 90 preußischeQuart.
tzandelsgemicht. Das jetzige hat das Schiffpfund3 Ctr. oder 330 Pfd.; man theilt es aber auch in 10 großeSteine ä 33 Pfd. und in 20 Liespfund ä 16>/z Pfd. ein.Der Centner hat 110 Pfd. oder 3 Stein ä 22 Pfd. DasPfund von 32 Loth ist das preußische. — Bom altenHandelsgewicht enthielt das Schiffpfund 3 Etr. oder 20Liespfund oder 320 Pfd. Der Eentncr wog 7>/2 Liespfd.oder 120 Pfd., der große Stein 33 Pfd., der kleineStein 22 Pfd. und das Liespfund 16>/z Pfund. DasPfund war 9046 holländ.As oder 434,689 tolerirte franz.Gramm schwer.
Äold- und Siibergmicht ist gegenwärtig das preußische.Beim Massiv-Draht ohne Seide wird das Pfund zu 24Loth gerechnet.
Verarbeitetes Silber ist in Danzig 12»/, bis 13Loth fein und trägt das Zeichen des danziger Doppelkreuzesunter einer Krone.
Das Salzmaaß ist bei Sendungen vom Auslande dieLast von 18 Meßtonnen oder 6000 preuß. Pfunden. BeimVerkauf (der Salzhandel ist bekanntlich Monopol der Re-gierung) wird das Salz in Tonnen zu netto 403 preuß.Pfd. verpackt. In eben dieser Packung kommt von Stettindas halle'sche und schönebeck'sche Salz hierher, und manrechnet dabei 8 Tonnen auf eine Schiffs last.
Mhgebriiuche:
Bei Schiffsbefrachtung rechnet man auf dieSchiffslast: Roggen, Buchweizen, Leinsaat 33>/2 Scheffel;Weizen 10 Proc. mehr, Erbsen 20 Proc. mehr als Roggen,Gerste 10 Pro . weniger, und Hafer 13 Proc. weniger alsRoggen. Die Last Roggen wiegt ohngefähr 8400 Pfd.
Der Verkauf der zählenden Güter geschieht nachfolgenden Bestimmungen:
Heringe, lüneburger Salz, Honig, Pech, Theer nachder Hast von 12 Tonnen. Eine Tonne Heringe hat 13Wahl zu 80 Stück, oder 1040 Stück Heringe.
Schottisches, französ. und span. Salz, lose im Schiff,nach der Last von 18 Tonnen.
Dasselbe, in Tonnen verpackt, nach der Last von 16Tonnen.
Ein Sechzig Wagenschoß hat 60 Hundert.
Ein Ring hat 2 kleine Hundert zu 2 Schock ->60 Stück.
Von Klappholz hält ein groß Hundert 12 Ringoder 48 Schock.
Ermeländisches Garn nach dem Schock zu 60 Stück d20 Gebinde, d 40 Draden. Doppelt genommen, hat derHaspel die Länge von 46 engl. Zoll, — 1«/, preuß. Ellen,und in der Weife mißt derselbe 3>/2 berliner Ellen.
Polnisches Hanf- oder Hemden-Garn nach dem Schockzu 4 Stück a 20 Ellen a 12 Gebind,
Uebrige Platzgebräuche beim Verkauf sind nach-stehende:
Waidasche nach der Tonne von circa 1 Schiffpfund;12 Tonnen rechnet man — 1 Schiffslast.
Polnisches Zink in Tafeln nach der Last von 4000 Pfd.
Getreide nach der Schiffslast von 36>/2 preuß. Scheffelin Thalern preuß. Curant. — Weizenmehl nach der Tonnevon 196 engl. Pfd. avoir ä. p., 20 Tonnen — 1 Last gerech-net, in Thalern preuß. Eur.; zuweilen auch nach der Lastvon 20 Faß in Pfd. Sterling.
Butter nach dem Liespfd. von 16>/2 Pfd. Eine TonneButter hält netto 16 Liespfd.
Hopfen, Pottasche, schwedisches Eisen und Stockfischnach dem Schiffpfund. Alaun, Blei, Färberröthe, Farbholz,Galmei, Gummi, Harz, Terpentin, Salpeter, Schwefel,Stahl, Zinn, Messingdraht, Weinstein rc. nach dem Ctr. —Kapern, Lorbeeren, Mandeln, Reis, Flachs, Hanf, Talg undWolle nach dem großen Stein von 33 Pfd.
Anis, Feigen, Rosinen, Jngber, Pfeffer, Galläpfel,Oel, getrocknete Pflaumen, Syrup, Zucker und andere Ma-terialwaaren nach dem kleinen Stein von 22 Pfd.
Beim Holzhandel: Pipen-, Orhoft-, Boden- undBranntweinstäbe, Klapp- und Franzholz, sichtene Dielennach dem Schock von 60 Stück. — Viereckige Balken nachdem englischen Quadratfuß, Splittholz nach dem Fade» von6 engl. Fuß Höhe und 6 engl. Fuß Breite, sichtene Mastennach dem engl. Fuß, eichenes Schiffsholz nach dem engl.Kubiksuß.
Beim Holz unterscheidet man im Handel drei Quali-täten. Die erste heißt Krön (nach dem Stempel so be-nannt), Brack(guterAusschuß)die zweite, Bracks Brack(Ausschuß) die dritte.
Vom Stabholz sind die Pipenstäbe 64 bis 68 englZoll lang, 4-/2 bis 6 engl. Zoll breit, 1-/- bis 3 engl. Zolldick; — die Branntwein- oder Tonnenstäbe 84 bis 88 englZoll lang, in Breite und Dicke den Pipenstäben gleich; —die Orhoftstäbe 42 bis 48 engl. Zoll lang, eben so breit unddick als die vorigen.
Darlehn, heißt der Vertrag, durch welchen Jemandeine Summe gangbaren Geldes oder irgend andere vertret«