Diamant
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Diamant
Stein durchgehe. Die grünlichen Steine schätzt man vor-züglich, auch die röthlichen sind sehr beliebt; die schwarzensind sehr hart, die gelblichen und grauen werden geringergeachtet. Die flachen und unregelmäßig geformten Steinelassen sich beim Schleifen nicht ohne großen Verlust so bear-beiten, daß sie viel Feuer zeigen. Am besten sind die Okta-eder, von den Steinschneidern Pint genannt, und die Rau-tendodckaeder; Erstere sind häufiger in Ostindien, Letztere inBrasilien. Käse steine werden die unförmlichen Diaman-ten genannt.
Der Werth der geschliffenen Diamanten wird beur-theilt 1) nach ihrcrFarbe. Am höchsten im Preise ste-hen die ganz farblosen Steine. Hierauf folgen die rothen,gelben, grünen und blauen. Die schwärzlichen, bräunlichen rc.werden wenig geachtet.
2) Nach ihrer Reinheit, Fehlerlosigkeitund Durchsichtigkeit. Nach den Kunstausdrücken derJuwclire dürfen die Diamanten keine Asche, graue Stellen,Flecken, Adern, Sprünge, Ritze, Federn, Wolken, Sand undKörner haben.
Wenn ein wafferheller Diamant ins Braune spielt, sosagt man: er zuckt. Die nicht ganz reinen und hellen Dia-manten nennt man gepanzert. In Hinsicht der Klarheitunterscheidet man Diamanten vom ersten Wasser, dievollkommen wasserhell sind und nicht den kleinsten Fehlerhaben; vom zweiten Wasser, solche die hie und datrübe Stellen, Wolken oder Federn zeigen; vom drittenWasser (couleurirte), die von grauer, gelber, brauner,grüner oder schwärzlicher Farbe, oder wafferhclle mit grö-ßer» Fehlern. Bei der Prüfung der Reinheit behaucht mandie Diamanten, wobei sie ihren Glanz auf kurze Zeit verlie-ren und das Auge nicht so blenden, so daß man ihre Fehlerum so leichter bemerkt. Man sieht es auch als ein Zeichender Güte an, wenn der Stein nach dem Behauchen sehrschnell wieder hell wird, denn ein unächter und weicherStein behält, wegen seiner nicht so reinen und festen Ober-fläche, die Feuchtigkeit weit länger. Die Indianer unter-suchen die Güte der Diamanten bei der Nacht; zu dem Endemachen sie ein viereckiges, einen Quadratfuß haltendes Lochin eine Wand, setzen eine Lampe mit einem dicken Dochthinein und halten den Diamant zwischen den Fingern gegenden Schimmer derselben.
3) Nach ihrem Schnitt. Sonst schliff man dieDiamanten nach ihrer natürlichen Form oder polirte auchwohl nur ihre Oktaederflächen und nannte dann diese SteineSPitzsteine, franz. poinles natives ou iazeauos, pierres äonature). Jetzt sind folgende Schleifformen in Gebrauch:1) der Brillant; 2) die Rosette; 3) der Tafelstein;
4) der Dickstein und endlich noch sogenannte Portrait-stein e (E a s k e n, B r i l l a n t g l a s). Je regelmäßiger dieSchleifung ist, desto höher steigt verhältnismäßig der Werth.Ein Karat schwerer Brillant kostet gewöhnlich mehr als dendoppelten Preis, wie ein roher Stein von gleichem Gewicht.Die Form hat auf den Preis den meisten Einfluß. EinBrillant ist theuerer als eine Rosette und diese hat wiedereinen höheren Werth, als Dick- und Tafelsteine, natürlichbei übrigens gleichen Verhältnissen. — Auch macht wiederdie Anzahl der Flächen beim Brillant einen unterschiedim Preis.
4) Nach ihrer Größe (Gewicht). Die größten ^und schönsten Diamanten nennt man llorangoas oder kiun-parells. Schwache Diamanten heißen diejenigen, die nichtdick sind; Karatgut solche, die unter einem Karat wiegen,wogegen die schwereren benannt werden z. B. vierkaratige,achtkaratige rc.
Wenn man den Werth eines Karates festgesetzt hat, sofindet man den des Steines aus folgende Weise. Man mul-tiplicirt das Gewicht des Steines mit sich selbst und alsdanndie erhaltene Summe mit dem Preis eines Karates. Willman z. B. den Werth eines Brillanten von 3 Karat Schwerewissen und man ist übereingekommen, daß ein Karat 40 Thlr.werth sei, so rechnet man, 3x3x40---360 Thlr. wird derStein kosten.
Es ist übrigens hierbei noch zu bemerken, daß man auf !diese Weise nicht immer genau den Werth bestimmen kann,besonders bei größer» Steinen, deren Gewicht mehr als 8oder 10 Karat beträgt. In mehrern Büchern findet manTabellen über die Preisbestimmung der Diamanten, diemeist von einander abweichend sind. Im Allgemeinen kannman beim Einkauf der Diamanten ohngcfähr folgende Anhal-tepunkte annehmen. Von den rohen Diamanten, welchezum Schnitt geeignet sind, wird das Karat mit 20 bis 24Gulden bezahlt. Beträgt das Gewicht mehr als ein Karat,so schätzt man den Stein nach dem Quadrat seines Gewich-tes und multiplicirt mit 22 Gulden, als dem Durchschnitts-preis. Ein kararigerDiamant erster Sorte kostet im Durchschnitt 88, ein dergleichen zweiter Sorte 63 Gulden.
Eine Rosette Ister Sorte, 1 Karat schwer 40 Gulden
- - 2ter - - - - 36 -
Tafelsteine.- - - 28 -
Brillanten, wovon 30 bis 33 Stück 1 Karat wiegen 44 Fl.
- - 20 - - - - 80 ?
- - 10 - - - - 78 -
- - 8--- - 70 -
- - 4 - - - - 72 -
Brillanten von 3 Grän Schwere sind gewöhnlich sehr
gesucht und werden zuweilen zu 100 Gulden per Karat be-zahlt. Dreikaratige Brillanten, die man gern zu Mittel-stücken in Colliers nimmt, steigen oft bis zu 800 Fl. per St.Rosetten zum Einsassen, wovon 40 und noch mehr Stückauf das Karat gehen, kosten d Karat 30 bis 40 Fl., größeresteigen bis zu 70 Fl.
Ein Karat roher Diamanten 14 bis 13 Stück, die abernicht zum Schleifen, sondern nur zum Glasschneiden ge-braucht werden können, gelten 20 bis 30 Fl. Noch geringereSorten ä 14 bis 18 Fl. per Karat dienen meist nur zuDiamantbord oder in die Werkzeuge der Siegelstecher,Steinschneider rc.
Bei der Untersuchung über dieAechtheit der Diamantenist immer die Härte das beste Kennzeichen. Die am häufig-sten vorkommenden Verfälschungen sind folgende:
1) Halbe Brillanten nennt man die Steine,welche nur nach oben die Form eines Brillanten haben undderen Unterkörper fehlt, oder auch solche, deren Untertheilaus einem andern Theil besteht und mit Mastix an das Ober-theil angekittet ist. Wenn man gefaßte Steine kauft, mußman auf diesen Betrug Acht haben.