Edelsteine
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Leünlnu-sli
bücher der Physik, so wie auf Blum's Taschenbuch der Edel-steinkunde. Bei dem Unterscheiden der Edelsteine nachFarben läßt sich durchaus nichts Bestimmtes angeben, dadiese bei einer und derselben Art oft sehr verschieden ist. Fastnoch schwieriger ist es, die Edelsteine nach ihrem Feuer(Glänze) zu erkennen, und es gehört hierzu sehr viel Uebung.Schon seit sehr langer Zeit ist man im Stande gewesen,sämmtliche Edelsteine durch künstliche Glasflüsse mehroder minder täuschend nachzuahmen; sie sind aber gewöhnlichdurch ihre geringere Härte und den weniger lebhaften Glanzzu erkennen (s. den Art. Glasflüsse). Die Edelsteinekommen sowohl roh als geschliffen in den Handel. Beiletzteren richtet sich der Preis zum großen Theil nach derForm, die sie beim Schleifen bekommen haben, denn diesehat einen nicht geringen Einfluß auf den Glanz und dieSchönheit. Die Formen, die den Steinen beim Schleifengegeben werde», sind sehr verschieden. Die Wahl derselbenrichtet sich auch zum Theil nach der natürlichen Beschaffen-heit derselben, und es gehört viel Uebung und Erfahrungdazu, dem zu bearbeitenden Steine die seiner Natur -.mmeisten entsprechende Form zu geben. Bei den Diamantenhat sich der Schleifer oft nach der ursprünglichen Gestalt desSteins zu richten, um bei dem geringsten Zeitaufwand sowenig Mühe und Abgang als möglich zu haben. Die ge-wöhnlich vorkommenden Schleifformen sind folgende: 1) derBrillant, der für den Diamanten günstigste Schnitt.Er besteht aus dem O berth eile (Oberkörper, Pavillon,Krone), welches nach der Fassung des Steines noch sichtbarbleibt, dem Untertheile (Cülasse), welches sich in derFassung befindet, und der Ru n d iste (Rand, Einfassung,Gürtel), an welcher der Stein im Kasten befestigt wird; sietrennt das Ober - und Untertheil von einander und ist zu-gleich die größte Durchschnittsfläche. Das Obertheil machtein Drittheil, das Untertheil zwei Drittheile der ganzenHöhe des Steines aus. Die Zahl der an der Krone befind-lichen Facetten ist verschiede»; nach ihr unterscheidet mandreifachen Brillant, zweifachen Br. (zweifachesGut) und englischen zweifachen Br. (zweifaches Gutmit Stern). — Diejenigen Steine, welche oben als Bril-lanten geschliffen sind und deren Untertheil fehlt, nennt manBrilloneten oder Halb brillanten. — 2) Die
Rosette (Rose, Rosenstein, Raute); sie ist unten flach undhat oben zwei Reihen dreiseitiger Facetten, von denen diean der Einfassung sitzenden Querfacetten, die übrigen, ineine Spitze auslaufenden, Stern-Facetten genannt werden.Dieser Schnitt wird den Steinen gewöhnlich dann gegeben,wenn sie im Verhältniß zu ihrer Tiefe zu gestreckt sind undsich nicht ohne großen Verlust zum Brillanten schleifen lie-ßen. 3) Der Tafel- oder Dünnstein ist oben und untenziemlich platt geschnitten und wirst wenig Glanz von sich.Den, obern Theile giebt man durch Abschleifen der Kantenan der Tafel 4 Flächen, wodurch 8 Facetten am Obertheilentstehen. 4) Der Dickstein hat die Form eines Quadrat-Oktaeders, dessen oberer Theil noch einmal so abgestumpftist als der untere, ö) Der Treppenschnitt hat stufen-förmig abnehmende Facetten. 6) Der ge m i s ch te Schnittentsteht aus der Zusammensetzung des Brillant - und desLrcppenschnitts, von welchen Ersterer am Obcrtheil ange-bracht ist. 7) Der Lafelschnitt hat eine Tafel mit einer
oder zwei Facetten im Umkreis und wird gewöhnlich beiSiegelsteinen angewendet. 8) Der muschlige oder mug-licbe Schnitt ist besonders günstig für halbdurchsichligeund für solche Steine, welche ein eigenthümliches Fcu ben-spiel, einen Lichtschein oder ein Jrisüen besitzen, indem da-durch das Licht mehr gesammelt wird und auf einem kleinernRaume spielt. Bei dieser Form wird der Stein entwederauf beiden Seiten, oder nur oben gewölbt geschnitten; imletzter» Fall bekommt er unten eine ebene Fläche. — Oftwird beim Fassen der Steine zu ihrer Verschönerung, beson-ders um die Farbe mehr zu heben, eine Folie untergelegt.Dies ist ein Blättchen von gefärbtem oder ungefärbtemMetallblech, meist Silber oder Kupfer, worauf die Farbenmit Hausenblase aufgetragen werden. Viele Steine mo.ocnohne Folie keine Wirkung. Nicht selten pflegt man die un-tere Flache der Steine auch nur zu färben, was besondersdie orientalischen Juwelire gut verstehen. Manche Steinekönnen durch die Hitze verschönert werden. So ertheilt manz. B. dem brasilianischen Topas durch Glühen eine sehr an-genehme blaßrothe Farbe. Luch der orientalische Karneolsoll seine schöne Farbe erst durch's Glühen erhalten. —Bein, Preise der Edelsteine lassen sich gewöhnlich keine fe-sten Normen zu Grunde legen, da er häufig von der Schön-heit, der Farbe, dem Feuer, der Fchlerlosigkeit und endlichder Liebhaberei abhängig ist, so daß sehr oft größere Steinebilliger zu kaufen sind als kleinere. Der V er ka u f ge-schieht gewöhnlich nach dem Gewicht, und man legt hierbeidie Karate und Grän zum Grunde. 72 Karat sind gleich>/is köln. Mark oder l Loth köln., und 4 Grän — l Karat.Früher war der Edelste in Handel von größerer Bedeu-tung als jetzt, wo derselbe sehr durch die Vervollkommnungund Verbreitung der künstlichen Steine (Glasflüsse) gelit-ten hat. Besonders stark war der Edelsteinhandel in Ostin-dien, wo allein Pegu jährlich für 100,000 Thlr. ausgeführthaben soll. Als man im Jahr 1728 auch in Brasilien Edel-steine fand, und zwar in solcher Menge, daß jährlich an20,000 Karat ausgeführt wurden, wurden sie wohlfeiler,und der Handel in Ostindien nahm etwas ab. In Europawird der stärkste Edelsteinhandel in London, Amsterdam undAntwerpen getrieben, wo auch die bedeutendsten Schleifereiensind. Außerdem sind ansehnliche Juwelenhandlungen inParis, Genf, Wien, Berlin, Hamburg, Dresden, Augs-burg rc.
Edelsteingewicht, s. Juwelengewicht undEdelsteine.
zrS», große und schöne Hauptstadt vonSchottland, am Frith of Forth, mit 190,000 Einw., reichan wissenschaftlichen und Bildungsanstalten, z. B. Univer-sität, See- und Militär-Akademie, und sehr betriebsam.Sie liefert Seife, Glas, Papier, Stärke, wollene und baum-wollene Waaren, Maschinenleinengarn, Tischzeug-Damast,Leder, Knöpfe, Stecknadeln, Kutschen, Uhren, Blech undMessing, Seidcnzeuge und Zucker. In 2000 Brauereienwird eine große Masse Whisky geliefert. Der Handel istvon großer Bedeutung und wird durch ein Handels- undManufaktur-Collcgium, Assekuranzgesellschaften, Bankenund Eisenbahnen nach Dalkcith und Newhaven befördert.Als Hafen Edinburghs gilt die nahe Stadt Lei th.