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Erster Band. A - G.
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Eisen — 674 — Eisen

Mangangehaltes wegen, beinahe schon mit zu den Mangan-erzen.

8) Der Gelbeisenstein, gelber Ocker, bricht mitdem Roth- und Brauneisenstein zusammen. Der gelbeTh on eisen stein ist ein Gemenge von gelbem Eisenockermit Thon undSand. Es gehören hierher auch die sogenann-ten Adler- oder Klappersteine und das Bohnenerz.

9) Der Raseneisenstcin, Wiesen - oder Smnpferz,franz. üer vxiü«: brau hmonoux, »moüomorois; engl. bogii'vll-oro, sevamp-oro, findet sich im Flötzgebirgc und im auf-geschwemmten Lande, in Thon, Sand rc. Er ist ein Erzeug-niß der jüngsten Zeit, und bildet sich noch fortwährend; erhat noch mehrere fremdartige Beimischungen. Das darauserhaltene Roheisen enthält Phosphoreisen, und das ausdiesem gewonnene gefrischte Eisen ist deshalb kaltbrüchig.

Unter den in der Natur in Menge vorkommenden Ei-sensalzen verdient der Eisengewinnung wegen Folgendeshier eine Erwähnung:

Der Spatheisenstein, kohlensaures Eisenorydul,Stahlstein, franz. bor coidonoti-; engl. tipurrz- mon-ore, ent-hält stets etwas kohlensaures Manganoxydul (von 1 bis 12Proc.); außerdem noch Kalk und Magnesia; der kuglige,nierförmige heißt Sphärosiderit. Er bricht auf Gän-gen und Lagern in mehreren Gebirgsformationcn; gewöhn-lich mit Brauneisenstein, Kupfer- und Eisenkies. Mangewinnt ihn in Schlesien, am Rhein, am Harz, in Hessen,Nassau, Steyermark, Körnchen, Baiern rc. DerthonigeSphärosiderit ist ein inniges Gemenge von Spakh-eisenstein mit Thon - und Kieselerde. Er bildet beträchtlicheFlötzlager in Oberschlesien, Frankreich, den Niederlanden,Seraing bei Lüttich, und vorzüglich in England. Dasmeiste englische Eisen wird aus diesem Erz erzeugt, welchessich dort in dem so weit verbreiteten Steinkohlengebirgefindet. Die Menge des Erzes, die mit wenig Mühe ver-knüpfte Gewinnung desselben und vornehmlich die in derNähe befindlichen Steinkohlen haben in England die bedeu-tende Eisenproduktion hervorgerufen und die niedern Preiseverursacht.

Was endlich diejenigen Erze betrifft, in denen das Eisenmit Schwefel verbunden vorkommt, so werden diese nichtzur Gewinnung des Eisens benutzt, da die gänzliche Be-freiung des Eisens vom Schwefel im Großen nicht ausführ-bar ist und ein Schwefelgehalt das Eisen rothbrüchig macht.Die Hauptanwendung des Schwefeleisens (Schwefelkieses)ist die zu Eisenvitriol und zum Gewinnen von Schwefel.

Die Gewinnung des Eisens aus den verschiede-nen Erzen macht einen der wichtigsten Theile des Hütten-wesens aus, den die Eisenhüttenkunde lehrt. Die Erzewerden gepocht, geröstet, geschmolzen rc. Wir verweisendiejenigen Leser, denen eine Belehrung über das gesammteEisenhüttenwesen wünschenswert!) ist, auf folgende Werke:Karsten's Handbuch der Eisenhüttenkunde. 3. ganz um-gearbeitete Aufl. Berün 1841. 8 Thle. mit einem Atlas.—Hartmann Lehrbuch der Eisenhüttenkunde, mit Atlas.Berlin 1833. Le-Blan: und Walter, prakt. Eisen-hüttenkunde oder Atlas der Maschinen, Apparate und Ge-zähe, welche jetzt bei der Roheisenerzeugung und Stabei-senfabrikation angewendet werden rc. nebst Supplementenund Atlas. Deutsch von Hartmann. Weimar 1837 ff. —

Prechtls tcchnolog. Encyclopädie. 3. Bd. Art. Eisen-hüttenkunde (von Hartmann). — Schubarth's techn.Chemie, 1. Bd.

Durch das erste Ausschmelzen wird ein Eisen erzeugt,welches den Namen Roheisen oder Gußeisen erhält.ES ist ein Gemisch von verschiedenen Quantitäten mit Koh-lenstoff verbundenen Eisens mit Mangan, Schwefel, Phos-phor, Kieselerde, Titon, Chrom; es wird theils zum Ver-frischen verwendet, um Stabeisen und Stahl aus ihn, zugewinnen, theils zu Gußwaaren verarbeitet. Es werdenhauptsächlich zwei Gattungen Roheisen unterschieden, näm-lich das weiße und das graue; beide sind nicht nur durchihre Farbe, sondern auch durch ihre übrigen Eigcnschafte»verschieden von einander. Das weiße hat im Zustande dervollkommensten Ausbildung eine silberweiße Farbe mit sehrstarkem Glanz und spiegelnden Flächen; man nennt es daherauch Spiegeleisen (Spiegelfloß) und, wegen seiner Be-nutzung zu Stahl, R o h stah leisen. Wenn die Farbeins Bläuliche und Bläulichgraue übergeht, und nur „ochein strahlig-faseriges Gefüge sich zeigt, so entsteht diejenigeAbart des weißen Roheisens, welche man blumiges Floß,blumiges Eisen nennen kann, sie bildet sich am häufigstennur in Verbindung mit den, grauen Roheisen. Eine dritte,am häufigsten vorkommende Abart ist das grelle Roheisen,Weiß eisen. Die weiße Farbe hat viel Grau beigemischt;man bemerkt aus der Bruchflächc kein bestimmtes Gefüge,diese hat große Aehnlichkeic mit der eines löcherigen Käse.Nimmt die weiße Farbe noch mehr ab, so daß sie ins Bläu-lichweiße übergeht, fangen die Bruchslächen a» zackig zuwerden und zeigen sich viele Zwischenräume, so ist dadurchein eigenes Roheisen charakterisirt, welches weder zu demweißen, dem man es gewöhnlich beizählt, noch zu demgrauen zu rechnen ist, das luckige Floß. — Diese ver-schiedenen Abarten des weißen Roheisens gehen so in ein-ander über, daß es oft schwer wird, dieselben genau zu be-stimmen. Das sogenannte weißgraue Roheisen steht inder Mitte zwischen dem Spiegel- und blumigen Floß.Das graue Roheisen zeigt alle Farbenabstufungen zwischendem dunkelsten Schwarz und lichten Grau, so daß man nichtselten an einem Stück mehrere Nuancen von Grau bemerkenkann. Nicht selten kommen beide Roheisenarten in einemStück vor und zwar entweder in besonderen Lagen (strei-figes Roheisen) oder das eine in die Masse des andern zer-streut, so daß in dem grauen sich Pünktchen vom weißen undso umgekehrt zeigen, halbirtes Roheisen. — Dasgraue Roheisen ist weit weniger hart als das weiße; je mehrdas graue dunkel fällt, desto leichter läßt es sich bearbeiten,drehen, feilen, bohren, was aber um so weniger möglichist, je lichter grau die Farbe erscheint. Die Härte des weißenRoheisens ist so groß, daß es in Glas schneidet und von derbesten englischen Feile nicht angegriffen wird; die Härte desSpiegeleisens übertrifft die des härtesten Stahls. Man hatdas weiße Roheisen daher auch Hartsloß und das graueWeichfloß genannt. — Das Roheisen wird auch, inso-fern man es zum Gießen verschiedenartiger Gegenständeanwendet, Gußeisen, franz. tonte; engl. taunärx iron,genannt. Die Kunst des Eisengießens ist noch gar nichtsehr alt. Da man wohl annehmen kann, daß eiserne Ku-geln, Granaten und ander« Kriegsmunition die ersten Ge-