689
Essigäther
Esthland
Essigäther, Essignaphtha, Aber acetigus, isteine farblose, höchst angenehm riechende und lieblich äthe-risch schmeckende Flüssigkeit, die mit einer gelblichen Flammebrennt und essigsaure Dämpfe entwickelt. Sein spezif. Ge-wicht ist 0,866. Bei 60" R. kommt er zum Sieden. BeimVerdunsten erzeugt er bedeutende Kälte. Er löst sich in 8Theilen Wasser und in jedem Verhältniß in Alkohol undAether auf. Man kann ihn auf verschiedene Weise dar-stellen; am besten, wenn man Weinalkohol mit essigsauremNatron oder essigs. Bleioxyd (Bleizucker) und concentrirtcrSchwefelsäure mischt und dann destillirt. Die Verhältnissehierbei sind 20 Theile essigs. Bleioxyd, 10 Th. Alkohol und11'/- Th. Schwefelsäure. Das Destillat wird hernach nochmit Kalilauge geschüttelt, um anhängende Säuren und Al-kohol vom Aether zu scheiden, der Letztere über Magnesiaund Kohlenpulver rectisicirt. — Gebrauch: Als Arznei-mittel, zu Räuchereffenzen rc. Sowohl die chemischen Fa-briken, als Apotheken liefern den Essigäther, dessen Anwen-dung im Allgemeinen nur beschränkt ist. In der neuestenZeit (1846) ist er als ein Mittel zur Einathmung empfoh-len worden und angewendet, um bei schmerzhaften chirur-gischen Operationen das körperliche Gefühl zu betäuben undeine Art Berauschung zu erzeugen; indessen ist dieser Ge-brauch häufig mit Gefahr für die Gesundheit verbunden.
Essigsäure, äciäe »ceiigue; dcstillirter Essig,Vinaigre clesoilö; concentrirter Essig, Viaaigre concen-ire. Zu mehreren Anwendungen in der Technologie undPharmacie ist der gewöhnliche Essig weder rein noch starkgenug. Um den Essig zu reinigen, destillirt man ihn mitKohlenpulver. Diesen destillirten Essig kann man durch dieKälte noch mehr concentriren, weil ein Theil des darin ent-haltenen Wassers friert. Derselbe wird häufig unter demNamen Essigsäure verkauft. Auch aus essigsauren Salzen,z. B. Bleizucker, Grünspan, essigsaurem Natron -c. gewinntman Essigsäure. Gebrauch: Als Riechmittel, zum Theilnoch mit andern Substanzen (Nelken-, Lavendel-, Citro-nen-, Bergamott- und Thymianöl) vermischt; ferner zurDarstellung essigsaurer Salze und in der Arzneikunde.
Essitozoll, Ausgangszoll, s. Zoll.
Esslingen, Stadt in Würtemberg, Neckarkreis, amNeckar, mit 7000 Einw., Realschule, Tuchmanufaktur,mechanischer Woll - und Baumwollspinnerei, Bleiche, Gold-und Silberwaarenfabrik, optischen und mechanischen Werk-stätten, Wein-, Obst- und Gartenbau.
Estado, spanisches Längenmaaß.
Esthland, ist eine der russischen Ostsee-Provinzen,am finischen Meerbusen; 330 QM., mit 200,000 Einw.,zwischen Liefland, dem Guvernem. St. Petersburg und demMeer. Die Esthen sind ein sinisches Volk; ihre Hauptbe-schäftigung ist Ackerbau, Viehzucht nebst Fischerei. Hauptstadtist R e v a l.
Münzen und llechnung jetzt wie in St. - Petersbur g.— Früher recyncte man nach Reichsthalern zu 64Mitten; 1 Rubel -- 1'/« Rthlr., ---- lO Griwen,80 Mitten, — 100 Kopeken. Die Mitten wareine alte Silbcrmünze.
Maaße und Gewichte sind seit 1843 gesetzlich die rus-sischen. Die alten waren:
I.
bimgenmaaße. DieElle hat4Quartier,---238,303franz. Linien, — 0,8378 Meter, — 0,8037 preuß. Ellen,
— 0,7838 ruff. Arschinen. — Die Weber-Elle ist —282,13 franz. Linien, — 0,3688 Meter, — 0,8329 preuß.Ellen, — 0,7998 ruff. Arschinen.
Der Fuß hat 12 Zoll und ist die halbe Elle, —119,1 franz. Linien, — 0,2687 Meter, — 0,8860 preu-ßische, — 0,8818 russische oder englische Fuß.
Der Faden oder die Klaster hat 6 Fuß.
Der Eisen-Faden hat 88,4 engl. Zoll, — 2,2483franz. Meter, — 7,1340 preußische, — 7,3667 ruff. oderengl. Fuß.
DieMeileder Ostseeprovinzen hält gesetzlich 7ruff. Werst oder 24800 ruff. oder engl. Fuß.
/eldmaaße. Die esthländische Tonnstelle ent-hält (seit 1802 gesetzlich) 3 Loo (stellen, 1 Loofstelle 10Geviert-Stangen, — 22,800 ruff. oder engl. QFuß, ---0,19133 ruff. Deffätin, — 20,9024 franz. Aren, — 0,8187preuß. Morgen.— 1 Tonnstelle — 0,87398 ruff. Des-sätin, — 67,800 engl. Q-Fuß, — 62,7073 franz. Aren —2,4860 preuß. Morgen. — Bei Landvermeffungcn ist auchder Kubjas-Schritt gebräuchlich, und — 3 ruff. oderengl. Fuß, — 403,3423 paris. Linien; — 3 Kubjas-Schritt
— 1 Stange, — 18 ruff. oder engl. Fuß, —4,87192Meter.
Ein altes, ursprünglich schwedisches und noch bei deresthländischen Kredit-Kasse (s. Banken) gebräuchlichesFeldmaaß ist der Haken, dessen garantirter Werth in denvon der erwähnten Kasse garantirten Landgütern 3000 Sil-ber-Rubel ist. Er wird angenommen zu 24 Tonnen (Tonn-stellen) Acker mit 100 Schiffpfund oder zu 20 Tonnen Ackermit 128 Schiffpfund, oder 16 Tonnen Acker mit 180 Schiff-pfund a 2 Saden Heu. 1 Sade — 10 Gristen, oder 200revalsche Pfd. Der Strandhaken beträgt die Hälftedes Landhakens.
Gctreidemaaße. Die Last hat 24 Tonnen d 3 Loof,s 3 Kulmit -I 12 Stoof. Das Loof enthält 2889,9 engl.Kubikzoll, — 2139,4301 franz. Kubikzoll, — 0,4244Hekto-liter, — 0,77213 preuß. Scheffel, — 0,2023 ruff. Tschkt-wert, --- 0,6901 wiener Metzen.
Die LastLeinsaathat12 Tonnen a 3 Loof. Ebensodie Last Kalk. Die Salztonne hat 4 Loof. Die Lastlüneburger Salz hat 12 Tonnen, die Last Seesalz18 Tonnen.
Mssigkeitsmaaße. Das Orhoft Wein hat l>/z Ohmoder 6 Anker » 32 Stoof ä 4 Quartier. Das Faß Bieroder Branntwein hat 130 Stoof. — Das Stoof ent-hält 71,83 ruff. oder engl. Kubikzoll, — 89,34 franz. Ku-bikzoll, — 1,1787 Liter, — 1,0279 preuß. Quart, —0,937 ruff. Kruschki, — 0,8317 wiener Maaß. — ImHandel rechnet man gewöhnlich 130 revaler Stoof (derInhalt eines Fasses Branntwein) — 12>-/, ruff. Wedro. —Das StoofOel wiegt circa 2'/^ hiesige Pfund.
Gewicht. Das Schiffpfund hat 20 Liespfund i> 20Pfund, oder 400 Pfund. Die Tonnehat 2 Centner a 120Pfund. Das Pfund hat 32 Loth, ä 4 Quentchen. DasPfund Handels- und Silbergewicht wiegt 6641,838 eng-lische Troy-Grän --- 430,369 franz. Gramm -- 8937,27
87