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Erster Band. A - G.
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Freiwillige Anleihen

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Fukda

Freiwillige Anleihen heißen diejenigen, welche einStaat auf dem Wege freiwilliger Uebereinkunfc abschließt,im Gegensatz der Zwangsanleihen.

Friedrichsd'or, eine preußische Goldmünze.

Fristen bei Wechseln, s. Respekttage, Sicht-wechsel und Wechsel.

Fuang, Rechnungsmünze, Gold- und Sil-be r g e w i ch t in Siam, s. Bangkok.

Fuchs, ehemalige berg ische Kupfer-Scheidemünze.

Fuchsfelle, franz. poaux äs renarcl; engl. ?ox slclns;tal. llelli üi volpo, sind nicht nur die Felle des gemeinenFuchses, Louis vulpos, sondern noch mehrerer anderer Arten.1) Die Felle des gemeinen Fuchses, der in Polen, Preu-ßen, Schweden, Norwegen, Ungarn und vorzüglich in Ruß-land in Menge angetroffen wird, unterscheidet man nachder Farbe, nämlich rothe, röthliche, grauliche undgelbbraune. Sie werden auf den Messen zu Frank-furt a. d. O. und Leipzig pr. Stück mit 12 Gr. bis 2 Thlr.bezahlt, je nach dem Begehr und der Güte. 2) Dieblauen Fuchsfelle kommen von dem in den Polarge-genden lebenden Stcinfuchs, Lonis Logupus, aus dem nörd-lichen Rußland, namentlich Sibirien, in den Handel undgehören zu dem kostbarsten Pelzwcrk. Im Jahr 181!» kostetein Wien das Stück 200 Fl., gewöhnlich 8 bis 13 Thlr. DieFarbe des Steinfuchses ändert sich mehrmals im Jahr; imDecember ist sie blaugrau, das Haar lang und fein, weshalbman um diese Zeit die Thiere am liebsten tödtct. Gewöhn-lich haben die Steinfüchse ein weißes Fell, und dieses kommtdann 3) unter dem Namen weißes Fuchsfell in denHandel. Hiervon liefert besonders Spitzbergen und Nova-Semlja viel. Im Werth steht es der vorigen Sorte bedeu-tend nach, von i/z bis 4 Thlr. pr. Stück. Im Septemberhat der Steinsuchs einen schwärzlichbraunen Rücken miteinem Querstrich. Die Felle aus dieser Jahreszeit sind4) die Kreuz-Fuchs seile, die meist aus Nord-Amerikakommen und in Deutschland mit 3 bis 18 Thalern bezahltwerden. 3) Die schwarzen Fuchsfelle, von Lonis I.;--eoon, der in Sibirien, Kamtschatka, auf den aleutischcnInseln, so wie in Labrador und den Hudsousbailändern lebt,sind ein nicht,sehr häufiges und ein sehr kostbares russischesPelzwerk. Man unterscheidet dunkelschwarze, rufstSevvockiscklu, lichtschwarze, llrosnoäuseblü, und sil-berscheinende, lleloäuscklci. Bei den letzteren habendie Spitzen der Haare einen Silberschcin. In Rußlandpflegen die Pelzhändler von jedem Fuchsfell folgende 8 Sor-ten zu machen: ->) Bozaz, den ^/, Spannen breiten und1 Spanne langen Theil vom Halse des Thieres, der zu Aus-schlägen benutzt wird; b) Djilgawa, das jenem zunächstunter dem Halse sitzende Stück, welches sehr geschätzt wird;c) Nase, die Bauch- und Seitenstücke; ä) Sirt, dieRückenstücke; «) Tilki patschussi und Kafassi, dieTheile vom Kopf und von den Füßen. Die letztere Sortewird am geringsten geschätzt. Nordamerika führt vonder Hudsonsbai und Canada viele Fuchsfclle und Schwänzeaus. Bon dort kommen 6) die rothen virginischenFuchsfelle, die feinhaarig, goldgelber und feuriger als diegewöhnlichen sind. Diese kosten in Leipzig l'/z, 4 bis6 Thlr. pr. Stück. 7) Geringer sind die Gries - Fuchs -

feile aus Canada; röthlichgrau mit weißen Spitzen, stär-kerem Haar und kleiner als die vorigen. 8) Diekleinentartarischen, engl. Xmlox, haben einen blaugrauen,fahlen Rücken, nach den Seiten gelblich, auf dem Bauchweißlich mit wolligem Haar. Die Fuchsfclle, welche vonden ostasiatischen Inseln, Küsten und Gegenden kommen,werden großentheils in Kiachta an die Chinesen verkauft;auch über Petersburg, Archangel und Taganrog werdenviele ausgeführt. Polen liefert viele gelbbraune Fuchsfclle,Grönland graue; die blauen dagegen liefert nur Rußland.Außerdem liefern noch manche andere Länder Fuchsfclle: soz. B. die Schweiz gelbe, wovon viel nach der Türkei geht.In Slavonien werden vonEssek aus in Busche» zu lOStück,und in Taurien von Kaffa und Perekop Fuchsfelle ver-sandt.

Fuddea, Doppel-Pica, Kupfer-Scheidemünzein Bombay.

Fudder, englisches Bleigewicht.

Fuder (Fuhre) 1) ein Flüssigkeitsmaaß, vor-züglich für Wein, in Deutschland, der Schweiz, Dänemarkund Schweden; 2) ein Getreidemaaß in einigen deut-schen Gegenden; — deren Größe man unter den verschiede-nen Orten angegeben findet. — Bergl. i>. Art. Char.

Fuldir, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz inKurheffen, am gleichnamigen Fluß, mit 0600 Einw., Sal-peter - und Porzellanfabriken , Woll - und Leinweberei,Schönfärberei, Roth - und Wcißgerberei, Handwcrksschule.

Man rechnet nach Gulden zu 60 Kreuzern a 4Pfennige, im 24>/2-Guldcnfuß, den Kronenthalerzu 2 Fl. 42 Kr. In gewissen Gegenden dieser Prov. wirdauch, wie in Kassel, nach Thalern Cur., früher zu 24 gGr.,jetzt zu 30 Silbcrgr., a 12 Pf. im 14-Thalerfuß gerechnet.

Wirklich geprägte Münzen des GroßherzogthumsFulda sind:

In Gold: Ganze und Halbe Carolinen.

In Silber: Conventions-Speciesthaler,Gulden, Stücke zu 20 und 10 Kreuzern, sämmtlich imConventions-20-Guldcnfuß, und als Scheidemünze:Stücke zu 3 und 1 Kreuzer.

Im Curs richtet man sich nach Frankfurt a. M.

Maaße und Vmüchle.

kängenmaaß. Der Fuß oder Schuh hat 12 Zollund ist 123,4 franz. Linien oder 0,28288 Meter,— 0,98323kasseler Fuß. 12 Fuß machen eine Ruthe aus, wird aberin 10 Dccimalfuß b 10 Decimalzoll eingetheilt. Beim Bau-wesen und den Gewerkcn bedient man sich gewöhnlich desnürnberger Schuhes. — Die Elle ist gesetzmäßig2 fuldaische Schuh lang, und entbält daher 230,8 franz.Linien, --- 0,36876 Meter, -- 0,99186 kasseler Elle.

Heldniaaß. Der Morgen hat 160 Quadrat-Ru-then zu 144 fuld. Quadrat-Schuh, also 18,437franz. Aren; ein Tagewerk 2 Morgen; eine Hufe30 Morgen.

Vremchalzmaaß. Die Klafter ist 6 frankst Schuhhoch und eben so breit; die Klobenlänge beträgt in der Regel4 frankfurter Schuh. Die Klafter enthält daher 144 frankstKubikschuh oder 3,32 franz. Stercn.

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