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Erster Band. A - G.
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Gold

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Gold geschlagenes

Beim Gewicht bedient man sich auch des ostindischenCandy zu 20 Maunds -> 24 Rattels oder Mcdidas. DerMaund wiegt 24^/, Pfund engt. avoiräupois, der Candyalso 493 Pfund engl. avuirdugois — 224,33 franz. Kilo-gramm.— Der Bahar ist — li'/z portugies. Quintales.Auch Getreide und Reis werde» mit dem Eandy gewo-gen, dessen Rauminhalt ohngefähr — 14 alten engl. Win-chester Bushels oder 4,93 franz. Hektoliter ist.

Gold, franz. Or; engl. 6olä; ital. Oro; lat. Xurum,das bekannte hochgelbe Metall, das edelste, nicht nur wegenseiner Seltenheit, sondern hauptsächlich seiner Eigenschaftenwegen, wodurch es sich vor allen andern Metallen aus-zeichnet. Es ist nämlich feuerbeständig, d. h. beim Schmel-zen verflüchtigt es sich nicht, wie z. B. Quecksilber rc., ver-wandelt sich auch nicht in Oxyd (Metallkalk) wie das Blei,sondern bleibt, man mag es noch so lange im geschmolzenenZustande erhalten, stets unverändert. Auch wird es vonden wenigsten Säuren angegriffen. Seine Auflösung ver-mag nur das Königswasser, eine Zusammensetzung vonSalpetersäure (Scheidewaffer) und Salzsäure, zu bewirken.Der Name Königswasser rührt daher, weil durch dasselbedas Gold, der König der Metalle, wie die Alten es tauften,aufgelöst wird. hange Zeit galt das Gold auch für denschwersten Körper: sein spezif. Gewicht — 19,2 bis 19,4,d. h. das Gold ist 19>/z mal so schwer als Wasser; als manaber das Platina entdeckte, so fand man, daß dieses MetallI noch schwerer sei, da sein spezif. Gewicht circa 2i beträgt.An Dehnbarkeit kommt dem Gold kein anderes Metallgleich; es läßt sich zu den dünnsten Blättchen ausschlagen(Flittergold, geschlagenes Gold); mit einem Dukaten sollman einen Reiter sammt dem Pferd bedecken können, wennman ihn zu feinen Blättchen schlägt. Seine Härte istgeringer als die des Eisens, Silbers und Kupfers.

Die Hauptfundorte des Goldes sind Ungarn, Sieben-bürgen, Salzburg, Piemont, Irland, Schweden, Sibirien(am Ural und Altai), Afrika (Kordofan, a» der Westküstezwischen der Mündung des Senegal und dem Palmen-Bor-gebirge, auf der Südostküste der Insel Madagaskar gegen-über), Amerika (Brasilien, Chile, Neu-Granada, Mejico,Gcorgia, Rorth- und South-Carolina, Virginia, Tennessee),Japan, die Insel Formosa, Zeylon, Java, Sumatra, Bor-nes, die Philippinen-Jnseln rc. Das reinste Gold im Na-turzustände ist das aus Neu-Granada bei Giron, welches23»/, Karat, also 99 Proc. enthält; das von Antioquia hat20 Karat, das von Choco 21 Karat, das afrikanische imGoldstaube 22'^ Karat. Der Feingehalt des Goldes ist anden verschiedenen Fundorten so gleichmäßig, daß es dem^ Goldhändler genügt, den Fundort des Goldes zu wissen,um auch den Feingehalt desselben zu kennen. Verarbeitetwird das Gold nicht rein, sondern stets mit Silber oder Ku-, pfer, oder mit beiden Metallen zugleich legirt, um zu denMünzen, Geräthen, Barren, Schmucksachcn rc. gebrauchtzu werden. Da sich nun nach dem Grade des Feingehaltsder Werth und Preis der Goldwaaren und auch der Gold-münzen richtet, so hat man Kennzeichen nöthig, wodurchder Feingehalt desselben sich bestimmen läßt. Die gewöhn-lichste Methode ist die mit den Probirsteinen. Man streichtnämlich das zu prüfende Gold darauf ab und vergleicht nundie gelbe Farbe desselben mit den sogenannten Probirnadeln,

die aus den verschiedenen Legirungen bestehen. Diese Probeist übrigens durchaus keine genaue, sondern nur .ine ober-flächliche, da oftmals durch Cämentation oder andere Be-handlung die Oberfläche einer Goldwaare feinhaltiger ist alsihr Inneres. Gewöhnlich benetzt man den Goldstrich aufden Probirsteinen auch mit Salpetersäure (Scheidewasser),und beurtheilt nach dem Grade, in welchem dadurch etwasvon dem Metallstrich weggefressen wird, die Reinheit desGoldes, denn bekanntlich löst das Scheidewasser nur dasSilber und Kupfer auf und läßt das Gold zurück. DiePrüfung des Goldes nach seinem spezifischen Gewicht ist nochweniger genau, und läßt sich auch nicht einmal immer an-wenden. Ganz genau kann man den Feingehalt nur aufchemischem Wege durch Schmelzen, Probiren auf der Ka-pelle, ermitteln. Das Gewicht zur Bestimmung des Fein-gehalts des Goldes ist das Karat (s. ebd.).

Der Gebrauch des Goldes ist außer zu Münzen, Gerä-then, Schmuck, Knöpfen noch mannigfach. So wird es zudünnen Blättchen geschlagen, weil es das dehnbarste Metallist; zu Draht und zu vielerlei Posamentirwaaren, beson-ders mit Seide zusammen, verarbeitet; zu verschiedenerVergoldung von Silber-, Kupfer-, Tombak- und Eisen-stücken. Bei den goldenen so wie vergoldeten Waaren sindder Glanz oder die Mattigkeit und die Farbe (roth, gelb,lebhafte Goldfarbe) des Stückes wesentlich. Die Vergol-dung im Feuer ist die dauerhafteste. Ihr bedeutend nachsteht an Dauerhaftigkeit die ch e m isch e V e rg o ld u n g mitätherischer Goldsolution. Diese wird besonders zur Ver-goldung der Nähnadelöhren rc. angewandt. Die kalteVergoldung geschieht durch Goldpulver, das mit einemnassen Kork auf das zu vergoldende Metallstück aufgetragenund polirt wird. Die Vergoldung auf nassem Wegeist eine sehr in Aufnahme gekommene neue Erfindung, welchedurch ihre allgemeinere Anwendbarkeit die ebenfalls neueVergoldung aus galvanischem Wege übertrifft. —Bei den Goldwaaren muß man also auf deren Feingehaltund Farbe, und bei vergoldeten Waaren auf die Art derVergoldung achten.

Golddralit wird sowohl aus reinem Gold als ausvergoldetem Silber gezogen. Der erstere heißt auch massi-ver Golddraht und der letztere vergoldeter Silber-draht. Nach der Form unterscheidet man runden,flachen oder platten (Platt- oder Lahndraht,Goldlahn), dreieckigen rc. Massiver Golddraht wirdwenig gebraucht, dagegen häufiger der blos vergoldete Drahtzu Bijouteriewaaren, Stickereien, Quasten rc. In Deursch-land liefern besonders Wien und Prag diesen A.. kel, inFrankreich Paris, Lyon undBo rdeaux, und in ItalienVenedig, Mailand und Genua.

Gold, geschlagenes, Blattgold, heißt das zumVergolden (für die Buchbinder rc.) dienende, in die dünnstenBlättchen geschlagene Gold. Es wird dazu nur sehr reinesGold genommen, da nur dieses sich zu ganz dünnen Blätt-chen ausdehnen läßt; bei den geringern Sorten setzt manKupfer und Silber (in der Regel '/,s von beiden; beim pa-riser aber blos Silber) zu. Das Blattgold wird auf fol-gende Art fabrizirt. Zuerst gießt man eine Art von Aain(d. i, eine dünne linealartige Platte), welche durch eiserne

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