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Zweiter Band. H - Z.
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Aus allen diesen Thatsachen, vergleicht man dieselbe»,ergiebk sich wohl mit ziemlicher Gewißheit, daß die Heringesich wahrscheinlich eine Zeitlang in der Tiefe der hohen Seeaufhalten, aber zur Laichzeit sich aus der Tiefe den Küstennähern, wie dies auch die Fische in den Leichen und Seenzu thun pflegen. Deshalb zeigt sich auch um diese Zeit derWalisisch an der Küste (von Norwegen). Dadurch entstehendie Züge der Fische. Sie laichen sowohl an der Küste vonGroßbritannien und Irland, als auch an der von Skandi-navien und Amerika. Die gewöhnliche Meinung, daß sienur zu einer Zeit im Jahr laichen, ist falsch. ES ist viel-mehr ausgemacht, daß sie im Frühjahr, im Sommer undgegen den Winter, ja selbst den ganzen Winter noch laichen;worin «der diese Verschiedenheit oder die Länge oder Fort-dauer der Laichzeit ihren Grund habe, ist noch nicht ermit-Indem sie beim Laichen den Sand aufrühren und ihrSame sich viit dem Wasser vermischt, wird die See trübe,"Nd man sieht viele Schuppen umherschwimmcn; da wer-s«n auch die Fischer ihre Netze aus. Die Eier sollen kurze^--il Nach dem Legen auskommen, und man sieht dann beilarem Wasser an den Küsten eine ungeheure Masse kleinerS'sche wimmeln, die auch wohl tief in die Baien und Flüsse

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UAchen. Später gehen sie, ungewohnt des süßen Was-Die ^ offene See und wachsen dann erst ordentlich,lahrung des Herings besteht in animalischen Sub-namentlich Crustaceen (Oniscus inarinus konnanl),urmern und Insekten; auch sollen sie ihre eigene Brüta//(Pennant). Er ist sehr weichlich, und stirbt,d^ dm Wasser gezogen, sogleich; nach Pennant, wegenbleib der Kiemendeckel, die so leicht offen stehen

^ Der Fang der Heringe wird schon seit beinahe 700fuhren betrieben, und war schon im Jahre 1370 so bevcu-b" , daß die Deutschen durch denselben 10 Millionen gc-.°"»en haben sollen. Im Jahre 1667 sollen allein aus^°Uand und Westfriesland mehr als 800,000 Leute mit derbtingßssschxrri beschäftigt gewesen sein. Scherzweise pflegtauch wohl zu sagen, Amsterdam sei auf Heringsgräten

gebaut.

Daß der Fang der Heringe leicht sei, geht schon daraus^"dor, daß sie sich in so außerordentlicher Menge finden, sodaß man sie geradezu schöpfen kann. Die HeringsfischereiSflchieht zwar von verschiedenen Nationen an ihren eigenenKüsten; allein der starke Fang ist doch vornehmlich im sch o t-d'schen Meer bei den Inseln Orkney und Shetland, wosich die Heringe gegen den 8ten oder lOtcn Juni in unglaub-sicher Menge einsinden. Die ältesten Heringsfänger.sind, soman Nachricht hat, die Strandbcwohner von Schott-^ovd, welche ehemals ihre eigene Gilde und Fischergesell-schaft hatten. In der Ostsee fängt man die Heringe vor-züglich mit einem Stellnetze, welches von den Fischern^stanze genannt wird. Die Manze ist etwa 36 Klafter langund ohngefähr 1>/a Klafter tief, jede Masche so weit, daßeim straff angezogenen Netze 14 bis 16 Knoten auf einenrheinländ. Fuß gehen. Das Netz ist oben mit einer nur 24Klafter langen Leine durchzogen, geschüttet nach der Fstcher-ßprache, woran an der einen Seite Holzklötzche», Flotten»der Fleeden genannt, und an der andern Seite Steine be-sistigt sind, so daß man das Netz dadurch tiefer oder flacher

stellen kann, weil der Hering nicht immer in gleicher Höhe,und vorzüglich in mondhellen Nächten tiefer schwimmt. In-dem nu» die Trageflotten nach oben, die Steine aber nach un-ten ziehen, spannt sich das Netz aus einander und bekommt dieStellung einer Mauer, in deren Maschenlöchern der Heringhängenbleibt. Eine andere Art der Fischerei ist die vermittelsteines Zuggarns, wie es auf Strömen und Landseen im Ge-brauch ist. Das Garn wird vom Lande ab durch ein Bootin die See gebracht und vermittelst mehrerer, zusammen an300 Klafter langen Leinen an jeder Seite nach dem Landezurückgezogen, wo der Hering dann im Sacke des Garns ge-fangen bleibt. Die englische Art der Heringssischerei, dieauch bei andern Nationen üblich ist, hat mehrere Vorzügevor der in der Ostsee. Die dazu gebrauchten Mauzen sindaus doppeltem feinem Hanf gemacht und bedürfen nicht derSteinbelastung, weil sie sich durch ihre eigene Schwere sen-ken. An 30 und mehr dieser Manzcn werden beim Gebrauchzusammengebunden und mit einem großen, oft zehn Last tra-genden Segelboote in die See gebracht. Das Boot ist auchnur mit 4 oder 3 Fischern besetzt, welche das Fahrzeug durcheine passende Stellung der Segel zum Treiben bringen (anden Wind legen), die Netze nach und nach über Bord schie-ßen und die ganze Netzreihe in die See Hinaustreiben, indemsich das Boot vom Orte des Anfangs immer mehr entfernt,die Netze aber in der See stehen bleiben. Ist dies geschehen,so macht man alle Segel fest, hält das eine Ende der Netz-leine (hier ein stärkeres Tau), um den Mast des Bootesgeschlagen, zurück, und erwartet, wenig treibend, die andernManzen. Das Boot liegt dabei, wie vor seinem Anker, mitder Spitze dem Winde entgegen, welcher es hinten auszu-setzen strebt. Die vor dem Vordertheile in einer langen,geraden Reihe schwimmenden Netze hindern dies indeß durchihren Widerstand im Wasser, und beide einander entgegenwirkende Kräfte müssen also die Maschen besser ausgespannthalten, als dies zwischen fest liegenden Ankern möglich ist.Die gehörig stattfindende Ausspannung der Maschen abergiebt, unter sonst gleichen Umständen, allemal einen bessernFang.

Der gefangene Hering wird entweder frisch ver-braucht, geräuchert, marinirt oder gesalzen. Nurim gesalzenen Zustande hält er sich lange. Das Sal-zen geschieht auf folgende Weise: der Hering wird, gleichnachdem er aus den Netzen genommen ist, gekehlt; eine Ar-beit, die nie rasch genug beendigt sein kann. Beim Aus-schneiden ist alles geronnene Blut sorgfältig zu entfernen,Samen und Schuppen des Fisches muß man jedoch möglichstzu erhalten suchen. Der Hering wird dann in Gefäße ge-schüttet und sogleich mit Salz vermischt. Dichte Kasten sindhierzu am besten. Hat man viel und gute Lake von schongesalzenen Heringen, dann kann diese statt des Salzes ge-braucht werden. So besprengt, mag der Hering allenfallsüber Nacht liegen bleiben, wenn es an Arbeitern fehlt; besseraber ist es immer, ihn so schnell als möglich in die zu seinerAufnahme bestimmten Tonnen zu packen. Man macht hier-bei gleich den Anfang, so wie der Fisch aus den Händen derFischer in die der Salzer übergeht, und jeder Aufenthalt istnachtheilig für die Erhaltung und den Wohlgeschmack desFisches. Zuerst wird der untere Boden der Tonnen mitSalz besprengt, und dann der Fisch, den Rücken nach unten,

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