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Zweiter Band. H - Z.
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Hirschhorn — 81 — Hohenzollern

Haare. Beide Arten werden von den Weißgerbern sämischgarzubereitet, und besonders zu Beinkleidern, Handschuhen,Degenkuppeln rc. verbraucht. Da sie häufig von Insektendurchbohrt werden, so hat man beim Einkauf vorzüglichdarauf zu sehen, daß sie nicht durchlöchert sind. Berkauftwerden sie nach dem Stück; der Preis richtet sich dabei nachder Größe und dem Gewicht. Bon den Häuten des virg i-"'schcn Hirsches führen Canada und die Vereinigten-Staaten von Nordamerika viel aus. Sie werden am mei-geschätzt und stark verbraucht, namentlich über Livtr-p°°l, London, Antwerpen, Hamburg, Bremen bezogen. EsEvwnrrn auch Hirschhäute aus dem westlichen Afrika undOstindien in den Handel. Die Hirschhaare werden vonSattlern -c. zum Auspolstern verbraucht.

Hirschhorn. Unter diesem Namen bringt man die

Hirschgeweihe in den Handel. Sie dienen vorzüglichru Griffe Messer, Gabeln, Hirschfänger und zu man-"i"lei Drechslerarbeiten. Die jungen, noch weichen Ge-heißx„ Hirschkolben; man benutzt sie zum Ein-ten von Gallerte und Gelee. Die bei der Bearbeitungenden Späne werden als geraspeltes Hirschhorn (lat.

abfall

thekern

cornu ccrvl) verkauft und vorzüglich von den Apo-und chemischen Fabrikanten zur Bereitung von

'rschhrrngeist,Hirsch Hornöl,Hirschhornsalz

Der Hirschhorngeist ist gelbbraun, rectifizirtin d ^ weingelb, später bräunlich, und verflüchtigt sichbr Wärme ganz. Präparirtes Hirschhorn, c. c. ppt.,geb o ^ Maeparmum, ist das zu feinem Pulver gemahlene;

ranntes Hirschhorn das verkohlte, welches wie Bein-und'^-^""^ und weiß gebrannt besonders zum PutzenGlätten des Silbers angewandt wird. Ungarn, Däne-und Tyrol führen viel Hirschgeweihe aus. Sie sindb ° besser, je dichter und fester die Masse ist, und nichtIm Handel sucht man mit Erfolg das Gewicht,ode-^ "ö'EH verkauft werden, durch Liegen im Kellern

.. ^Eren feuchten Orten zu vergrößern, während diesustelte Mehrgewicht durch trockene Lagerung wieder ver-°ren geht.

Hirschhvx„tzs, stinkendes Thierol, französisch'o so corne <Ic cert; engl. Ilarlskorn oil, im rectisizirtenustande Dippel's Oel genannt; wurde früher vorzugs-^urch trockene Destillation des Hirschhorns, jetzt aber-w aus andern thierischen Theilen, als Nebenprodukt ge-ounen, so ^ B. hei der Darstellung von Knochenkohle,^"rukohle, Fleisch - und Blutkohle. Das Oel, welches bei^ Destillation zuerst übergeht, ist gelb und dünnflüssig,aber während der Arbeit immer dunkler und dicker,^lctzt braunschwarz, thcerartig und schwerer als Wasser,überwirft man das Flüssigere nochmals einer Destillation? reetisizirt dann das Produkt über Wasser, so erhält mandünnflüssiges Oel, das sogenannte Dippel'sche Oel.wses jst farblos, leichter als Wasser, höchst flüchtig, vonverträgliche,,, Gestank, wird durch Licht, so wie durch LustE gelb, braun und dickflüssiger, löst sich sehr wenig inasier, aber leicht j» Alkohol, Acthcr, ätherischen und fettenauf, wird durch concentrirte Mincralsäuren zersetzt,bildet mit Aetzkali ein seifenartiges Gemisch. — An-Endung: Als Heilmittel, ferner zur Vertreibung lästigerInsekten rc.

Hirschhornsalz, stanz. 8ol üö corno llö cert; englisch8alt ok karisdvrn; lat. 8al volalllo cornu ccrvl, ist ein kohlen-saures Ammoniak, welches noch thierisch brenzliche Ocltheileenthält, da es als Nebenprodukt bei der trocknen Destillationdes Hirschhorns oder der Knochen gewonnen wird. Gerei-nigt wird es durch Sublimation über Kreide. Gutes Hirsch-hornsalz muß trocken sein, weißlich, aber nicht schneeweißaussehen und einen durchdringend flüchtigen, erquickenden,etwas empyreumatischen, aber nicht stinkenden und widrigenGeruch haben. Mit der Zeit wird es gelblich-braun. Mangebraucht es in der Arzneikunde, auch zur Darstellung vonSalmiak und bei der Bereitung von Ammoniakalaun.

Hirse, stanz, und engl. Illillet; ital. llliglw, ist dasSamenkorn mehrerer zu der Gattung des Fennichs (I'om-cum) gehörigen Grasartcn, das zu Speisen benutzt wird.Von diesen werden besonders angebaut der gemeine Hir-sen fenn ich, llanicum mlllaceum I.., und der welscheFenn ich, ?. iiallcum. Von der ersteren Art hat man 2Varietäten, die mit schwarzer und die mit gelber Schale.Das Samenkorn ist rundlich, mit einem mehligen Kern, voneiner etwas harten Schale umgeben. In den Handel kommtdie Hirse meist entschält. Man benutzt sie vorzüglich zuBrei, Backwerk und als Vogelfutter. Viel wird auch zurSchiffsverproviantirung gebraucht, und geht nach England,Holland und Frankreich. Am Rhein, in Oesterreich (Mäh-ren und Kärnthen), Sachsen, Schlesien, Baiern, Baden,Italien, Frankreich, Spanien, Polen und Rußland rc.wird die Hirse angebaut. Die Mohrhirse ist der Samevon zwei zu einer andern Gattung gehörigen Pflanzen,nämlich von dergemeinen und zuckerigenKafferhirse,8orgnumvulgäre und 8. soccluiroluin; weit größer als die gemeineHirse, wächst in Ostindien wild und wird in Süd-Europaangebaut. Man bäckt aus dem Samenmchl Brod.

Hoed, niederländ. Steinkohlcnmaaß.

Hof, Stadt in Barern, Ober-Franken, an der Saale,mit 8300 Einw., Haupt-Zollamt, Landwirthschafts- undGewcrbsschule, Farben-, Tuch-, Leinwand- und Baum-wollfabrikcn, mehrere Mahl-, Oel- und Walkmühlen, einigeBierbrauereien, Getreidebau und Viehzucht, Transito-Han-del; Marmorbrüche und Eisenbergwcrke.

Rechnung, Münzen, Maaße und Semchte wie in ganzBaiern.

Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, zwei Fürstenthümer in Deutschland, imO. N. W. von Würtemberg, und weiter W. und S. vonBaden umgeben, sind durch die Hart und rauhe Alp, so wieim RW. durch Ausläufer des Schwarzwaldes gebirgig, abervon fruchtbare» Thälern durchschnitten, und werden im R.vom Neckar und dessen Nebenflüssen Glatt, Eyach undStar-zel, im S. von der Donau und deren Nebenfl. Schmiech,Lauchart und Ablach durchfloffen. Naturprodukte sind vielGetreide, Rindvieh (viel Mastvieh zur Ausfuhr), Holz,Eisen. Die Industrie beschäftigt sich mit Flachs-, Baum-woll- und Wollspinnerei nebst Weberei, Eitzn- und Glas-fabrikation, und Holzwaaren (im Kilterthal). Beide Für-stenthümer gehören seit 1829 zum deutschen Zollverein,und traten am 28. Febr. 1838 zu der süddeutschen Münz-Convention. Hohenzollern-Hechingen, das nördl.,umfaßt ö°/, O.M. mit 20,000 Ew. in 1 Stadt, 3 Flecken,

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