Höker
82
Holz
18Dörfernrc.; Hohenzollern-Hcchingen, das südl. vonbeiden, umfaßt 17>/,o QM. mit 42,000 Ew. in 6 Städten,6 Flecken, 74 Dörfern, 42 Weilern rc., davon einige En-claven in Baden liegen. Die Hauptstadt dort ist Hechln-gen, hier Sigmaringen.
Münzen und üechnnng.
Man rechnet nach Gulden zu 60 Kreuzern b 4 Pfen-nige bis 1838 im 24-Guldenfuß, seitdem gesetzmäßig im24>/2-Guldenfuß, rechnete aber früher (bis 1838) den Kroncnthalerzu 2 Gulden 42 Kreuzer, so daß dies ein 24»/j-Guldenfußwar. Bis zu dieser Zeit wurden Münzen in Hechln gennicht geprägt; es cirkulirten Kroncnthaler, 20- und 10-Kreuzerstücke CM., und die Scheidemünzen der Nachbar-länder. — In Hohenzollern-Sigmaringen wur-den bis 1838 geprägt:
In Gold: Karolinen, gesetzmäßig 18>/2 Karat sein,24 Stück auf die köln. Bruttomark; Ducaten, nach demReichsfuß, 23 Karat 8 Grän fein, 67 Stück auf die Brutto-mark.
In Silber: Conventions-Speciesthaler, gesetzmäßig8>/z Stück auf die köln. Bruttomark zu 13>/s Loth fein,also 10 Stück aus der Mark fein Silber; — 24-Kreuzer-stücke, 60 Stück aus der köln. Mark fein Silber; — 12-Kreuzerstücke, 120 Stück aus der köln. Mark fein Silber.
— Den Reichsthaler rechnet man zu 1'/2 Gulden, den Gul-den zu 10 Sechsern, den Sechser zu 2 Groschen, den Gro-schen zu 3 Kreuzern.
Die Maaße und Gewichte sind
in Hohenzollcrn-Hechingen sehr verschieden. Ge-treidemaaß ist der Scheffel zu 8 Viertel, das Viertel
— 22,0386 Liter, und der Scheffel — 0,003726 wür-temb. Scheffel. — In Hohenzollern-Sigmaringensind durch Verordnung vom 6. Juli 1823 die würtemberg.Maaße und Gewichte eingeführt.
Höker, nennt man im Ällgemeinen Victualienhänd-ler; sowohl diejenigen, welche ihr Geschäft in einem Lade»betreiben, als auch die, welche auf offener Straße Obst, Ge-müse rc. feilhalten. Sie haben keine kaufmännischen Rechte.
Holland, s. Niederlande.
Höllenstein, tat. üapis mlernalis; franz. Pierre in-lernale; engl. I.unar caustie). Der Höllenstein ist geschmol-zenes und in runde, sederkieldicke Stängelchen geformtes,salpetersaures Silberoxyd, welches man durch Auf-lösen von feinem Silber in Salpetersäure erhält. MitPhosphor zusammen geschlagen, detonirt der Höllensteinheftig, verpufft auf glühenden Kohlen und zerstört thierischeGebilde, welche er erst weiß und dann schwarz färbt. Vondieser Eigenschaft, die in der Chirurgie zum Beizen vonWunden benutzt wird, rührt auch der Name her. Man ge-braucht den Höllenstein außerdem auch in der Chemie alsdas wichtigste Reagens auf Salzsäure und auf den Gehaltan Chlor in Chlormetallen ; ferner zur Bereitung von Chlor-silber, zum Färben der Haare, zum Zeichnen der Wäsche(chemische Zeichen dinte, unzerstörbare Dinte; franz.encro inileliblo; engl. imleliblo or marbinx inlc). Der Höl-lenstein wird zwar an dem Licht grau oder schwarz; wenner aber eine grünliche Färbung zeigt, so deutet dies aufeinen Kupfergehalt. Er wird in den Apotheken und chemi-schen Fabriken bereitet.
Hollunder, Flieder, franz. 8nroou; engl. üblerDer gemeine oder schwarze Hollunderba um (Flic-dcrbaum), 8aml,ucus uigra l.., liefert in den Arzneiwaarcn-handel die Blüthen (Holler- oder Hollunderblüthen, kla-res Lambuci) und Beeren (llaccae 8c»»buci). Beide sindallgemein bekannt und schon seit den ältesten Zeiten alsHausmittel angewandt. Aus den Beeren, die man auchzum Rothfärben des Weins gebraucht, wird ein Mus(I!oodSambuci) bereitet, welches als ein schweißtreibendes Mittel,wie die getrocknete in Milch gekochte Blüthe, von vorzüg-licher Wirkung ist. In den meisten Gegenden Deutschlandswächst der Hollunder häufig, und der Bedarf der Apothekenwird meistens von den in der Nähe wohnenden Landleutengeliefert. Die Blüthen wie die Beeren werden frisch auch zuSpeisen bereitet.
Hollundcrscliwamm, Judasohr, kungus 8on>-buci, ist ein becherförmiger, gewundener Schwamm, dersich im Frühjahr häufig an alten Hollunderstämmen undandern Bäumen zeigt und der früher als Arzneimittel ange-wandt wurde.
Holm bedeutet im Niederdeutschen eigentlich einenHügel, dann auch eine Insel (vorzüglich in Flüssen undSeen), endlich aber auch einen Platz an der Seeküste,auf welchem Schiffe gebaut werden. Der Ausdruck Schiffs-Holm ist daher gleichbedeutend mit Schiffswerft.
Holstein, ein deutsches, mit Dänemark vereinigtesHerzogthum, 133V« QM. groß mit 483,000 Einw., SW.durch die Elbe von Hannover, und N. durch die Eidcr undden Eider-Canal von Schleswig geschieden, grenzt NO.an Lauenburg, Lübeck und Mecklenburg, stößt W. an dieNordsee (Westsec) und O. an die Ostsee. Die Nebenflüsseder Elbe sind die Stör, der Rhin, die Krückaue, Pinnaue,Alster, Bille; in die Nordsee fließt die Miele, in die Ostseedie Trave, in den kieler Hafen die Schwentine. Außerdemgiebt es noch viele andere Bäche, Aue genannt, und bedeu-tende Seen, z. B. der Plöner-, Seelenter-, Grubcr-, We-sten-, Flemhudcr rc. Hauptbetrieb ist die Landwirthschaft,nämlich Getreidebau, Rindvieh-, Pferde- und Schweine-zucht; der Gewerbebetrieb befriedigt nur das Bedürfniß desLandes außer einigen Fabriken für Tabak, Oel, Wachstuch,Buntpapier, Leder, Amidan, den Zuckerrafsinerien, Grau-pen- und Grützmühlen rc. Das Land durchschneidet eineEisenbahn von Altona nach Kiel, mit den beiden Zweig-bahnen: Elmshorn - Glückstadt und Neumünster-Rends-burg, wodurch die bedeutenderen Städte des Landes ver-bunden sind, ausgenommen Jtzehöe, Wüster, Brunsbüttel,Melders, Lütjenburg, Oldenburg, Neustadt, Ahrensböeck,Segeberg, Oldesloh. Durch den schleswig-holstcinschen Ca-nal fuhren im Jahr 1846 überhaupt 4019 Schiffe, davonwaren 2290 dänische, 674 hannoversche, 144 schwedische,37 preußische rc. — Das Uebrige s. Dänemark.
Holz. Man unterscheidet im Handel im Allgemeinendie verschiedenen Holzarten hauptsächlich nach ihrem Ge-brauch, und hat hiernach 1) Brennholz; 2) Nutzholz;3) Bau- oder Zimmerholz; 4) Farbehölzer. Diewichtigeren Holzarten, namentlich die für den Handel sointeressanten Farbehölzer, findet man in diesem Werkunter ihren besondern Namen behandelt. Hier soll nur der