Band 
Zweiter Band. H - Z.
Seite
55
JPEG-Download
 

85

Homburg vor dcr Höhe

Honig

Mannigfaltigkeit werden Kinderspielsachen gemacht. DieHolzarbeiten werden gewöhnlich von den Verfertigen» anZwischenhändler, sogenannte Verleger, verkauft, welche siedann im Großen wieder verhandeln. Schon seit 200 Jah-ren verfertigt man im sächsischen Erzgebirge in den OrtenSeifen, Nicderscifcnbach, Einsiedel, Deutsch - Neudorf rc.Spiclwaarcn aller Art, namentlich die zu Weihnachts-geschenken so beliebten Häuser, Festungen, beweglichen undunbeweglichen Figuren, mit und ohne Musik, Puppengcräth-schaften, Kisten, Schachteln -c. Von allen diesen SachenScheu jährlich Tausende von Dutzende» unter dem NamenSeifen er Spielzeug in die Welt. Die sogenanntenVerleger (Aufkäufer) bringen ihre Waaren nach Leipzig,Nürnberg, Hamburg, von wo aus dieselben nach Rußland,dem südlichen Europa, Amerika und Ostindien versandt wer-den. Wieder andere Orte im Erzgebirge, z. B. Grünhai-nichen, liefern hölzerne Teller, Schaufeln, Mulden undandere Gegenstände zum ökonomischen Gebrauch. In denschlesischen Gebirgsgegenden werden eine Menge geringermusikalischer Instrumente, so wie geschnitzte und gedrechselteSpielwaaren verfertigt. Zu Sonnenberg im Mciningischen,am Thüringer Walde, so wie in dcr Umgegend, werden dieverschiedenartigsten Hvlzwaaren gemacht, mit denen eben-falls ein ausgedehnter Handel getrieben wird. In Baiernist besonders Berchtesgaden im Jsarkreisr wegen seiner Holz-waareufabrikation berühmt. Auch muß Nürnberg erwähntwerden, dessen hölzerne Spiclwaaren (Nürnberger Waaren)sch°n seit langer Zeit in aller Welt bekannt sind; sie gehenUicht nur nach Ost- und Westindicn, sondern selbst über dasausfische Asien nach China. Uebrigens wird das Wenigstev°n den nürnberger Waaren, zu denen die aus Blei gegos-senen Soldaten, Dampfwagen rc. gehören, in Nürnbergstlbst gemacht, sondern in den oben angeführten Orten Gro-ben, Berchtesgaden, Sonnenberg, Geislingcn ic. Auch inbcr Schweiz werden in neuerer Zeit eine Menge hierher ge-hörige Artikel gemacht. In Tyrol zeichnet sich seit etwa*00 Jahren das Grödener Thal durch den merkwürdigenGewerbfleiß seiner Bewohner aus, welche eine solche MasseHalzwaarc» aller Art verfertigen und einen so starken undausgedehnten Handel damit treiben, daß sie selbst Niedcr-iagen ihrer Artikel in Trieft und Venedig, in Barcelona,Eadir, Lissabon, Philadelphia, so wie in Leipzig und Nürn-berg, errichtet haben. Auch beziehen sie die meisten Messen.

Homburg vor der Höhe, Hauptstadt dcr gleich-namigen Landgrafschaft Hesse» - Homburg und Residenz desLandgrafen, mit einem Schloß und Forstinstitut, 4600 Ew.,vorzüglichen Mineralquellen, deren Wasser versandt undauch in dem hiesigen Bad gebraucht wird.

Stadt und bedeutender Handelsplatz fürdas Binnenland in Ncu-Granada, im nördl. Süd-Amerika,Deport. Cundinamarca, links am Magdalcna, wo der Gualieinmündet; in der Nähe die Goldminen von Mariquita;4800 Einw.

Hondcrt, altes niederländisches Maaß für grobesSeesalz.

ist ein Staat der Bundesstaaten inMittel-Amerika, der zwischen Guatemala W., NicaraguaO., San-Salvador und Nicaragua S., im N. an die Hon-duras-Bai stößt; ohngefähr 1100 QM. groß mit 166,000

Einw. Er umschließt ein weites Thal zwischen zwei Ge-birgsgruppen der großen Andes-Kette, das sich vom große»bis zum atlantischen Ozean erstreckt, und sowohl dorthin alshierher von Flüssen durchflosscn wird. Das Klima istfeucht, heiß und sehr veränderlich. Die Produkte sind Far-behölzer, Mahagoni rc., Mais, Reis, Baumwolle, Honig,Wachs, Gold, Silber. Häfen sind Trujillo, Omou, Ca-ballos rc. — Honduras heißt auch das Land am SOst-Ende des mcjicanischen Staats Pucatan an der Honduras-Bai, welches den Engländern zum Holzfällen (Campcche-,Mahagoni-, Eisen-, Cedern-Holz rc.) eingeräumt ist. Einanderer Ausfuhr-Artikel ist Indigo. Die Hauptstadt istB a l i z c.

Huiitteiii-, Seestadt in Frankreich, Deport. Cal-vados, links an der Mündung der Seine, mit 10,000 Ew.,einem sehr besuchten Hafen, besonders von englischen, schwe-dischen, dänischen und norwegischen Schiffen, beträchtlichemHandel mit nordischem Schiffbauholz, englischen Steinkoh-len, Wein, Cider, Lebcnsmitteln, bedeutendem Kabliaufangauf der New-Foundlandsbank, Entrepot für Waaren undSalz, Branntweinfabriken, Auckerraffincricn, berühmtenBrauereien, Fabriken für chemische Produkte, Bitriolöl,Soda, Oel, Leder, Schiffszwieback, Gerbereien, Spitzenklöp-pelei, Schiffbau, Handels-Tribunal, Zollamt, Seebäder;Hafenzeit 0 St. 18 Min.

Honig, franz. Kiel; engl. llonev; ital. ölolo, der be-kannte, zuckersüße, gelbe und später bräunlich werdendeSaft, dcr sich in den Zellen der Bienen findet und welchendiese Thiere aus den Honigbehältnissen vieler Blüthen sau-gen, um ihn alsdann in den Zellen wieder von sich zu geben.Nach der Verschiedenheit des Blumensaftes und dcr Naturder Bienen, in deren Leibe er verarbeitet wird, ist der Honigsowohl an Farbe und Geruch, als an Güte verschieden.Die wilden oder Waldbienen, welche man besondersin den großen russischen, preußischen, gallizischen, ungari-schen und einigen deutschen Waldungen, so wie in einigenGegenden der Türkei häufig findet, sind etwas rauher,schwärzer und dicker als unsere zahmen Honigbienen oderImmen, und nisten in hohlen Bäumen oder in Höhlen unterder Erde, lassen sich aber leicht zähmen. In manchen Ge-genden, deren natürliche Beschaffenheit das Fortkommen die-ser Insekten begünstigt, sucht man auch durch Anlegung be-quemer, mit Schutz gegen die Witterung versehener Woh-nungen (oder Beuten), die wilden Bienen in den Wald-bäumen anzulocken, und nennt dies die Waldbienen-zucht, die hie und da mit Vortheil betrieben wird, da siewenig Wartung erfordert. In vielen Gegenden wird aberdie Zucht der zahmen Bienen von den Landleuten mit gro-ßem Fleiß und vieler Sorgfalt betrieben, und gehört in üb-rigens günstigen Verhältnissen zu den einträglichsten Zwei-gen dcr Landwirthschaft. Herr v. Ehrenfels, Besitzer v«n1000 Bienenstöcken, rechnet von 130 Stöcke» einen reinenGewinn von 1000 Fl. In neueren Zeiten wird die Bienen-zucht an manchen Orten so sehr vernachlässigt, daß z. B.Baiern mehr als 1 Will. Fl. für Honig und Wachs inSAusland schickt. In Deutschland ist zur Zeit die Bienen-zucht nur noch in Westphalen, am Rhein, im Lüncburgi-schen, Würtemberg, Hannover, in der Oberlausitz und etwa