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Zweiter Band. H - Z.
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Jndig

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Jndig

Horden in einem Trockenhaus langsam getrocknet, alle 2 bis3 Tage gewendet; während des Trocknens seht sich leicht einweißer Anflug an, welcher abgebürstet wird. Hie und da,besonders auf der Küste Koromandel, läßt man die Jndigo-würsel schwitzen, um die im Innern verhaltenen Wasser-theile herauszutreiben. Nach 3 Monaten sind sie dann tro-cken, hart und zur Ausfuhr geeignet.

2)DarstellungdesJndigsausgetrocknetenBlättern. Man trocknet die reifen Pflanzen 2 Tage langim Sonnenschein und bewahrt sie in Magazinen auf. Diefrisch getrockneten Blätter müssen ohne Flecke sein und sichzwischen den Fingern leicht zerreiben lassen. Im getrockne-ten Zustande erleiden die Blätter innerhalb 4 Wochen einematerielle Veränderung; die schön grüne Farbe derselben ver-wandelt sich in ein lichtes Bleigrau, und bevor diese Farben-veränderung nicht eingetreten, geben dieBlätter kein Pigmentans Wasser ab, dagegen die möglichst größte Menge, wenndie blcigraue Farbe sich zeigt; später nimmt die Menge derAusbeute immer mehr ab.

Das Verfahren, aus den trocknen Blättern Jndig zubereiten, ist einfach. Man weicht dieselben mit einer kmalgrößer« Waffermenge ein, und läßt sie, einige Mal um-gerührt, 2 Stunden lang weichen. Dann wird das schöngrüne Wasser in die Schlagküpe abgezapft. Läßt man eslänger über den Blättern stehen, so schlägt sich der Jndignieder und wird dadurch verloren. Heißes Wasser, welchesEinige empfohlen huben, ist nicht nöthig.

Der Indigo hat eine dunkelblaue, ins Violette undPurpurne stechende Farbe, ist geruch - und geschmacklos,nimmt durch Reiben mit einem glatten, harten Körper,z. B. dem Fingernagel, einen Kupferglanz (Feuer genannt)an. Zuweilen ist er leichter, zuweilen auch schwerer alsWasser, was sowohl von fremden Beimengungen, als auchvon der Behandlungsweise des Teigs beim Kochen, Pressenund Trocknen abhängt. In Wasser, kaltem Alkohol,Acther, Salzsäure, verdünnter Schwefelsäure, kaltenätherischen und fetten Oelen ist der Jndig unlöslich. Sie-dender Alkohol löst den Färbstoff des Jndigs auf, läßt ihnaber beim Erkalten wieder fallen. Das wahre Auflösungs-mittel für den Jndig ist die concentrirte (sogenannte nord-häuser) Schwefelsäure (Vitriolvl).

Da der Werth des Jndigs allein von dem darin ent-haltenen blauen Farbstoff abhängt, so hat man in neuererZeit mehrere Mittel ausfindig gemacht, um diesen zu bestim-men, da man beim Einkauf sich nicht immer blos nach denäußern Kennzeichen (Farve, Glanz, Härte, Reinheit derSubstanz im Innern, Leichtigkeit oder Schwere, Form derStücke rc.) richten kann. Die frühere Methode, mittelstChlorwasser zu sehen, wie schnell der Farbstoff zerstört wird,ist durchaus nicht genau, und wir wollen hier daher nur dievon Pugh vorgeschlagene und von Berzelius verbessertePrüfungsmcthvde des Jndigs mittheilen, die zwar aller-dings weitläufiger, aber auch viel zuverlässiger ist. Eswerden nämlich iOO Gran fein gepulverter Jndig und eben-soviel frisch gebrannter Marmor abgewogen, desgleichen200 Loth Regcnwasscr in einem Maaßglas abgemessen; manlöscht mit diesem Wasser den Kalk, reibt den Jndig mitWasser und Kalkhydrat auf einem Reibstein sorgsam undschüttet dann den Brei in eine Flasche, spült ihn mit Wasser

ab, damit nichts verloren gehe, und fügt das klebrige hinzu.Darauf digerirt man die Flüssigkeit bei 80 bis 90» Cels. imWasser- oder Sandbad mehrere Stunden lang, wobei dasJndigbraun mit dem Kalk eine unauflösliche Verbindung ein-geht ; ein Zusatz von 200 Gran frisch bereitetem reinem Eisen-vitriol bedingt die Reduction des Jndigoblaucs. Nachdemdie Flüssigkeit in der gut verschlossenen Flasche sich geklärthat und erkaltet ist, zieht man von derselben 30 Loth klareAuflösung mittelst eines Hebers ab, setzt etwas Salzsäurehinzu, um den Kalk in Auflösung zu erhalten, und läßt denreducirte» Jndig sich an der Luft oxydircn und niederschla-gen. Hat sich der Riedcrschlag abgesetzt, so wird derselbeauf einem gewogenen Filtrum gesammelt, abgewaschcn, bei100» getrocknet, gewogen und das Gewicht des Niedcrschlagsmit 4 multiplicirt, so erhält man die Gewichtsprocente des,im angewendeten Jndig enthaltenen Jndigblaues. DiesePrüfungsmethode giebt ein weit richtigeres Resultat, als alleandern, obschon ein geringer Verlust an Jndigblau nichtvermieden werden kann und daher der Inhalt um ein Ge-ringes zu niedrig ausfällt.

Im Allgemeinen kann man annehmen, daß der Jndigum so besser ist, je geringer sein spezifisches Gewicht, jelockerer er also ist. Die Lockerheit hängt aber wieder mitder Farbe der Bruchflächc in so fern zusammen!, als einhöherer Grad der Lockerheit mit geringerem Kupferglanzverbunden zu sein pflegt. Durch die Beimischung vielerUnreinigkcitcn kann der Kupferglanz vermindert, aber dieSchwere und Härte um vieles größer sein, und die Stuckeein schwärzliches Ansehen haben, also die Beschaffenheit nichtgut sein. Außerdem darf der Jndig nicht zerbröckelt sein,nicht Risse haben, nicht schimmlig oder wasserstreisig oderdie Brode mit einer schmutzigen Kruste überzogen sein.

Verfälschungen des Jndigs kommen im Allgemei-nen nicht zu häufig vor; auch sind sie nicht schwierig zu ent-decken. Auf einem glühenden Bleche verbrannt, darf er nursehr wenig Asche zurücklassen, sonst ist er mit erdigen Thei-len, Sand, Kreide, Schicfermehl oder dergleichen gemengt.In Ostindien vermehrt man oft sein Gewicht durch denschleimigen Absud von Früchten; alsdann erweicht aber derJndig sehr leicht im Wasser und macht dieses ganz schleimig.Mit Stärkmehl versetzter Jndig macht heißes Wasserganz kleisterartig und wird durch Schwefelsäure (welche dasStärkmehl verkohlt) schwarz gefärbt. Endlich wird zu-weilen dem Indigo Berlin erb lau zugesetzt, was sich aberverräth, wenn die Farbe des gestoßenen Jndigs durch ätzendeKalilauge schwächer wird.

Die Sorten bestimmt man im Allgemeinen nach demVaterlande, berücksichtigt aber dabei den Farbenschein aufdem frischen Bruch, ob derselbe blau, purpurn, violett,kupfern ist. Dieser verschiedene Farbenschein wird wie-der mehrfach nach Güte der Masse und Feuer der Farbeunterschieden, namentlich bei dem bengalischen Jndig,z. B. fein blau, ordinär blau; fein purpur, feinpurpur-violett, ordinär purpur-violett; matt-blau; schlecht purpur-violett; fein violettic.,kupfern rc., gefeuert (fein und ordinär). Derblaueist so leicht, daß er auf dem Wasser schwimmt, übrigens sehrfein und gleichartig. — Die Sorten nach dem Vaterlandesind: Guatemala und Caracas, gehört zu den be-