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Zweiter Band. H - Z.
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Jndig

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Indossament

sten, steht jedoch den besten bengalischen Sorten fein blau,sein purpur-violett, fein violett nach, und nur denmittlern bengal. Sorte» gleich, obgleich leicht und farbereichist- Die vorzüglichste Art heißt Tizatti oder Tissat,welche nur selten in den Handel kommt. Darauf folgt alskrste Qualität Moros oder Moro, dann als Mittel- oderzweite Sorte Lobros oder Lvbre Lalionle, hierauf Karlex,Lurtos oder cortoz'-Color. Häufig heißt der Caracas-Jndig<wch Nu-Oua^ra-lnä., da er von diesem Hafen ausgeführtwird. Dort wird jährlich dreimal Jndig-Markt gehalten.Die Ausfuhr ist auch hier, wie überall, gleich dem Ertragsttw schwankend ein Jahr gegen das andere. So wurdenaus >a-6uaxra 1809 700,000 Pfd. 18-Vo, 421,602 Pfd.,646,227 Pfd., 18"/»2 330,817 Pfd. ausgeführt. —St. Domingo, dem Guatemala an Güte nicht gleichkom-wend, jst Wenfalls leichter als Wasser; übrigens härterals Guatemala-Flor, und die beste Sorte zeigt ein wenigerseines, etwas ins Bräunliche spielendes Blau. Man bezog'hn früher häufiger als jetzt, und zwar in Fässern von 200bis 8oo M. — Der ostin dische Jndig kommt besondersaus Bengalen und Madras. Der aus Bengalen kom-wende Indigo wird in zwei Classen getheilt, welche im Han-bel Bengal und Oude heißen. Ersterer ist das Produktber südlichen Provinzen Bengalen und Bahar, letzterer derder nördlichen Provinzen. Der erstere übertrifft an Güteden letzteren. 1839 bis 1840 betrug die Jndig-Ausfuhraus dem Hafen von Madras 1,333,808 Pfd. Außer dieserAusfuhr geht noch etwas durch die Franzose» über Pon-dichery. Manilla (eine der philippinischen Inseln) führte1827 etwa 290,000, 1837 nur 250,000 Pfd. aus. DieAusfuhr des asiat. Jndigs war 1841 folgende: Bengal,9,000,000 Pfd; Madras, 1,334,000 Pfd. ; Manilla230,000 Pfd.; Batavia, 930,000 Pfd. Nach Hum-boldt soll die Ausfuhr von Guatemala im Jahr 1823 auf1,800,000 Pfd. gestiegen sein. DerIava - Jndig, der inTafeln geformt ist und besonders srüherhi» durch die hol-^ändisch-gstjMfche Compagnie nach Europa gebracht wurde,kommt jetzt seltener in den Handel, ist aber besser als dergute bengalische oder doch diesem gleich an Güte. Zu denschlechtesten Sorten gehört der Carolina-J. aus Nord-Amerika. Er ist grau-blau, schwärzlich, hart, oft sandig,kommt aber, da er im Verhältniß seiner Güte zu theuer ist,9wnig nach Europa. — Der Bourbon-J. ist besser alsber Carolina, und kommt in Fässern von 150 bis 200 Pfd.w den Handel. Der Brasil.-J. (in Kisten) ist von sehruntergeordneter Qualität. Der Senegal-J. steht ohn-gefähr dem Manilla oder Madras gleich, kommt aber bissetzt wenig im Handel vor. Ae zyprischer kommt erstseit kurzer Zeit in den Handel, in großen würfelförmigenStücken wie der bengalische. Er ist sehr leicht, farbreichund wird in der Güte dem Caracas gleich geachtet.

England führte ein im J. 1841: aus Indien 7,456,617Pfund, aus dem britischen Westindien 104,190 Pfund, ausGuatemala 178,727, aus Venezuela 68,304 Pfd., davon inGroßbritannien 2,780,583 Pfd. verbraucht wurden. DerHauptmarkt für Indigo in Ostindien ist Calcutta. Oester-reich bezieht Indigo und Waidblau größtentheils über Sach-sen und Süd-Deutschland (Baiern), z. B. 1842 dort 4031Gtr., hier 3072 Ctr., und überhaupt 8445 Ctr. Im deut-

schen Zollverein wurden eingeführt an Indigo, 1840: 28,231Ctr., 1842: 42,423 Ctr., 1843: 28,680 Ctr., 1844: 38,341Ctr.; ausgeführt 1840: 4797 Ctr., 1842: 7965Ctr., 1843:6323 Ctr., 1844: 8439 Ctr.

Benutzt wird derJndig, aufgelöst, in der Färbereivon Wolle, Tuch, Leinwand, Seide, so wie in der Kattun-druckerei, zur Darstellung einer blauen Farbe, dem soge-nannten Waschblau, das nämlich in der Wäsche steht.Auflöslich ist der Indigo in concentrirter, am besten rau-chender Schwefelsäure, aber in Wasser nicht; auflöslichferner durch Potasche, oder durch Urin rc. Chlor zerstörtden Jndig augenblicklich und färbt ihn rostgelb; ebenso wirktSalpetersäure auf ihn lebhaft ein.

Indossament, Indossant, Jndossat, Jndos-satar,indossiren. — JndossamentodcrJndosso,franz. ollüossemont; engl. müursemonl; holländ. cnäosso-mcni; ital. xiro, inäossv , heißt die auf der Rückseite desWechsels schriftlich gegebene Erklärung des Inhabers diesesPapiers, daß derselbe alle seine Rechte auf dasselbe an einenAndern übertrage, wodurch also dieser Zweite gänzlich andie Stelle des vorigen Eigcnthümers tritt, indem der Be-zogene nun zu seinem Schuldner wird und er den Betragdes Wechsels erheben oder erheben lassen darf. Der Ur-sprung des Wortes deutet schon darauf hin, daß der Platzdes Indossaments die Rückseite des Wechsclbriefes ist,indem dasselbe von dem italienischen üosso (Rücken) ab-stammt; jedoch ist es im Grunde nicht wesentlich noth-wendig, diese Ucbertragung gerade auf dem Rücken desWechsels zu bemerken, wenn nur die desfallsige Erklärungüberhaupt auf dem Papier enthalten ist. Dieser letzterePunkt aber, die Erklärung auf dem Wechselbriefeselbst, ist das Wesentliche des Indossaments; jede andereArt der Wechselübertragung ist gesetzlich unzulässig, undselbst wenn dieselbe mittelst einer besondern gerichtlichen Ur-kunde geschähe, würde sie eine bloße Session der Wechsel-forderung sein.

Die Handlung des Uebertragens heißt indossiern,franz. enüosser; engl. to imlorse; holländ. einiussoren; ital.gimre, und diejenige Person, welche den Wechsel indossirt,der Indossant oder Jndossent, franz. emlosseur; engl.imlorsor; holl. cmlosssnt; ital. giraMe, indossanto, diejenigeaber, an welche der Wechsel durch Indossament übertragenwird, der Jndossat oder Jndossatar, franz. oinlossö;engl. inäorsoo; holländ. geenüossorw; ital. gimwiiu. DerBormann des Jndossaten, d. h. sein Indossant, heißt inRücksicht auf diesen letzteren auch dessen Ccdent. DerRachmann ist der Cessionar oder derjenige, welcher imIndossament nach dem Jndossenten zu stehen kommt. —Gleichbedeutend mit Indossament«:, gebraucht man ge-wöhnlich die Worte: Giro, Girant, Girat oder Gi-rirter und giriren, welche indessen dem ursprünglichenSinn des Wortes nach (giro, ital. Kreislauf) eigentlich nurauf solche Wechsel angewandt werden sollten, welche meh-rere Indossamente enthalten, wie es ehemals auch geschah;gegenwärtig berücksichtigt man aber diesen Unterschied nichtmehr.

Man theilt die Indossamente in zwei Hauptklaffen:1) eigentliche oder vollständige, auch regelmäßigeund qualisicirte genannt; 2) »»eigentliche, un-

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