Kurland
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Kurs
tern vom Kupferschmelzcn, von calcinirtem Schwarzku-pfer rc. in schwacher Schwefelsäure auflöst. Doch muß hier-bei die verdünnte Säure sehr billig zu Gebote stehen, wiez. B> den Schwefelsäurefabrikantcn. Endlich erzeugt manauch noch Kupfervitriol als Nebenprodukt bei verschiedenenchemischen Arbeiten, z. B. bei dem sogenannten Fcinmachcndes Silbers und Goldes in den Münzstätten.
Der reine Kupfervitriol (schwefelsaures Kupferoxyd)krystallisirt in lasurblauen, geschoben vierseitigen Tafeln;sein spczif. Gewicht ist — 2,194. Er besitzt einen herben,ekelerregenden Metallgcschmack, und erzeugt beim GenußErbrechen. An der Luft wird er blässer und schmutzigblau,verwittert etwas; in warmer Luft zerfällt er gänzlich zuweißem Pulver und verliert dabei sein Krystallwasser (36Proc.). Er löst sich in 4 Theilen Wasser von 13" und in2 Theilen kochendem auf, aber nicht in Weingeist. In derHitze schmilzt er zu einer weißen Salzmasse. Er besteht in100 Theilen aus 31,8 Oxyd, 32,4 Säure, 36,06 Wasser.Enthält der Kupfervitriol, wie der im Handel vorkommendegewöhnlich, etwas Eisenvitriol, so fällt seine Farbe insGrünliche, und wenn man ihn mit Salpetersäure kocht odermit Chlorwasser digerirt, so wird das schwefelsaure Eisen-orydul in Orydsalz verwandelt, welches, wenn man Aetzam-moniak im Ueberschuß zusetzt, als Eisenorydhydrat in brau-nen Flocken niederfällt. Beim reinen Kupfervitriol wirddurch das Aetzammoniak die Flüssigkeit tiefblau gefärbt,bleibt aber dabei ganz klar. Wenn der Kupfervitriol zuviel Schwefelsäure enthält, so daß er das Papier zerfrißt,wenn man ihn einigeAeit darauf legt, dann kann er von denFärbern nicht gebraucht werden. Au manchen Anwendun-gen für Färber verfertigt man nach gewissen Verhältnisseneine Verbindung von Kupfer- und Eisenvitriol, welche alsgemischterVitriol, auch salzburger oder admon-ier Vitriol in verschiedene» Sorten in den Handelkommt, die bereits unter dem Artikel Eisenvitriol er-wähnt sind.
Der Kupfervitriol wird auf sehr mannigfaltige Art inder Färberei angewandt. Ferner ist er ein Hauptingredienzzu einer Menge von grünen und blauen Farben, z. B.Bremer-, Braunschweiger-, Mincralgrün, Bcrgblau -c.Auch dient er zum Verkupfern und Bruniren von Eisen,zum Färben des Goldes rc. Seine Anwendung als Arznei-mittel, besonders in der Bicharzneikundc, ist auch nicht un-bedeutend. Uebrigens sind alle Oxyde und Salze des Ku-pfers giftig, und als Gegenmittel empfiehlt man viel Zuckeroder Schwefelwasserstoffwasser. — Fast an allen den Or-ten, wo Eisenvitriol bereitet wird, macht man auch Kupfer-vitriol.
Kurland, ein Herzogthum und Guvern. in Rußland,an der Ostsee, zwischen dem riga'schen Meerbusen, Liefland,Witebsk, Wilna und der Ostsee; 478 QM. mit 300,000 E.,die Liven, Deutsche, Polen und Juden sind. Gegen dieKüste hin ist das Land sandig und sumpfig. Die bedeutend-sten Flüsse sind die Düna, Windau, Buller-Aa; die Pro-dukte: Holz, vorzüglicher Flachs, Hanf, Getreide, Vieh.Die Hauptstadt ist Mitau, und Hafen- und HandelsplatzLibau; beides auch die beträchtlichsten Städte dieses Gu-vernements.
Münzen und Ucchnung
sind jetzt gesetzlich die russischen. Früher rechnete man i>»Handel nach Alberts - Thalern zu 90 Alberts-Groschen, aber im gewöhnlichen Verkehr nach Guldenzu 30 Groschen Curant, nämlich 1 Albcrts-Thaler — 1'/-Thlr. Curant, -- 3 Alberts - Gulden -- 4 Fl. Curant, ---90 Albcrts-Groschen, — 120 Groschen Curant, — 360 abten poln. Schillingen, --- 2160 alten poln. Pfennigen-»Vs Albcrts-Thaler, » ^ 4 Fl., und Fl. Curant aasdie köln. Mark fein Silber, also 1 Alberts-Thaler — 1"/->Thlr. preuß. Curant, --- 1 Thlr. 13 Sgr. 9 Pf., ---- 2 Zl>33 Kr. >/2 Pf- im 24'/2-Guldenfuß ; 1 Fl. Curant ---1»Sgr. 11'/. Pf. preuß., --- 38 Kr. 1'/, Pf. im 24-Gulden-fuß. — Von den wirklich geprägten kurländ. Silbermünzen,denFerdingen oder alten kurländ. Schillingen, mach'ten 80 Stück 1 Alberts-Thaler.
Maaße und Vernichte
sind gesetzlich die russischen, jedoch braucht man noch in"mer die alten kurländ., die folgende sind:
tüngenmaaß. Der Fußist — 119,1394 paris. Linien,--- 403,2 Millimeter, --- 10,383 russische Zoll. Außerdembraucht man auch den preuß. oder rhcinländ. Zoll.
Die Elle ist der doppelte Fuß, — 0,3380 Meter, wiein Riga, also --- 21,166 russ. Zoll, — 0,73393 russ. Arschin.
Die neue Landmesser-Elle ist gesetzlich — 2 engl>
Fuß.
Der Palm als Maaß zum Umfang der Schiffsmasten,wie in Liefland.
Der Faden ist — 6 Fuß, der Aeußerfaden7 Fuß.
/lächenmaaß. BeiVermessungen von Ländereien brauchtman die revisorischc Stange von 7'/, hiesigen oderrigaer Ellen, oder 10 Fuß — 1788?/, franz. Linien oder4,033 Meter. — Die revisorischc Loofstclle rechneteman zu 223 solcher Quadrat-Stangen.
Velrcioemaaß. Die Last Hafer und Malz hat 60 Loof,die Last von anderm Getreide und von Sämereien aber nur48 Loof. — Das kurländ. Loof enthält 3461>/z franz-Kubikzoll.
Die Last Salz hat 12 Tonnen, und wird mit circa 3Tons in Liverpool, oder 220 Moyos in Dt.-Ubes, oder 228Moyos in Lissabon gleich gerechnet; die Salzte n n e ist123 Stoof, --- 79°'/g„ russ. Kubikzoll.
/lüssigfeitsmaaß. Der kurländ. Stoof enthält 68franz. Kubikzoll oder 1,29 Liter; der neue Stoof von 183shält 34 --- 1 Loof.
Gewicht. Das Schiffpfund hat 20 Liespfund,oder 400 Pfd. zu 32 Loth. — Das libau er Pfd. ist 869^Holland. As oder 417,860 franz. Gramm schwer; gewöhn'lich aber rechnet man 400 libauer Pfd. — 360 Pfd. englischav. cl. poiäs, und — 162 Kilogramm. — Das mi tauetPfund wiegt 8709,6 holländ. As, -- 418,612 Gramm.
Die Tonne Talg hat 13 Liespfund,-- 260 PfundNetto; die Vierteltonne Butter — 3>/, Liespfd.,°°°63 Pfd. Netto.
Das Medieinalgewicht ist das alte nürnberger.
Kurs, s. Curs.