Lcinendamast
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Leinengarn
keit und genaue Kenntniß der Damastweberei selbst. Dar-auf folgt die zweite Vorarbeit, das Einlesen der Faden nachdem Muster, ehe das Weben beginnen kann. In Groß-Schönau ist der Betrieb der Damastweberei durch Satzungenfestgestellt und unter die Meister, Musterzeichner, Muster-macher oder Mustereinleser, Stuhlbauer, Gesellen, Aieherund Burschen vertheilt. Außer den weißgcbleichten Fabri-katen, zu Tischtüchern, Bettüberzügen rc., hat man auchgraue und weiße, wovon das Graue aus ungebleichtem, sil-berfarbenem Garn besteht und vorzüglich zu Kafferüchern sowie zu Schürzen, Tischdecken rc. gebraucht wird. Au beidenSorten nimmt man nur slächsene, ausgesuchte Garne. Beimfarbigen Damast (als roth und weiß, blau und weiß, grünund weiß rc.) ist die Kette von weißgeblcichtem leinenenGarn, der Schuß aber von farbigem Baumwollengarn.Die Fabrikation dieser Artikel ist nicht sehr ausgebreitet, dasie viel Kunstfertigkeit erfordert und sehr mühsam ist. DerHauptsitz derselben ist Groß- und Riederschönau beiZittau in der Oberlausitz. Sie wurde hier im Jahr 1666von den Brüdern Friedrich und Christoph Lange begonnen;Christoph Löffler war der erste Mustermaler und ChristophKrause baute den ersten Damastwebestuhl. Im Jahr 1848waren hier ohngefähr 2300 Menschen mit der Damastwebe-rei beschäftigt, indem dafür 977 Aug- und Maschinenstühlethätig waren. Im Jahr 1827 wurde hier das große land-schaftliche Bild, Napoleons Grabstätte auf Helena, gewebt.Nächstdem liefern WarnSdorf in Böhmen, Greifenberg undSchmiedcberg in Schlesien, Bielefeld und Warendorf in West-phalen, Elberfeld und Gladbach in Rhcinpreußen, so wieSalzwedel in der preuß. Provinz Sachsen, und auchLemgo in Lippe-Detmold ebenfalls Leincndamast, der aberin der Güte dem oberlausitzcr nachsteht. — In den Nieder-landen wird zu Gent, Brügge, Menin, Cortryk und Liliedamastartige Leinwand mit runden künstlichen Mustern ver-fertigt, die unter verschiedenen, sich nach den Mustern rich-tenden Namen in den Handel kommt, gewöhnlich in Stückenvon Vi- bis 2 /z pariser Stab Breite und 30 bis 3t StabLänge zu Servietten, und in Stücken von 28 bis 29 StabLänge und 1'/- bis 2>/z Stab Breite zu Tischtüchern. Diesächsischen Leinendamastwaaren, welche in Menge nach Frank-reich, England und andern Ländern gehen, werden theils inSchocken oder Weben, theils in sogenannten Garni-turen oder Posten gemacht. Eine Garnitur besteht auseinem Tafeltuch von 6 Ellen Länge, 4 Ellen Breite und 12Servietten,"/« und V« groß, von demselben Muster wie dasTafeltuch, nur stets in kleinerer Zeichnung. Die Preise die-ser am meisten gesuchten Größe gehen, nach Verhältniß derFeinheit, von 16 bis 80 Thlr. Drei solche Garniturenwerden stets zugleich gewirkt und zusammen unter dem Na-men einer Post verkauft. Eine größere Sorte Garniturenbesteht aus einem Tafeltuch von 9 Ellen Länge und 4 EllenBreite mit 18 Servietten von °/, und ?/« Größe; die Preisesind von 24 bis 70 Thlr. Von dieser Art machen 2 Garni-turen eine Po st. Die dritte Sorte enthält ein Tafeltuchvon 12 Ellen Länge und 4 Ellen Breite mit 24 Servietten.Der Preis ist 36 bis 96 Thlr. Die Post besteht hiervonaus 2 Garnituren. Die vierte, wenig gangbare Sorte isteine Garnitur von einem Tafeltuch von 24 Ellen Länge und8 Ellen Breite, nebst 4 Dutzend Servietten. Preis 180 bis
300 Thlr. Außerdem giebt es auch halbe Garnituren voneinem 3 Ellen langen und 3 Ellen breiten Tafeltuch mit 6Stück Servietten. Der Preis davon ist 10 bis 28 Thlr.Die Servietten sind nicht regelmäßig viereckig, sondern stetsbreit und lang. Man kann nach Bestellung alle mög-lichen Muster (Jagden, Landschaften, Städte, Wappen rc.)treu nach der Zeichnung bekommen. — Eine andere ArtDamastleinen wird schockweise gewebt und gewöhnlich inhalbe Schocke geschnitten; das Schock hat 60 Ellen Länge,V, Breite und kostet 20 bis 36 Thlr. Das Gewebe zuHandtüchern mit schmalen Bordüren ist nur «/«breit,und das Schock davon kostet 18 bis 30 Thlr. Von denDamastservietten kostet das Dutzend 8 bis 12 Thlr.;3>/2 Dutzend davon heißen eine P o st. Die unter dem Na-men Kaffeservietten bekannten sind ?/«, und E. breit,theils ganz weiß, oder auch weiß und grau, so wie bunt,mit Baumwolle oder Seide vermischt. Die schlesischen Da-mastleinen haben fast dasselbe Sortiment als die sächsischen;in Westphalen und Rheinpreußen ist die Breite zu Handtü-chern gewöhnlich nur ^/., zu Servietten »/, Ellen. Sach-sen behauptet in diesem Artikel bis jetzt noch den Vorzugvor allen andern Ländern, und kann bis zur Breite von 8'/,Ellen geliefert werden.
Leinengarn , franz. 61 6o Im; engl. k-ivven ^srn;ital. kAoto 61 Imo, ist der aus Flachs und Hanf gesponneneFaden, welcher entweder durch die Hand- oder durch dieMaschinenspinnerei erzeugt wird. Die einfachen undallgemein bekannten Werkzeuge, deren man sich bei derHandspinnerei bedient, sind die Spindel oder Spillemit dem an das untere starke Ende angesteckten Wirtel unddas Spinnrad, wovon erstere früher in mehreren Län-dern fast ausschließlich oder doch allgemein gebraucht wurde.Die Spindel hat den Vorzug, daß der damit gesponneneFaden lockerer, biegsamer, besser ausgestrichen, glatter unddie daraus gewebte Leinwand weicher und geschmeidigerwird; mit dem Spinnrad dagegen läßt sich in gleicher Zeitum >/- mehr und fester gedrehteres Garn erzeugen, weshalbjetzt fast überall das Rad statt der Spindel gebraucht wird.Nach und nach sind in dem Bau der Spinnräder mancherleiVerbesserungen eingeführt worden, und man benennt dieRäder gewöhnlich nach den Ländern, wo sie zuerst gebrauchtwurden. Man hat auch doppelte Spinnräder mit 2 Spu-len, so wie solche, welche zugleich auch Haspeln. Das dop-pelschnürige Rad liefert das beste, hingegen das sogenannteGeiz- oder Geißrad, welches in den Gebirgsgegenden Böh-mens, Mährens und Schlesiens am häufigsten gebrauchtwird, das meiste und schlechteste Garn. An manchen Ortenist auch noch ein besonderes Rad zum Wergspinnen im Ge-brauch. Flachs und Hanf werden auf gleiche Art gesponnen;doch giebt letzterer nie so feine und weiche Gcspinnste als derFlachs. Wenn das Garn gesponnen ist, so wird es geha-spelt oder geweift, hierauf mit Aschenlauge gekocht(geäschert) und dann gewaschen oder gespült. D>tGröße des Haspels oder der Weife ist in den verschiedenenLändern abweichend, und hierauf beruhen auch die so ver-schiedenen Abtheilungen des Garns. Ein Umgang desGarns um den Haspel oder um die Weife heißt ein Faden,mehrere Fäden mache» cinGebinde(Windel), mehrere Ge-binde einen Strähn (Strang oder Zaspel) rc. Die Fein-