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Zweiter Band. H - Z.
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Leinwand

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Leinwand

iend gemacht. Länge und Breite sind sehr verschieden. Fa-örizirt wird dieser Artikel in PulSnitz, Lauban, Mitweida,Kemptcn, Kaufbeuern, St.-Gallen rc. Die italienischeErnennung für die Glanzleinwand ist lela linla oder lis-^ola; in Frankreich heißt sie'Loilcs a cbagoau oder i> üoublor;^ spanischen Handel 8rmgal!slias und L8lalins. Die seiteiniger Zeit in den Handel kommenden BaumwollengewebeÄnlicher Art haben dem Absatz der Glanzleinwand sehr ge-schadet.

Grande-Venisc, sind feine, damastartige Leinen,^ie zu Gent, Brügge, Cvrtryk, im französ. DepartementEalvados, bei Eacn rc. mit oder ohne Bordüren gewebt wer-den. Sie dienen zu Tischzeug. — Petit-Venise hatkleinere Muster und ist für kleinere Gedecke bestimmt; esheißt auch häufig Rosette, oder Rosette perlee, wäh-lend man das große Grande - Rose nennt.

Hecdcleincn, Hceden, die aus Flachs- oder Hanf-werg gemachten ordinäre» Gewebe.

Hollandas, Olandas heißen in Spanien undPortugal die niederländischen feinen, weißgcbleichten Lei-hen, die man vorzüglich in der Gegend von Gent macht, inStücken von 8V brabanter Ellen und V-, bis ^ breit. DieHollandas sinas sind im Preise dem feinen Batist gleich.Die Oberlausitz und Böhmen versenden auch feine, weißge-dleichtc Gewebe unter den Namen llollimäas, lolas llnas äsOlanäus, Olanäino, nach Spanien und Italien.

Hollandilles, locker gewebte schlesische und böh-mische Futterleinen, die früher stärker gingen als jetzt, wosie von den Sangaletten und Estopillas teinteSverdrängt worden sind.

Huckebacks ist die englische Benennung für einensehr dauerhaften Zwillich, der bei Darlington in Durhamund in der Gegend von Knaresborough in Uorkshire ge-macht und zu Tischzeug, Handtüchern und dergleichen ge-kraucht wird.

Kannefas, Kanefasleinen, nennt man eine Artroher Leinwand aus Hanf oder Flachs, die mehrere Sortenhat und nicht mit einem andern gleichnam. Gewebe (franz.inneres a Mjiiüserie; s. den Art. Canevas) verwechseltMerdcn darf. Der sächsische ist buntgestreift und bunt-Sewürfclt, fest und gedrungen gewebt, in Stücken von 72Ellen Länge und 0/4 breit; der französische hat mehrereSorten, und die stärkste, 8er,«Niere genannt, ist Packlein-Mand; der westphälische roh und stark gemangelt; derh 0 lländische fest und gedrungen aus dreidrähtig gezwirn-trm Hanfgarn gewebt, wird vorzüglich zu Segeln ver-braucht; der schottische und englische ist eine Nachah-mung des westphälischen; der russische, in Nord-Amerikalluszia 8>wolin8 genannt, ein dickes, zweifädiges Leinen-

gewebe.

Klarlinnen, Klar, Schir, eine aus ganz feinemEiarn, nach Art der französischen Claircs dünn und lockergewebte und gebleichte bielefelder Leinwand; theils glatt,ohne Muster, theils weiß gewürfelt oder geblümt, in Stückenvon ig bis 20 brabanter Ellen Länge und ^ Ellen Breite,vn Feinheit und Güte dem franz. Linon gleich.

Klosterleinwand, Klostertuch, eine feine «est-

phälische Leinwand, die früher stark nach Frankreich ging,wo sie von den Nonnen getragen wurde; jetzt wird sie ge-wöhnlich als bielefeldcr L. verkauft, obgleich sie leichter undlockerer gewebt ist. Lauban und Friedrichsdorf liefern Klo-sterleimvand in Stücken von 72 Ellen Länge und EllenBreite.

Kr 0 n en lein w and, Kr 0 nentücher, span. Nieu-rvs äs lrcs cvrvnas, nennt man sowohl die mit 3 Kronengestempelten hänfenen Zeuge, die in Wcstphalen auch unterdem Namen Löwentlinnen gemacht werden, als aucheine slächsene, aus starkem Garn dicht und gedrungen ge-webte Leinwand, die in Stücken von 60 Ellen Länge und>>/s bis 0/4 Breite in Sachsen zu Radeberg, PulSnitz rc.verfertigt wird. Man verschickt sie sowohl roh als auchgebleicht nach Hamburg.

Linon, in Frankreich länon-kaiisie genannt, ist einBatist, aber bei weitem klarer, als dieser. Er wird inFrankreich in denselben Orten und von denselben Arbeiterngemacht, wie der Batist, und besonders zum Fraucnputzverbraucht, wo man nicht das gleichartige Baumwollzeug,Mull genannt, wählt. Ein Stück hat 13 Stab Länge bei2/z oder 2/., Stab Breite.

Listados, Listaos, werden im Handel die buntenLeinen-Buchleincn, Bontcn, und vom Weder 'f/,lichte Buch-lcinwanden oder Matrosen genannt. Sie haben verschie-dene Breite und werden in Frankreich zu Rouen, in Har-tem, in der sächsischen Oberlausih hauptsächlich in Cunners-dorf, auch in Cunewalde und Hirschfelde zu 72 Ellen Länge,ferner in Lauban und zu Sebnitz, in Böhmen zu Reichen-berg, Rumburg, Schlucken«» rc. gemacht.

Löwentlinnen, Löwcnd -, Lawend - oder Lau -entlinncn, starke und ordinäre Lcinwandsorten von festemund gleichförmigem Gcspinnst, die namentlich im Lünebur-gischen, Osnabrückschen, bei Münster, Bielefeld rc. auf demLande gewebt werden. Die Länge der Stücke ist verschieden,von 30 bis 120 Lege-Ellen, und die gewöhnliche Breite1 brab. Elle. Die feineren Sorten werden zu Kleidungs-stücken, Hemden rc., die geringeren rohen zu Matratzen,kleinen Schiffssegcln und Säcken verbraucht.

Magnettes, miltclfeine, 3'/, breite, besonders inItalien und der Levante beliebte Leinen, die in Wcstphalen,Belgien, Schlesien gemacht, in Holland zugerichtet, undentweder in der ganzen Breite bucksörmig zusammengefaltetund platt gepreßt, oder nach der halben Breite rund gebun-den und eckig gepreßt werden.

M a tr 0 se nle i n en, Matr 0 sentücher; Packlein-wand, Packtuch, s. diesen Art.

Ravenstuch, Raoensdoek, eine russische unge-bleichte, starke Leinwand, die zu kleinen Schiffssegeln ge-braucht wird, im Stück 80 Arschin lang und 1 Arschin breit.

Rouans, Ruancs, eine feine schlesische AbreiteLeinwand, die über Hamburg ausgeführt wird.

Sackleinwand, ist ein besseres Leinen, Drell, alsdie Packleinwand, und wird in geringeren und besseren Sor-ten gemacht, und in Sachsen um Radeberg mit verschiedene»Nummern bezeichnet, übrigens auch in anderen Gegen-den gewebt.