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Zweiter Band. H - Z.
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Liverpool

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Liverpool

Ursprungs seien. Dagegen bezog Liverpool im Jahr 1833Ungefähr 700,000 Ballen aus Nord-Amerika, während diedortige Ernte überhaupt 1,430,000 Ballen betrug, und im^ahr 184 g bezog Liverpool 888,480 Ballen, während Lon-don nur 00,060 Ballen aus Nord-Amerika, und Havre nebstMarseille nur 68,000 Ballen bezogen. Während im Jahr^'0 nur 1248 Schiffe, im I. 1800 schon 4746 Schiffe von^,060 Tonnen, 1820 : 7276 Schiffe von 803,033 Tonnen,lSgg. 14,030 Schiffe von 1,047,6l3 Tonnen einliefen, be-dje ^ghl der 1843 eingelaufenen Schiffe 16,606 von",443,278 Tonnen, ohngcachtet L. einen eigentlichen Hafen"'oht hat, spydern nur die leicht versandende Flußmündung,^reiundzwanzig Docks, von denen der neueste (1843), der^oße Albert-Dock, 1846 vollendet wurde, vertreten die Stelledos Hafens, und sind bei weitem früher als die zu London ange-^gt und mit trefflichen Kaien nebst ungeheuren WaarenlagernUnigchen. Sie sind mit den daran liegenden Waarenhäu-für bestimmte Waaren, gewisse Schiffe oder gewisse Ge-raden bestimmt. So der Kings-Dock für die Schiffe mit^abak aus Virginia rc.; der Queens- und der Brunswick-^ock für die mit Häuten aus Honduras, Canada und demdultischeu Meer einlaufenden Schiffe; der Canning-Dock fürKüstenfahrer mit Getreide und Kolonialwaaren; der Co-d^ug- und der Clarence-Dock ausschließlich für Dampfschiffenamentlich der letztere für die aus Amerika und dem"ückeliändischen Meer. Den ersten Dock grub man 1600.

Aus - und Einladen der Schiffe geschieht durch Privat-^'lernchmer, Lump ers genannt, wegen ihres geringen^ohns für ihre Arbeit; in London dagegen durch die Dienst-^ute der verschiedenen Docks-Compagnicn. Die Docks-^ügaben sind seit September 1836 sehr ermäßigt. Äußer-em hat die Stadt eine prachtvolle Börse, an einem schönen,vo» Arkaden umgebenen und mit einem eisernen Denkmal^cklvnö geschmückten Platz, viele Kirchen, ein schönes Stadi-ons, xju Zollhaus, eine prächtige Markthalle von 12,300^uadratellen Flächenraum, durch Glaslampen erleuchtet,vvd durch Pfeiler von Gußeisen in fünf Gänge getheilt;o>ne Akademie der Künste, Museum der Naturgeschichte, bota-"Ü'chen Garten, Athenäum, Blinden-Jnstitut, 2 große kauf-^ännjschf Lehranstalten in palastähnlichen Gebäuden, wich-Fabriken für Kupferwaaren, Uhren, Chronometer, Taue,Ketten und Anker (4), chemische Produkte (3), Ta-Essig- und Bierbrauereien, große Werkstätten fürvnipfaiaschinen und Lokomotiven (Fawcett, Dickson rc.),^ckersirdereien tc. Die eigene Rhederei der Stadt zählte^42: ,236 Segelschiffe von 338,438 Tonnen mit 13,000ocleuten bemannt; davon waren nur 123 Schiffe von 4042^ onnen jedes unter 50 Tonnen Lästigkeit. Außerdem hakte^ Dampfschiffe von 5003 Tonnen. Der Handel Livcr-Üo°ls ist gm beträchtlichsten mit Europa, den britisch-nord-"^orikamsch^ Kolonien, Süd-Amerika, den Vereinigten-^vten in Nord-Amerika; es steht aber auch mit Afrika,und Westindien im Handelsverkehr. Eine regelmäßigeorbindung unterhält es mit Dublin, Glasgow, Belfast,^v'stol, Boston, Halifax, Ncw-Pork, Philadelphia, Ha-Rio-Janeiro w. — Mit den wichtigsten Fabrik- und»ndelsstädten Englands ist es durch den Mersey, den Lccds-^erponl- und andere Kanäle, besonders aber seit 1830"Vch Eisenbahnen mit Manchester, Sheffield, Birmingham,

Derby, Glouccster, Bristol, London, Lancaster, York,Newcastle rc. verbunden. Die Bahn von Manchester istmit bewundernswürdiger Kunst und einem ungeheuren Ko-stenaufwand durch Moräste und Berge, und mittelst einesTunnels unter einem Theil Liverpools weg nach dem Hafengeführt. Man berechnet, daß diese Stadt den 12. Theil derSchifffahrt von Großbritannien, den vierten Theil des aus-wärtige» Handels und den sechsten des allgemeinen Handelsdes ganzen Staates hat.

Diese riesenhafte Stadt, welche trotz der schwarzenFärbung ihrer Häuser überall den Stempel der Neuheit ansich trägt, ist London im Kleinen, London an einem Uferohne Brücken, aber mit 30 Dampfbooten, welche in jedemAugenblick mit unglaublicher Schnelligkeit die Reisenden um3 Pence von einem Ufer auf das andere übersetzen. Amrechten Ufer des Flusses erhebt sich Liverpool am sanftenAbhänge amphithcatralisch, und bietet dem Auge allenthal-ben eine compakte Masse von Gebäuden dar, über welcheneine Rauchwolke schwebt, deren undurchdringliche Dichtig-keit durch die Kamine von 30 oder 40 Werkstätten unter-halten wird. Ist man auf dem linken Ufer des Mersey, sosieht man nichts als einen Wald von Masten, Raaen undTauen, welcher die Gebäude der Stadt in der Nähe derDocken größtentheils versteckt; kommt man ins Innere, soerblickt man breite, luftige Straßen, auf denen Wagen fastohne Geräusch mit wunderbarer Leichtigkeit dahinrollen.

Was die Wichtigkeit des Handels, die Schifffahrt undden Werth der Aus - und Einfuhren betrifft, so ist dieserHafen nächst London der wichtigste in ganz Großbritannien.Newcastle scheint zwar hinsichtlich der Schiffszahl noch höherzu stehen, allein es verdankt seine ganze Handelsbcwegungnur der Kohlenausfuhr, und der Werth seiner Ladungenkann sich mit dem der Schiffe von Liverpool nicht messen,wie auch schon daraus hervorgeht, daß Liverpool im Jahr1836 über 4 Millionen Pfund Zollabgaben zahlte, währenddie Abgaben Newcastles nur etwa 340,000 Pfund betrugen.Jm J. 1841 betrug die Zolleinnahme in Liverpool 4,140,803Pfd. Sterl., in London 11,737,262 Pfd. Steel., in Liver-pool 1842: 4,121,648 Pfd. Sterl. Hauptsächlich bestehtdie Einfuhr in Liverpool in Baumwolle, Wolle, Leder,Farbeholz, Bauholz, Indigo, Tabak, Rohzucker, Oel,Wein und anderen Rohstoffen für Manufakturen; die Aus-fuhr in Baumwoll-, Woll-, Leinen-, Hanf- und Seiden-waaren, Töpferwaaren, Baumwoll-und Wollgarn, Mes-sern, Stahl, Eisen, Kupferwaarcn lc.

Der Vortheil der Docks besteht nicht blos darin, denSchiffen Schutz gegen Winde und gegen die Bosheit einzel-ner Uebelthäter zu verleihen, oder ihren Ladungen paffendeMagazine zu verschaffen, sondern in den Händen der Spe-kulanten werden die Docks auch ein sehr wicbtiges Tausch-mittel, das die Cirkulation auf eine erstaunenswerthe Weisevermehrt. Sobald eine Waare in die Magazine der Docksgekommen ist, überliefert die Verwaltung dem Eigenthümerein Certificat oder Warrant, welches die Art, die Qualität,die Menge der niedergelegten Waaren angiebt. Dieses Cer-tisicat ist gleich einem Wechsel durch Jndossirung übertrag-bar, und der Eigenthümer kann es gegen Geld austauschenoder als Garantie für ein Anlehen niederlegen. Die Jn-

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