Livornino
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Livorno
dossirung beweist den Verkauf, so daß die Waare, ohne daßman sie von der Stelle rückt, ohne Bezahlung des mindestenZolles, und ohne daß man genöthigt wäre, besondere Auf-sicht darüber zu führen, von Hand zu Hand geht, gleicheinem Wechsel oder Staatspapier, und das Kapital, wel-ches sie rcpräsentirt, kann sogleich zu neuen Operationenverwendet werden. Diese Vortheile sind so bedeutend, daßman nicht begreift, wie dies nicht von allen handeltreiben-den Nationen Europa'S nachgeahmt wird.
Liverpool ist zu sehr Handelsstadt, um auch eigentlicheFabrikstadt zu sein. Die Rheder, an große Unternehmun-gen gewöhnt, würden sich mit den kleinen Rechnungen derFabrikanten nicht zurecht finden, und die niederen Klassen,an die frische Luft gewöhnt, würden sich nicht gern in diedumpfe Atmosphäre der Werkstätte einsperren lassen. In-dessen finden sich zu Liverpool eine Menge industrieller An-stalten, aber sie beziehen sich alle auf den Handel und dieSchifffahrt.
Früher, etwa bis 1820, war in Liverpool die kleineZahl der Bankiers auffallend, sowie daß überhaupt hier eherkein großes Bankgeschäft entstand, als im Jahr 1831, undseitdem mehrere, s. den Art. Bank, Bd. 1. S. 278, 280 rc.
Kechnung, Münzen, Maaße und Kenüchle wie in Eng-land überhaupt.
Die Wechselgeschäfte werden beinahe ausschließlichüber London vollzogen.
Livornino, eine ältere toScanische Silbermünze inmehreren Gattungen.
Stadt und Freihafen inToScanaam mit-telländischen Meer, unter 43° 32' 41" nördl. Br. und 7»87' 23" o;.e. L , mit 03,000 Ew. Der nördliche Stadttheilheißt Vcnezianuova, weil er von Kanälen durchschnit-te» ist. Alle Vorstädte sind seit einigen Jahren in die neueStadtmauer eingeschlossen. Der Haftn ist vergrößert undvertieft',' denn früher war das Wasser darin ziemlich seicht.Außen ist er durch einen schönen Damm geschützt, aber derEingang ist wegen Riffen schwierig. Vor demselben stehtauf der Felsenklippe Marzocco ein Leuchtthurm 43» 32' 41"n. Br. 7» 87' 23" ö. L. Im innern Hafen, derDarsenaheißt, werden die Barken aus - und eingeladen. Die Stadtwird durch ein Kastell und einige Thürme geschützt. Land-wärts steht Livorno durch einen Kanal mit dem Arno unddadurch mit Pisa und Florenz in schiffbarer Verbindung,und seit 1841 ist auch eine Eisenbahn nach Pisa ic. unter-nommen und ausgeführt; seewärts steht es durch Dampf-schifffahrt mit Marseille, Nizza, Civita-Vecchia, Neapel inVerbindung. Der lebhafte Handel vereinigt auf diesem PlatzGriechen, Armenier, Türken und viel Juden; deshalb be-steht hier eine armenische Kirche, selbst eine türkische Moscheeund die schönste und größte Synagoge in Europa. DasLeopold-Lazaret ist eines der schönsten und größten in Eu-ropa ; außerdem giebt es ein Arsenal und eine Schiffswcrfte,Salz-, Tabak- und Oelmagazine, nebst einer Quarantänemit großen Magazinen für die Waaren auS verdächtigenGegenden, einige Bankicrgcsckäfte (7), Fabriken für Ko-rallen-, Alabaster-, Elfenbein- und Scidenwaaren, Likör,Eremor-Tartari, Fayence, Borax-Säure rc., Dampfmüh-len; Handelskammer.
Die Ausfuhr ist dieselbe wie in den andern italienischenHäfen, und besteht hauptsächlich in roher und verarbeiteterSeide, Olivenöl, Früchten, Sumach, Knappern, Wein,Lumpen, Bimsstein, Käse, Marmor, Sardellen, Manna,Wacholderbeeren, Hanf, Häuten, Kork, Borax-Säure rc.Das Strohgeflccht von Livorno zu Hüten ist das schönste inder Welt, und es wird eine große Quantität davon ausge-führt; es wurde jedoch davon früher bei weitem mehr nachEngland ausgeführt, als jetzt. Außerdem kann man alleProdukte der Levante in Livorno haben. Neuerdings aberhat dieser Handel abgenommen, indem die Nationen, welchesonst lcvantischc Waaren aus der zweiten Hand von Livornozu beziehen pflegte» , wenigstens größtentheils dieselbendirekt von Smyrna, Alexandrien rc. beziehen. Die Ein-fuhr ist bei weitem größer und wcrthvoller, indem sie alleArten Waaren befaßt, außer denen, welche Italien selbsterzeugt, nämlich: Zucker, Kaffc und alle Arten Kolonial-waarcn j Baumwollenstoffe, Wollcnzeuge, Garn und Wolle,Getreide, Gewürze, Indigo, Farbehölzer, Reis, Eisen,Zinn, Häutete, gehören zu den wichtigsten Gegenständen.Livorno ist einer der Hauytstapelplätze für den Weizen vomschwarzen Meer; harter Weizen, besonders von Taganrog,wird hier und in den andern italienischen Häfen sehr ge-schätzt, da er sich besonders zur Bereitung der Maccaroni rc.eignet.
In Toscana ist keine Flagge vor der andern bevorzugt,und selbst die toscanische nur in Betreff des Ankergeldes;die Abgaben selbst sind mäßig. Das Anker- oder Ton -nengeld beläuft sich für ein Schiff von 300 Tonnen auf112 l.ieo Nureniim. Wen» da« Ankergeld schon einmal ineinem toScanischen Hafen gezahlt worden ist, hat das Schiff,im Fall es auf derselben Reise noch andere Häfen des Groß-hcrzogthums besuchen sollte, hier nur ein Drittel dieser Ab-gabe zu entrichten. Schiffe, welche, ohne ihre Reise vollen-det zu haben, in denselben Hafen noch einmal einlaufen,zahlen das Tonncngcld nicht zum zweiten Mal. Schiffemit lateinischen Segeln zahlen kein Ankergeld. Außerdemmuß das Schiff ein Gesundheits-Patent bezahlen. —Das Lootsengeld ist für alle Flaggen dasselbe, brauchtaber nur dann entrichtet zu werden, wenn die Schiffe wirk-lich einen Lootsen nehmen. — Wenn ein der Quaran-täne unterworfenes Schiff vor Anker steht, darf es einenoder zwei Tage lang auf der Rhcde bleiben, ohne daß irgendeine Sanitäts-Maßregel gegen dasselbe ergriffen wird; wennes sich aber länger aufhält, schickt man ihm ein Wachtschiff,welchem täglich 3 Francs 36 Eentimes gezahlt werden müs-sen. Uebrigens zahlen alle Schiffe, die toscanischcn Inbe-griffen , dieselben Quarantänegelder. — Alle diese Abgabensind dieselben für Schiffe, welche Ballast führen oder eineLadung haben. Sogenannte kleine Abgaben eristirennicht. Die Küstenfahrt ist den Schiffen aller Nationengestattet. Für den Platz am Molo zahlt jedes Schiffohne Ausnahme 1 Frank 68 Centimes. Die Verpro-viantirung ist billig, da gutes Wasser, Rindfleisch, Brodund Brennholz wohlfeil zu haben sind.
Im Jahr 1834 wurden alle früheren Eingangs-zölle aufgehoben, wogegen der Handclsstand von Livornoder Regierung jährlich 300,000 lllr« lioroniini zahlt; einUmstand, welcher den hiesigen Handel wieder neu belebt.