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Zweiter Band. H - Z.
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London

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London

land und mehrte dessen Kräfte, die seitdem fortwährend ge-wachsen sind und ein solches Uebergewicht gewonnen haben,das nach allen Richtungen wirkt. Mit dem Handel wuchsdie Schifffahrt, besonders seit der bekannten Ravigations-Acte im Jahr 1631, wodurch die fremde Schiffsahrt im eng-lischen Handel dahin beschränkt wurde, daß fremde Waarennur durch englische Schiffe in England eingeführt werdendurften. Im Jahr 1701 besaß London schon 500 Kauffahr-teischiffe von 84,882 Tonnen mit 10,068 Seeleuten be-mannt; im Jahr 1732:1417 Schiffe von 178,387 Tonnen;im Jahr 1800: 1810 weitfahrende Schiffe von 303,676Tonnen, und 886 Küstenfahrzeuge von 64,386 Tonnen.Im Jahr 1700 hatte die Stadt 674,330, 1730:676,230,1801: 1,097,000, 1811: 1,304,000, 1831: 1,860,000 Ew.Durchschnittlich laufen jetzt jährlich 6600 beladene Schiffein den Hafen von London ein, und gewähren der Staats-kasse eine sehr beträchtliche Einnahme mit dem Zoll, der1846: 13,034,239 Pfd. Sterling betrug. Die große Con-tinentalsperre (s. diesen Art.) bewies, wie groß EnglandsKräfte waren, und wie es diesem gefährlichen Schlage be-gegnete, indem es Napoleon, seinen gefährlichsten Feind,1818 vernichtete. Damit, so wie durch das BombardementKopenhagens hatte es eine Macht gewonnen, wie noch nichtzuvor. Dies find alles die Folgen seiner Politik, die nureine Handelspolitik ist. Indessen ist in einer von HamburgsSenat so eben (1847, August) herausgegebenen Denkschriftüber die beabsichtigten deutschen Differentialzölle durch stati-stische Thatsachen nachgewiesen, daß seit einem Jahrzehenddie Betheiligung der englischen Flagge am Handelsverkehrmit Deutschland sich beträchtlich, von 28 auf 19 Procent(1843), vermindert hat, während die Theilnahme der deut-schen Schiffe ansehnlich, und besonders der HamburgischenSchiffe von 32 auf 39 Proc. gestiegen ist. Ueberhaupt er-giebt sich durch die Untersuchungen in der Denkschrift, daß dieenglische Flagge, welche durch ihr Navigationsgesetz so langegeschützt sich sah, sowohl in dem außereuropäischen Handelder deutschen Häfen als auch in dem europäischen Handelimmer größere Einbuße leidet. Die Zahl der britischen Schiffein Hamburg, die Ballast- und Kohlcnschiffe ausgenommen,verminderte sich in den letzten 10 Jahren von 25 auf 19Procent, die Zahl der im Handel Englands mit Deutschlandthätigen englischen Schiffe ist nur halb so groß als die dernicht englischen (deutschen) ; bei dem Handel mit Nord-Amerika beträgt sie weniger als die Hälfte, und im Handelmit den skandinavischen Nordländern kaum ein Viertel, undüberwiegt nur in dem Handel mit den 5 Ländern, die wieEngland Navigationsgesetze haben. Dieses Verhältnißscheint einen Wendepunkt in den kommerziellen Zuständenanzudeuten. Doch ist Londons Handelsverkehr immer nochso groß, daß demselben keiner irgend einer Stadt gleichkommt. Es besitzt an 3000 Kauffahrteischiffe von ohngefähr

London wechselt auf:

Geld

Hamburg (Altona). . . 3 Mt. äste, —

Amsterdam. - - 12.3»/?

Paris (Bordeaux, Marseille) - - 23.67°/.

Antwerpen. - - —

Berlin. - - —

1,000,000 Tonnen außer der sehr großen Zahl der Küsten-fahrer und Dampfschiffe, und man giebt das Werth-Kapitalder jährlich aus - und eingeführten Waare» zu ohngefähr340,000,000 Thlr. an.

Ist die Hauptquelle der Größe Londons auch durch vie-lerlei Umstände begünstigt, namentlich als königl. Residenzund Sitz des Parlaments, so wie durch dieThemsc-Mündungder so mächtige Handel, so ist doch auch der industrielle Be-trieb sehr ansehnlich und trägt nicht wenig zur Vergröße-rung des Geschäftsverkehrs bei. Die Flut geht in derThemse noch einige Meilen über London hinauf, aber dasSeewaffer dringt nur gegen 30 Meilen hinauf; indessen istihre Tiefe so groß, daß Schiffe von 700 bis 800 Tonnen denöstlichen Theil der Stadt erreichen. Unterhalb London,nach der Mündung hin, liegen an diesem Strom die StadtGreenwich mit dem berühmtem großen Hospital für inva-lide Seeleute, ferner Deptford und Woolwich mit denKriegsschiffswerften und dem See-Arsenal, ferner Grase-fand, der eigentliche Seehafen von London mit dem Haupt-zollamt und einem Fort, wo die Schiffe zur Durchsuchunganhalten müssen; dann auf der Nordwestspitze der kleinenInsel Shcppev die Stadt Sheerneß, rechts an der Fluß-mündung, welche die große Norc genannt und 1 Meile breit ist-

Eins der einflußreichsten Förderungsmittel dieses um-fassenden Handels ist in London die große englische Bank sowie die vielen Privatbankgeschäfte (s. den Artikel Bank),überhaupt gegen 90, wodurch es der größte Geldmarkt inGroßbritannien ist, so wie die Assekuranz-, Handels-undDampfschifffahrts-Gesellschaften. Der Handel umfaßt vor-zugsweise Kasse, Zucker, Reis, Gewürze (Pfeffer, Piment,Cassia lignea, Cardamom), Farbewaaren, nämlich Indigo,Cochenille, Lac-Dye, Safflor, Farbehölzcr, Sapanholz, Ge-treide, Baumwolle rc. Die Fabriken befinden sich besondersin dem Stadttheil Southwark, auf der Südseite der Themse.Beträchtlich sind die Fabriken für Messer, Uhren, Bleistifte,chemische Produkte, Farben, Papier, Porzellan, Spiegel,Gold - und Silberwaaren, Schlosser- und Schmiedewaaren,Nadeln, Ketten und Anker, die Maschinenbauwcrkstättcn,die Ale- und Porter-Brauereien, Wagenbauwerkstärten,Juckerrafsinerien, Musselin-, Spitzen-, Seidenzeug-, Lein-wand-, Teppichfabriken, Baumwollspinnereien. — Ansehn-lich ist London auch durch seinen beträchtlichen Buchhandel,dessen Betrag man jährlich auf 8 bis 12 Millionen Thlr.schätzt.

So wie die Themse-Mündung den Verkehr der Stadtzur See vermittelt, so erleichtern denselben 6 Eisenbahnen,die sich noch vielfach verzweigen, landwärts.

In dem Welthandel Londons ist es natürlich, daß esauf alle bedeutende Handelsplätze der Erde wechselt undCurse notirt.

Brief

13.10>/2.11 Mark Bko. für 1 Pfd. Sterling.

— Gulden und Stüber für 1 Pfd. Sterl.

28.62>/2 Francs und Centimes für 1 Pfd. Sterl.

12.4 Gulden und Stüber holländisch für 1 Pfd. Sterl.

— 6 Thlr. 25 Sgr. mehr oder weniger für 1 Pfd. Sterling.