London
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London
unter (St. - Pauls - Kirche) 81° 30^ 49" n. Br. und 2° 2l/H"w.L., im SO. Englands, auf beiden Seiten der Themse,
Weil. westlich oberhalb der Mündung derselben, mit1,890,000 Einw. Diese ungeheuere Stadt ist 3Vr deutscheMeilen lang und über 2'/z M. breit, fast dreimal so großals Paris, 4^-mal so groß als Berlin, 8-mal so groß alsWien, fast 23-mal so groß als Hamburg, hat mehr Einw.uls eins der Königreiche Sachsen, Würtemberg oder Hanno-ver. Große Brücken und der merkwürdige Tunnel unterdem Fluß hin verbinden die durch die Themse getrenntenTheile der Stadt.
Der Hafen von London erstreckt sich von der londonerBrücke bis nach Deptford: eine Entfernung von etwa 4(engl.) Meilen, bei einer durchschnittlichen Breite von 400bis SOO Pards. Seine Abtheilungen heißen llgger, ölidäle u.1>o,vor Pool, und derPlatz zwischen Limehouse und Deptford.^n Verbindung damit stehen die geräumigen Docks. —Es währte lange, ehe dieselben angelegt wurden. Erst dasBeispiel Liverpools, wo der erste Dock 1099 angelegt wurde,veranlaßte dazu. Die ältesten in London sind die IVesl-Inäio-Oocli,, deren Bau ^aber erst 1800 begonnen, und dieiuin Theil schon im August 1802 dem Gebrauch geöffnet,später durch neue Bassins, und namentlich 1829 mit dem5oul>,-0ocli vergrößert wurden. Sie bestehen aus einemlaipon- und einem Lrporl-Ooclc, und liegen auf der Isis okDazu gehören großartige Waarenhäuser. Im Jahr1838 wurden mit den H'e8t-Inäir>-l1ocI>8 die Lo8l-Illäla-l0orlis
vereinigt, durch die ko8l-lnch»-0ompan^ ausgeführt, wie jene^Urch die 1Ve8t-Inäj.i-l1ocIi-L»mpoa^. Die kla8t-lnäia-vooli8befinden sich bei vloknall, ohngefähr 3>/? engl. M. von derBörse. Ihr Eingangs-Bassin, wodurch die Docks mit dem8luß verbunden werden, umfaßt ohngefähr 2^ Acres. Da-v>>t steht in Verbindung ein schönes Kai am Fluß, ohnge-sähr 700 Fuß lang. An dem Export - Dock steht eine Ma-schine, wodurch die Masten der größten Schiffe eingesetzt und^genommen werden. Die La8t-In(Iis-Waarenhäuser befin-de» sich in der 8illller-8lreot, kenclnircli-Street, 1o»r>-8neotUnd Oulclicä-k'riai'8, in welche Thee, Indigo, Seide, Mate-v>al- und Speccrei-Waaren rc. gebracht werden. Das Ka-pital dieser beiden Anlagen beträgt 2,003,068 Pfd. Sterl.Den Verkehr mit dem La8l-InchL-Lxporl-1>ock von Blackwallber erleichtert eine Eisenbahn. Neben den VVe8l-Ia,Ila-l>ocIi81'egt der 8oulk-vock mit dem Dmber-Ponä. Diese 0uclt8^egen auf dem linken Flußufcr. Ebenso die Iwnä»n-0ocli8Und die 8t.-Latkerllle'8-l>ocIi8. — Die übrigen Dock» sind aufem rechten Flußufer: die ll«mmercial-l)acl>8, Lssl-Lounlrz-vcli, We8t-I>ocli, 0rsnä-8urre^-0uler-1>ocl! u. 6r»nä-8urrez-er-Oock, aus denen der 6i-3llä-8urri>z-On»I westwärts^"ber in die Themse führt.
London hat noch in seinem Namen ein Zeichen von sci-gothischen Ursprung. Die Gründer waren die Trino-Ion, und es hieß zur Unterscheidung einer glcichn. Stadt^ Schweden (— jetzt Lund —) Uoiiäinui» Oollwruin.^er Zeit Nero's war London ein Ort, der anschn-bn Handel trieb, wie sich aus Tacitus ergiebt. Die Rö-er befestigten die Stadt mit einer Mauer und machten sieeiner ihrer Hauptstationen. Im Anfang des drittenuyrhunderts, unter der Regierung des Kaisers Severus,1 sie für groß und reich und die Hauptstadt von Britan-
nien. Ihr Handel war bereits so groß, daß im Jahr 389,nach dem Geschichtschreiber Zosimus, 800 dem Orte gehörigeSchiffe mit der Ausfuhr von Getreide beschäftigt waren.Da dic Wcitcrfortführung der Geschichte Londons für unsernZweck zu weitläufig werden würde, so erwähnen wir nurnoch, daß es zur Hauptstadt des Landes eigentlich erst nachder Befreiung von den Dänen durch Alfred erhoben wurde,und daß die ersten Jahre der Regierung Wilhelms undMariens durch die Gründung der Bank von England, dieEinführung des Fondsystems und jener Veränderungen inden Operationen des Handels bezeichnet wurden, welche noth-wendig darauf folgen mußten.
Die Zunahme des Handels in London hielt Schritt mitder politischen Entwickelung Englands. So lange diefremden deutschen Kaufleute mit ihren wohlfeilerenWaaren in ihrem privilegirten Comtor 8tce>-llur(Ien inLondon den englischen Markt beherrschten, wurden die Kla-gen der inländischen Gewerbetreibenden über die Erfolglo-sigkeit aller ihrer Anstrengungen immer lauter und die Er-bitterung derselben gegen die Fremde» immer heftiger. End-lich mußten die Fremden weichen im Jahr 1897, am 4. Au-gust, indem man ihnen den liloel-Ooiäcn nahm, der späterdurch den großen Brand Londons 1006 vernichtet und seit-dem nicht wieder aufgebaut wurde. Roh führten die frem-den, deutschen Kaufleute aus London die Wolle und Tucheaus, und brachten sie als theureres Fabrikat wieder dorthinzurück. Als unter der Regierung der Königin Elisabeth,die 1888 den Thron bestieg, ihre Privilegien in Englandmannigfach, und namentlich ihre Ausfuhr roher Tuche aufjährlich 8000 Stück beschränkt wurden, war das Glück derhansischen Kaufleute vorüber und der Sieg des englischenGewerbcwescns gewiß. Die bedrängten deutschen Kaufleutewendeten sich an Kaiser undRcich mit dem Gesuch umHülfc,und unterstützten dasselbe insbesondere mit dem Grunde, daßseitdem die Engländer selbst ihr Tuch auf den auswärtigenMarkt brächten, aber zu einem viel höhere» Preise, als sieselbst thäten und gethan. Sonst sei ein englisches Tuch mit23 bis 28 Fl. auf der frankfurter Messe bezahlt worden,jetzt ließen sich die englischen Kaufleute 33 bis 38 Fl. dafürbezahlen. Alles half nichts. Dieses Verfahren der deutschenKaufleute war keineswegs geeignet, etwas zu erhalten,worauf die Engländer selbst mehr und das gegründetste Rechthatten. England hatte ja schon Philipp's, des spanischenKönigs, sogenannte „unüberwindliche Armada" im Jahr1888 vernichtet. Damit war England auf den großenWeltschauplatz ruhmvoll getreten, und hat seitdem nie wie-der das nationale Ziel aus dem Auge verloren. 1879 ent-stand die levantische und die ostländische Handelsgesellschaft,und 1600 am 31.Dec. erhielt die „Regierung und Gesellschaftder nach Ostindien handelnden Kaufleute von London" vonder Königin Elisabeth den Freibrief. Sie richtete in der-selben Zeit die Marine-Assekuranz ein. Seitdem wuchsEngland durch seinen Handel fortwährend durch eine mitThätigkeit vereinte Aufmerksamkeit des englischen Volks aufdas, wodurch sein Wohl gefördert werden konnte. Es ent-stand dieHudsons-Bai-Compagnie, 1670 diederGrönlands-Fischerei, 1693 die Bank von England, bald noch eine neuevstindische Compagnie, die sich jedoch mit der alten vereinigte.So wirkte der Associationsgeist immer erfolgreicher in Eng-
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