12,Wo Einw., beträchtlicher Schuhmacherei für Frauen (eswerden jährlich über 1 Million ausgeführt), Handel nachSüd-Amerika, Fischerei.
, lling's-I. ^nn, Stadt in Eng-land, Grafschaft Norfolk, rechts an der Mündung desGreat-Ouse in den Wash, mit 15,000 Einw., Zollhaus,königl. Magazin, Handel, Schifffahrt; Geburtsort des be-rühmten Seemanns Vancouver.
Hauptstadt des Deport, der Rhone in Frank-reich, am Zusammenfluß der Rhone und Saöne; alt, groß,schön und eine der reichsten und bedeutendsten Städte Frank-reichs, 45° 48< 44" nördl. Br. 2° 29' 10" östl. L., mit180,000 Einw., ohne die Vorstädte Baize, Croix-Rousse,Guillotiere, mit diesen aber 208,000 Einw.; ist Sitz derPräfektur, des Erzbischofs, königl. Gerichtshofs, einesCivil- und eines Handels-Tribunals, einer Handelskammer,General-Rath für Handel, Manufaktur-Rath, c-mseil depruä'lwminos, mehrere Assekuranzen; Akademie, College, Taub-ffummenschule, Lehranstalt für die auf Färberei angewandteChemie, Bank u. mehrere(24) Bankgeschäfte, Münze (Buch-staben), Kunst- u. Gewerbeschule I.ama, liniere, königl. Oeko-Nomie- u. Veterinärschule, königl. Schule für schöne Künste.
Die Gründung Lyons verliert sich im Dunkel der Jahr-hunderte und ist nicht mit Gewißheit zu ermitteln. ZurZeit der Eroberung Galliens durch Cäsar war es bereits einwichtiger Ort. Später wurden große Messen da gehalten,der Handel entwickelte sich immer mehr und mehr, und hatstch, trotz der zahlreichen großen Unglücksfälle, welche dieStadt betroffen, in immer steigender Maße erhalten.
Die Industrie Lyons ist unermeßlich. Die Seiden-ieuge, die durch die Dauerhaftigkeit ihrer Farbe und denguten Geschmack ihrer Muster berühmt sind, bilden dieGrundlage. Lyon ist die erste Stadt in Frankreich, welcheSeidenfabriken besaß. Sie schreiben sich aus der Zeit Lud-wigs XI. her und verdankten ihre Gründung FlorentinernUnd Lucchesern, welche durch die blutigen Kämpfe der Gucl-stn und Ghibellinen aus ihrem Vaterlande vertrieben wur-den. Im Jahr 1699 zählte man in Lyon 4000 Stühle,'w Jahr 1788 bereits 12,000 und 60,000 im ganzen Lande.2n der letzteren Zeit wurden in Frankreich 2,500,000 Pfd.Seide verarbeitet, wovon das Land selbst die Hälfte lieferte.
Jahr 1789 hatte die Anglomanie die Zahl der Stühlew Lyon auf 7500 heruntergebracht, welche 12,700 Arbeiter^schäftigten. Von 1801 bis 1812 vermehrte sich die Zahl°Uf 10,720 Stühle und 15,506 Arbeiter. Im Jahr 1824iühlte man 24,000 Stühle, und 1825 schätzte man sie auf^0,000, wovon 20,000 innerhalb der Mauern, 5000 in denVorstädten und die übrigen in der Umgegend waren. Im^ohr 1833 wurde ermittelt, daß sich die Zahl auf 32,000rlaufe, ungerechnet 2000 andere, welche Tülle und Strüm-^sr lieferten. Ueber 80,000 Personen nehmen direkt oder^direkt an dieser Industrie Theil. Die Seide wird noch'dinier zur Hälfte von Frankreich selbst geliefert, das 1838^ ganzen Bereiche 84,000 Scidenwebstühle hatte.
Merkwürdig ist, durch wie viele Hände die Seide geht;wanche Zeuge gehen durch die Hände von 24 verschiedenenrbeitern, ehe sie an die Fabrikanten abgeliefert werden,^dd man darf sich demnach nicht wundern, daß in Lyon so"'"^Personen bei der Seidenmanufaktur betheiligt sind.
Die Hutmacherci und der Buchhandel, die Buchdrucke-rei, die Goldwaaren - und die Likörfabrik sind die sekundä-ren Zweige der Industrie und des Handels in Lyon. Dievorzüglichsten Fabrikgeschäfte liefern Scidenwaaren allerArt, Gold- und Silberstoffe, Shawls von Bourre de Soieund Cashemire, Bänder, Teppiche, Tülle, Krepp, gedruckteLeinwand, Baumwollenzeugc, Wachstuch, Stickereien, Po-samentirwaarcn, seidene rc. Strumpfwaarcn, Gold - u. Sil-bcrspitzen, Hüte, Chocoladc, Farben, bunte Papiere, Leim,Saiten, Bürsten und Pinsel, Karten, Lichter, Pappe,Bleiplattc», Stahl, Bijouterie, Billards, Knöpfe, Bro-derie, Krempeln, Goldlcisten, Maschinen, Stahlfedern,pariser Stifte. Es giebt ferner bedeutende Fabriken fürLikör, chemische Produkte, Türkischroth: und Seidcnfärbe-reien, Metallgießereien, Gold- und Silberdrahtzichercien,Glasbläsereien, Fayenccfabriken, Gypsmühlen, berühmteGerbereien, zahlreiche große und schöne Brauereien undSchiffbauercien. Die Stadt ist der Niederlagsort der Eisen-waaren mehrerer Departements. — Bedeutend ist der Han-del mit roher Seide, Seiden- und Modcwaare», Bändernund Strohhüten, Seife, Luch, Wolle, Leinwand, Hüten,Kolonialwaaren, Büchern, Papier, Eisenwaaren, Getreide,Mehl, Hanf, Rhoncweinen, Branntwein und seinen Likö-ren. Die Rhone, Saüne und Loire, so wie die Eisenbahnnach St.-Eticnne rc., und die Dampfschifffahrt erleichternden Handelsverkehr. — Eine eigenthümliche Anstalt inLyon ist die sogenannte Londiüon des soios. Dies Gebäudesteht ganz einzeln, um es vor jedem Unglück zu wahren, unddie Gemächer sind gewölbt. Es soll der Seide die überflüs-sige Feuchtigkeit nehmen, welche sie in den Mühlen, aufdem Wege und durch andere Ursachen angenommen habenkann. Hat ein Fabrikant Seide gekauft, so schickt er siedahin, wo sie gewogen, in vergitterte Schränke gelegt und24 Stunden lang einer Wärme von 18 bis 22° ausgesetztwird. Ist alle Feuchtigkeit heraus, so wiegt man die Seidevon neuem, und der Gewichtsabgang wird durch ein Zeug-niß der Anstalt bescheinigt. Im Jahr 1841 wurde deshalbbestimmt: „Das auf diese Weise ermittelte Gewicht mit11 Proc. Aufschlag soll das Handclsgewicht der conditionir-ten Ballen bilden."
Alle Verkäufe in lyoncr Scidenwaaren geschehen gegenbaar mit einem Disconto, der zwischen 10 bis 12 Procentwechselt. Die Seidenmäkler erhalten vom Verkäufer°/, Proc., auf die Verkaufssumme vor dem Abzug des Dis-conto; die Mäkler für andere Waaren erhalten >/2 Proc.sowohl vom Verkäufer als Käufer.
Jährlich werden in Lyon vier Messen gehalten, diefrüher von großer Wichtigkeit waren und immer noch starkbesucht sind. Eine jede derselben dauert 15 Lage. Sie be-ginnen an folgenden Tagen:
1) Die Drei-Königsmcsse (la loiro dos Ilois),am Montag nach dem Drei-Königstage (im Januar);2) die Ostermesse (la Ibire dos Laguos), am Montagenach Quasimodogeniti; 3) die Augustmcsse (1a loireü'Xoüt), am 4. August; 4) die Allerheiligen messe(la loire de loussaim), am Hubertstage, d. i. am 3. No-vember. Früher hatte jede dieser Messen ihr eigenes l'aio-mont (Iah lungs zeit), das bis zu dem Ende des Mo-
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