Malz
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Manchester
Holzmaaß in einigen deutschen Gegenden, die Hälfte derKlafter.
Malz, franz. vredio, Mit, LIe germs; englisch Mit;ital. Mit»; Orro gormogiialo o tallito, nennt man diejenigenGetreidekörner, welche man durch geeignete Behandlung biszum Keimen gebracht und dann wieder getrocknet hat.Malz ist das Hauptmatcrial zum Bier. Zur Malzbereitungwird das Getreide, gewöhnlich Gerste oder Weizen, aufHaufen geschüttet, angefeuchtet (eingequellt), und dann, so-bald es zu keimen anfängt, öfters umgeschaufelt. Hierauffolgt das Trocknen, welches entweder auf einem Boden ander Luft geschieht (Luftmalz) oder mitHülfe der Wärme»uf einer sogenannten Malzdarre (Darrmalz). Daskuftmalz giebt ein Helles, das Darrmalz ein braunes Bier.Gutes Malz muß auf dem Wasser schwimmen; das alte,verdorbene sinkt zu Boden. Das Malz hat einen sehr kräf-tigen, angenehmen, süßlichen Geruch und einen süßen Ge-schmack. Diejenigen Städte, welche viel Getreidehandeltreiben, führen meist auch Malz aus. So geht z. B. vonden preuß. Ostseehäfen viel nach Schweden, Bremen, Lü-beck rc. Hamburg erhält zu seinem eigenen Bedürfniß vielMalz aus England, wo es in besonderen Anstalten bereitetwird und ein sehr beträchtlicher Handelsartikel ist. InEngland bestehen über die Malzbereitung besondere Gesetze,
7 u. 8 6oo. 4, c. 52. 11 6oo. 4, c. 17. In EnglandUnd Wales wurden 1836 bereitet und versteuert37,196,998,*840: 36,653,442, 1842: 30,796,262 Büschels; in Schott-land 1836: 4,903,187, 1840: 4,397,304, 1842: 3,786,476Bushels; in Irland 1836:2,287,635, 1840: 1,406,116,1842-. 1,268,656 Bushels. — In Preußen wurden im Jahr1839: 1,830,829 Ctr. Braumalz versteuert; indessen hatseit 1831 die Fabrikation und der Verbrauch des Bieres inPreußen fortwährend abgenommen. Das gedörrte Malz"tu>ß man an trockenen Orten aufbewahren, da es durchZuziehung von Feuchtigkeit übelschmeckend wird und ganzverdirbt.
Malzgarn, (.Leinengarn.
Mamoudies , feine ostindische Baumwollenzeuge,^ früher häufig von den Engländern und Dänen nach Eu-ropa gebracht wurden. Die aus der Levante über Smycna°m>nenden Mamoudies find eine Art fest gewebter C am-dr-sine.
Mamre, eine Art jüdischer Schuldscheine; s. unter d.^'"-Billet.
Mamudi, Mahmudi, Mahmud, Mamoudi,.1 türkische Goldmünze; 2) Rechnungs- und SilbermünzePersien; — 3) Rcchnungsmünze im östl. Arabien.
Man, englische Insel im irischen Meer, ohngefähr insicher Entfernung von England, Schottland und Irland;^gen zo (engl.) Meilen lang, 10 bis 12 breit, im Innernvglg und hat nirgends besonders fruchtbaren Boden,^ Ko,ooo Einw. Die Insel war sonst eine der Hauptsta-I °ven der Heringsfischerei, aber die Fische haben sich seitungerer Zeit weggewendet. Die Dampfböte von Glasgowvch Liverpool legen an der Insel an. Die Insel war frü-kr ein Lehn der Earls von Derby und in späterer Zeit dererzöge von Athol, welches die Folge hatte, daß die E!n-vgszölle hier immer weit niedriger waren, als in einem
andern Theil Großbritanniens. Dieser Unterschied bestehtnoch jetzt und veranlaßt eine starke Schmuggelei, die nochnicht zu unterdrücken ist.
Münzen, Rechnung, Maaße und Gewichte sind die engl.
Manchester, Stadt in England, Grafsch. Lancaster,O. von Liverpool, mit dem es durch den Leeds-Liverpool-und Bridgewater-Kanal, so wie durch eine Eisenbahn ver-bunden ist; am Jrwell-Fluß. So wie früher Manchester'sVerkehr durch die Kanäle Ashton, Manchester - Oldham,Rochdale, Bridgewater-, Manchester-Botton-Bury, die ausallen Richtungen hier zusammenstoßen, auf das Günstigstebefördert wurde, so münden jetzt hier fünf große Eisenbah-nen, die nach allen Richtungen ausgehen. Manchester istder Mittelpunkt der britischen Baumwoll-Jndustrie und dieFabrikhauptstadt des Reiches. Obgleich die Baumwollen-manufaktur über ganz England verbreitet ist, so bleibtManchester doch der Hauptsitz derselben, indem es das roheMaterial empfängt und in zahlreiche Städte und Dörferringsum vertheilt, dann das dort gearbeitete Fabrikat wie-der sammelt und auf die Märkte des In- und Auslandesbringt. Obgleich die Stadt schon sehr alt ist, indem sie vonden Römern angelegt wurde, so schreibt sich ihr Aufblühendoch erst aus dem 15. Jahrhundert her. Schon damalsgalt sie für eine industriöse Stadt wegen der hier betriebenenWoll- und Leinwandmanufaktur, die damals die Hauptsacheder Industrie bildete. Sobald die Baumwolle in Europaallgemeiner, und deren Zufuhr durch Liverpools Schiffeaus Nord-Amerika allmälig vermehrt wurde, ergriffManchester die Verarbeitung der Baumwolle als einen bei-nahe noch ganz neuen Industriezweig, dessen Aufblühen durchdie Ausfuhr von Liverpool wesentlich gefördert wurde. Erwuchs mächtig durch Benutzung der Entdeckungen von Har-greaves, Arkwright und Crompton für die Baumwollzeug-fabrikation. Die Manufaktur der Stadt besteht nicht aus-schließlich in feineren Muslin, Percal und andern seinenBaumwollfabrikaten, worin vielleicht Schottland voranstellt,sondern umfaßt auch die ordinären und nützlichen Dimitys,Barchent, Velveteens, Shirtings, Ginghams, gemusterteMusline, Calicos zum Bedrucken rc., so wie Teppiche undUmschlagetücher, Seidenzeuge, Tüll rc.
Die verschiedenen Baumwollenfabrikate, welche mangewöhnlich Manchester-Waaren nennt, werden nicht sämmt-lich in der Stadt selbst, sondern in den umliegenden Städtenund Dörfern verfertigt, dort gebleicht, zum Theil auch ge-druckt und dann erst des Verkaufs wegen nach Manchestergeschickt. Die Hauptmarkttage dazu sind der Dienstag undSonnabend. — Die vielen Spinnfabriken befriedigen nichtnur den ungeheuren heimischen Bedarf an Baumwollengarn,sondern liefern auch viel zur Ausfuhr. Jetzt sind auch dieFlachsspinnfabriken bedeutend. Ebenso sind hier größereFärbereien und Kattundruckereien, so wie Spinnmaschinen-fabriken, Eisengießereien, Papier- und Hutfabriken, Bank-geschäfte rc. thätig. Sehr bedeutend ist auch der Handel mitden Fabrikaten.
Manchester ist im Ganzen keine elegante Stadt; einigeTheile im Innern sind eng und voll von Waarenlagern undgroßen Fabrikgebäuden; nur die Zugänge hat man schön ge-macht und hier findet man elegante Häuser der reichen