Manchester
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Mandeln
Kaufleute. Bemerkenswerth sind ferner die Börse, dasneue Gesellschaftsgebäude (öiovv 4ssembl^ rooius), das großeHospital rc. — Im Jahr 1787 hatte die Stadt 19,887,1830: 200,000, jetzt 320,000 Ew.
Münzen, Rechnung, Maaße und Gewichte die englischen;Curs wie in London.
Manchester, Sammetmanchestcr, Baum-wollensammet, stanz. Velours äe Loton ; englisch Volvo«,Velveteon, Volveret, ist ein nach der Stadt Manchester be-nanntes Baumwollenzeug, welches ganz auf dieselbe Weisewie der Seidensammt mittelst zweier Ketten über einanderverfertigt wird und diesem auch sehr ähnlich ist. Die untereKette bildet das eigentliche Aeugstück, die obere aber bestehtaus den Poil- oder Pfeilfäden, die durch den Schußmit der unteren Kette verbunden und nach geschehenem We-ben mit einer dünnen scharfen Klinge aufgeschnitten werden.Es giebt aber auch »«geschnittenen oder glattenManchester (englisch plaln kustions), wie z. B. das englischeLeder oder Satin et; ferner die sogenannten Jeans,Ribs, Stockinets, Denims, Heringsbones rc.Zum eigentlichen Manchester (engl. baevz' iuslians) gehörendie Belvets, Velveteens, Belverets und Thicksets. DieVelv ets sind die beste Sorte Manchester; sie werden ausbrasilianischer Baumwolle >/? bis ^/, Pari, breit in allenFarben gewebt. Die schwarzen sind am gangbarsten. DieVelveteens, welche geringer sind, werden aus westind.Baumwolle in einer Breite von '/s Ward gemacht. Diemit geköpertem Grund heißen Genoa Velveteens.Die Velverets sind mit einem doppelten Einschlag ge-webt; der eine bildet den Grund des Zeuges, der andere gehtabwechselnd über zwei Kettenfäden. Unter dem NamenThicksets versteht man die bunten, gedruckten, gestreiftenund gerieften Sorten Manchester, bei denen ein Faden desEinschlags den Grund macht und der andere über drei Fädender Kette in gleicher Reihe läuft. Die Thicksets sind '/z bisPari) breit. Außerdem gehören noch zum Manchesterfolgende Zeuge: die 8üovon-pillocvs , zu deren KetteLeinengarn und zum Einschlag baumwollene Werft genom-men wird; sie sind wie Barchent gewebt und werden aufder Oberfläche geschoren. Die keavoreä-pillovvs sindauf der Oberfläche mit Kratzen und Karden gerauht undaufgekratzt. Veavereä-Salinet nennt man einen, miteiner Kratze aufgerauhten Satinet. Der Hauptfabrikations-ort für alle hier angeführten Zeuge ist Manchester und dieUmgegend. In Frankreich, wo die Manchester die NamenVelours clo Loton; V. ccmnolös sur Lotsn; V. trainos äe Ve-lours xenois etc. führen, wurde die Manchester-Fabrikation1740 eingeführt, aber 1788 durch Vervollkommnung derMaschinen verbessert, und die bedeutendsten Fabriken sindzu Rouen und Amiens; auch zu Abbeville, Sens, Pont-Andemcr, Bolbec und Pvetot macht man viel Manchester.Ausgeführt wird davon wenig. In Deutschland ist dieManchesterfabrikation noch nicht sehr lange einheimisch ge-worden; jetzt macht man jedoch in Oesterreich, Böhmen(Warnsdorf), Sachsen (Frankenberg, Frohburg, Lausigk),Preußen (Berlin) Manchester, der dem englischen nicht nach-steht. Der Manchester wird sowohl glatt als kannelirt (ge-furcht, durch tiefliegende Längenstreifen, im Gegensatz zu ge-n'bbt) gearbeitet, als auch buntfarbig, streifig oder geblümt,
gedruckt. Er wird theils zur Kleidung, theils zu Meubel-zeugen, zu Putz rc. gebraucht.
Manco, das Fehlende, besonders auf das Maaß undGewicht von Waaren angewandt. Man hat z. B. Oel be-zogen, und ein Faß enthält 30Pfd. weniger, als dieFacturaangiebt; dann sagt man wohl: bei dem Faß ö!. öl. hat sichein Manco von 30 Pfund ergeben. In den reinen Stilgehört dieses Wort freilich nicht, weshalb man wohlthut, eszu vermeiden.
Mandat, Mandatar. Mandat ist gleichbedeu-tend mit An weisun g(s. d.Art.),heißt aber auch die Voll-macht. Demgemäß ist Mandatar, Mandatarius,derjenige, dem man eine Vollmacht giebt.
Mandel, bei den sogenannten zählenden Waaren oderGütern eine Anzahl von 13 Stück. Bei einigen Gegenstän-den rechnet man 16 Stück auf eine Mandel, und nennt danndieselbe eine große Mandel; jene von 13 Stück aber einekleine Mandel. — Vier Mandeln machen ein Schockaus, welches also aus 60 oder aus 64 Stück besteht.
Mandeln, franz. 4mun(los; engl. 4IM0NÜS; ital.ölanckorle, sind die Fruchtkerne des ursprünglich in Asien ein-heimischen, jetzt auch in Süd-Europa angebauten gemeinenMandelbaumes, 4mxgäulus conu»ums L., von dem es haupt-sächlich zwei Varietäten giebt, die eine mit bitterenFrüchten, die andere mit süßen Kernen, die sich überhauptnur durch ihren Geschmack unterscheiden. Auch kommenaußerdem noch Abarten mit größeren oder kleineren Früchtenund mit mehr oder weniger zerbrechlichen Schalen vor-Im Handel macht man hiernach die Hauptunterschiede,nämlich bittere, süße und sogenannte Krach- oderKnackmandeln. Die bitteren Mandeln kommen be-sonders aus Sicilien und Nordafrika, namentlich aus Mo-gador, zu uns. Sie sind außen hell bräunlich-gelb, schwalbgefurcht und fein mit einem gelblichen Staube bedeckt, innc"weiß, haben einen eigenthümlichen bitteren Geschmack, dernicht, wie man sonst glaubre, in der Schale liegt, und m>"heißem Wasser gebrüht, einen eigenthümlichen Geruch. Mbesten sind die bitteren Mandeln aus der Provence, geringerdie aus der Berbern. Nach der chemischen Analyse vo»Vogel erhält man aus den bitteren Mandeln durch Destilla-tion ein blausäurehaltiges Oel. Von den süßen Man-deln, welche gewöhnlich etwas größer und zuweilen Hellersind als die bittern, unterscheidet man im Handel hauptsäch-lich folgende Sorten:
orracy-, ornacc- ooer ^oroansmanocc»-franz. ^inonäos on evguo vu r> croguor; engl. 8okt-siio», odersorllLn olmvnäs, so genannt, weil der süße Kern noch in drläußeren harten, bräunlich-gelben Schale (on cogue) sich bc°findet. Diese ist theils ganz dünn, leicht zerbrechlich, thcillsehr hart und schwer zerbrechlich. Man bezieht sie besc>"°derS aus Frankreich (Marseille), Spanien (Alicante, Ma-laga) und Italien (Livorno, Sicilien). In Frankreichunterscheidet man die Krachmandeln in folgende Arte"u) .Vmanllos surlmos ou ü In I'rincosse, auch wohl ?istoc>>e-genannt; b) millnos ou :> In 0:>mo; c) .Vbollanes; (I) rare-ou u lo öloliöro (M o la rissc n), kommen aus LangucdocFrankreich; e) .Vmonlles -luros, Mandeln in harten Schall"und weit weniger fein als die vorigen Sorten. Diese st"