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Marienbcrg — 2L9 — Mark
findet sich hier ein Tribunal erster Instanz und eine Be-satzung.
Marienbcrg, Bergstadt in Sachsen, im Erzgebirge,Kreisdirektion Zwickau, mit 8000 Einw., ein Hauptzoll-,«n Berg - und ein Postamt, Bergbau.
Marienburg, Kreisstadt in Preußen, Regierungs-bezirk Danzig, an der Rogat, mit 6000 Ew., Lein- undWollweberei, Handel.
Marienglas, Frauenglas, russisches odersibirisches Glas, stanz. Verre ckedluscovie; engl. dlos-xlsss; ital. Vetro äi dloscovia, heißt ein weißer odergelblicher, mehr oder weniger durchsichtiger, blätterigerGlimmer, der in großen Partien im Granit bei JrkutskPesterweise sitzt und daraus in Tafeln von mehreren Qua-bratfuß gewonnen werden kann. Er läßt sich sehr leichtspalten und wird zu Fensterscheiben geschnitten, die beson-ders auf Schiffen und zu Laternen (namentlich für Fuhr-leute) beliebt sind, da sie nicht spröde wie das Glas, sondernelastisch sind und daher nicht leicht zerbrechen. Sie habenaber dagegen das Unangenehme, daß sie bald fleckig undMinder durchsichtig werden, sich auch wohl krumm ziehen.Zuweilen nennt man auch den Gypsspath, gewöhnlich8 raueneis(s. d Art.) genannt, Marienglas.
Mariengroschcn, eine bis 1817 gebräuchliche Rech-"ungs- und wirklich geprägte Silberscheidemünze in Han-a°ver, Braunschweig und Waldeck, 36 1 Thlr.
Mariengulden, frühere Rechnungsmünze in Han-a»ver und Braunschweig, — 20 Mariengroschen.
Marienwerder , Hauptstadt des gleichnam. Regie-pungsbez. in Preußen, am Einfluß der Liebe in die kleine^°gat, unweit der Weichsel, mit 8600 Einw.; Sitz derLegierung und des Oberlandesgerichts, Baugewerkschule,Gestüt, Runkelrübenzucker- und Tabakfabriken, Handel.
Marigni, im französischen Handel eine den Bre-iagnes ähnliche Leinwandsorte für den spanischen Handel.
Mark, Signatur, nennt man das Zeichen, womitE'p Handelshaus die Güterstücke, Ballen, Fässer oder Kisten
—, welche es an Andere versendet, bezeichnet, um da-brch möglichen Verwechselungen Seitens der Frachtfahrerb°rzubeugen. Das Zeichen oder die Mark, unter welchereine Waare absandte, wird stets in die Factura an dengewärtigen, sowie in den Frachtbrief eingetragen, wieauf den Collis ist.
Mark, ein altes deutsches Gewicht, mit welchem man^°Id und Silber wog und welches anfänglich, als diese Me-tafie noch nicht zu Münzen ausgeprägt waren, zugleich dieAbnorm bildete, indem man jeden Werth nur im Mark-Tkwicht an edlem Metall bestimmte und das feine MetallZahlungen danach abwog. Als Muttergewicht bediente^an sich j,en frühesten Zeiten der kölnischen Mark,welche die Hälfte des kölnischen Pfundes vorstellte, von der'"an sich überall Copien nahm und die man allgemein inLoth zu 4 Quentchen b 4 Pfenniggewicht i> 17 EschenRichtpfennige eintheilte, so daß diese Mark 68,836ihrer kleinsten Theile, der Richtpfennige, enthielt.Da aber die Copien der köln. Mark nicht immer und überallgleicher Treue und Genauigkeit angefertigt wurden, so
entstand mit der Zeit ein Unterschied der in den verschiedenenLändern und Städten Deutschlands unter der Benennungkölnische Mark gebräuchlichen Gewichte, der noch heutefortbesteht, und da bei späteren Prüfungen selbst die inKöln aufbewahrten und als ächt bezeichneten verschiedenenMuster der Mark nicht mit einander übereinstimmten, dasalte Original-Markstück aber verloren gegangen ist, soläßt sich jetzt die Schwere der wahren ursprünglichen Marknicht mehr mit Genauigkeit und Sicherheit ermitteln, vgl.den Art. Cölnl. S. 891. Als später ein geregeltes Münz-prägen und mit ihm das Legiren des Goldes und Silbersgebräuchlich wurde, mußte man eine Mark an Gewicht die-ses gemischten Metalles und eine Mark des in der Mi-schung enthaltenen seinen, d. h. reinen Metalls unterschei-den. So entstand der Unterschied von feiner und rauherMark, indem man eine Gewichtsmenge von 1 Mark an fei-nem Metall eine feine Mark oder Mark fein (Gold oderSilber), ein Gewicht von 1 Mark legirten Metalls aber,unberücksichtigt wie viel darin reines oder unvermischtesenthalten sei, eine rauhe Mark oder Mark löthignannte, und somit hierdurch zugleich Feingehalt (Korn)vom Gewicht (Schrot) unterschied; vgl. den Art. Feine.Um jedoch den Feingehalt einer Metallmischung auszu-drücken, ging man sehr bald schon von jener gewöhnlichenEintheilung der Mark ab, und schuf sich als sogenanntesProbirgewicht(s. d. Art.) eine neue, indem man, wennman es mit dem Golde zu thun hatte, die Mark in 24Ka-rat zu 12 Grün, und wenn es sich um Silber handelte,in 16 Loth ö 18 Grän theilte, so daß in beiden Fällen dieMark — 288 Grän war. Bei den ehemaligen Reichsge-richten rechnete man die Mark löthigen Goldes zu 72Goldgulden oder 96 Thalern, die Mark löthigen Sil-bers zu 8 Thalern.
Der uralte Gebrauch, den Geldwerth nach der Markund ihren Unterabtheilungen auszudrücken, ward die Ver-anlassung, daß, nachdem man schon lange zu diesem Behufdie Metalle nicht mehr wog, in einigen, namentlich nord-deutschen, Gegenden die Einheit der Münzrechnung, ob-gleich von dem Werth einer Mark edeln Metalls verschieden,den Namen Mark erhielt, und so nennt man noch heuteverschiedene Rechnungs- und Silbermünz-Einhciten in Lü-beck, Hamburg, Dänemark, Norwegen rc. Jedoch nichtblos als Gold- und Silbergewicht brauchte man die Mark,sondern auch als Handelsgewicht, obgleich sie als sol-ches weniger die Einheit, sondern vielmehr eine Unterub-theilung, nämlich die Hälfte des Pfundes, vorstellte. AlsHandelsgewicht dient die Mark nur noch in Schwedenals Eisengewicht, in Riga, und in Zürich als Seiden-gewicht.
Als Münzge wicht dient die Mark als Grundlagedes sogenannten Münzfußes, insofern nämlich bestimmtwird, wie viel Münz-Einheiten aus einer feinen Mark ge-prägt werden, vgl. den Art. Münzen. Je gleichmäßigerdas Münzwesen in den verschiedenen Staaten gebildetwird, desto einfacher wird das Verhältniß des Münzfußeszu dem Münzgewicht. Wo das Münzwesen geregelt wird,muß eine genaue Gewichtsbcstimmung der Mark vorausgeschehen. Für einen solchen Zweck wurde die preußische(kölnische) Mark zu 233,838306366 Gramm bestimmt, und
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