Mebs
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Meiningen
ligen Ueberresten der Körner, die noch an den Schalen fest-sitzen, gewonnen wird und viel zu Staub geriebene Schalenmit durch das Beutcltuch fallen. Griesmehl nennt mandas Mehl von Weizen des letzten Ganges, häufig mit demvom ersten Gange vermischt, und Schwarzmehl das vomRoggen von denselben Gängen. Man unterscheidet auchdas Mehl in dieser verschiedenen Beschaffenheit nach Num-mern. Viel Mehl wird in Guhrau in Schlesien für denGroßhandel bereitet, wo sehr viel Mühlen thätig sind, wiebei den Städten Fraustadt, Karge (Unruhstadt), Posen, dieebenfalls vorzügliches Mehl liefern. Uebrigens kann ge-darrtes Getreide ein vorzügliches und weißes Mehl nichtgeben.
Verfälschungen des Mehls mitGyps, Kreide, Knochen-mehl w. geschehen im Handel, um das Gewicht zu vermehren.Die Beimischung von Erbsen- oder Bohnenmehl im Weizen-oder Roggenmehl erkennt man durch den Geruch, wenn maneinen Theil von solchem Mehl mit kochendem Wasser ver-mischt, im Backwerk aber daran, daß dasselbe vom Erbsen-mehl leicht auseinanderläuft bei der Bereitung. Gersten-mehl ist gelblich und stets mit vielen Hülsentheilchen ver-mengt, und giebt einen kurzen und spröden Teig, das manam fertigen Gebäck noch an der gerissenen Rinde erkennt.
Bohnenmehl braucht man in einigen Gegenden zurFütterung des Viehes.
Spclzmehl wird häufig zu dem feineren Backwerkgebraucht, und viel davon aus Baiern und Baden be-zogen.
Mehs, s. Mace.
Meile, ein Längenmaaß, womit größere Wegstreckengemessen werden, das aber in den einzelnen Ländern außer-ordentlich verschieden ist. Ost hat man in einem und dem-selben Lande mehrere Meilenmaaße oder Wegemaaße,als: große und kleine Meile, Postmeile, Polizei-meile, geometrische Meile, Seemeile rc. DieGröße derselben wird vorzüglich nach dem Verhältniß zu ei-nem Grade des Erd-Aequators bestimmt. So machen z.B. 18 deutsche oder geographische Meilen einen solchen Graddes Gleichers aus. Die Größe der verschiedenen Meilen-maaße in den verschiedenen Ländern ist in den einzelnenArt. angezeigt.
Meile», Dorf im schweizer Kanton Zürich, am züri-cher See, mit 3000 Einw., Baumwollspinnereien, Seiden-zeugfabriken, Kattundruckerei, Handel mit Käse, Wein -c.
Meiningen, Hauptstadt des Herzogthums S'achsen-Mciningen-Hildburghausen, mit 6800 Einw., Woll-undBaumwollwebcrei, Spinnerei, Industrieschule -c. DasHerzogthum Meiningen ist ein sächsisches, und war biszur Vereinigung mit dem Herzogthum Hildburghausen 1826selbstständig. Außer den ehemaligen altenburgischen undgothaischen Landestheilen bildet das Land ein zusammenhän-gendes Ganze, das an und auf dem Thüringer-Walde, längsder Werra liegt; 48"/, QMeilen mit 138,000 Einw. ESgehört zu dem deutschen Bunde und dem deutschen Zollver-ein, zu letzterem mit den thüringischen Staaten. Die Pro-dukte sind viel Holz, Obst, Tabak, Eisen, Steinkohlen, Mar-mor, Schiefer, der zu Tafeln und Stiften benutzt wird,Wetzsteine, Porzellan - und Walkcrerde rc. Die Industrie
beschäftigt Hochöfen, Hammer- und Blaufarbcnwerke,Marmor- und Steinmühlen, Glashütten, Schneidemühlen,Potaschsiedereicn, Porzellanfabrikcn, Holzwaarenfabrikation(Sonnebergcr Waaren).
Münzen und Rechnung s. den Art. Hildburghausen.
Wirklich geprägteMünzen.
In Silber: Conventions-Speciesthaler zu 2 Fl. 24Kr. rhein., gesetzmäßig 8'/, Stück auf die rauhe köln. Markzu 13'/, Loth fein, also 10 Stück auf die köln. Mark feinSilber; — 20-Kreuzer oder Kopfstücke zu 24 Kr. rheinisch,gesetzmäßig 38 Stück auf die kölnische Brutto-Mark zu 9'/,Loth fein, also 60 Stück auf die köln. Mark fein Silber, aberin der That geringer, und 61'/, Stück auf die feine Mark.
6-Kreuzer, gesetzmäßig 96 Stück auf die rauhe Markzu 8'/, Loth fein, also 288 Stück auf die feine Mark, ge-wöhnlich aber geringer. Die neueren Stücke sind etwasbesser, 98^/7, Stück auf die köln. Brutto-Mark zu 3°/, Lothfein, und 278 St. auf die köln. f. Mark.
Saalfelder Ausbeute-Gulden von 1829, gesetzmäßigIOw/,, Stück auf die rauhe Mark zu 13«/, Loth fein, 20 St.aus die f. köln. M.
Gulden (rhein.), seit 1830, gesetzmäßig 18°/„ St. aufdie köln. Brutto-Mark zu 12 Loth fein, und 24«/,, St. aufdie f. köln. M.
Silberscheidemünze sind die 6-, 3-, 1-Kreuzer.Bon den 3-Krcuzern machen gesetzmäßig 171'/» St. 1 köln.Brutto-Mark zu 4«/« Loth fein, und 860 Stück die feineköln. M. — Von den 1-Kreuzern gehören gesetzmäßig 320Stück auf die köln. Brutto-Mark zu 2-/, Loth fein, u. 1920St. auf die f. köln. M.
Durch Verordnung vom 20. Dec. 1837 wurden die 6-und 3-Kreuzer mit baierschem, badischem, würtembergischcm,hessen-darmstädtischem, nassauischem, frankfurter Gepräge alsScheidemünze für voll genommen, dagegen die sachsen-ko-burgischen und sachsen-koburg-gothaischen ganz außer Cursgesetzt.
Im Wechsel-Curs richtet man sich in Meiningennach Frankfurt a/M.
In Kupfer: Stücke zu 1, >/,, >/, und >/, Kreuzer.
Goldmünzen sind nicht geprägt.
Maaße und Gewichte.
Längenmaaß. Der Werkfuß ist — 128,82 pariserLinien. Der Vermessungsfuß ist der alte nürnbergerFuß. — Die meinin ger Elle ist der köthener gleich.
/eldmaaß ist der Acker —160 QRuthen, — 3136»QVermessungsfuß, und dem kvburgerAcker oderFeldmorge"gleich. — Die Ruthe hat 14 Vermeffungsfuß, — 1886'/-pariser Linien, also der koburger Werkruthe gleich.
Vrennholzmaaß. Die Klafter hat 126 Kubik-Werkfuß.
Setreidemaaß. Das mciningcr Maaß enthält 1N>3stanz. Kubikzoll oder 20,888 Liter; das Malter hat ^Wetzen zu 2 Maaß, also ist das Malter ---- l67'/i>-Liter.
Mssigkeilsmaaß. Die Ohm oder T 0 nnehat 2 Eimerzu 32 Schenkmaaß, — 3688,24 preußische Kubikzoll,