Messer
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Messer
Messer, gehören zu den nothwendigsten Instrumen-ten zu sehr verschiedenem Gebrauch. Sie bestehen aus derKlinge, dem schneidenden Theil, und dem Heft, worin dieKlinge befestigt ist. Im Hauswesen sind letzt Messer zuvielerlei Verrichtungen erforderlich, auch dem Gärtner, demJäger, dem Reisenden und für viele der Gewerbe, nämlichfür den Fleischer, Tischler, Schuhmacher, Riemer, Sattler,Korkschneider, Pfeifenkopfschnitzer rc., ferner für den Chi-rurg rc. ist es ein unentbehrliches Werkzeug. Ehe die Be-arbeitung des Eisens und die Bereitung des Stahls bekanntwar, brauchten viele der alten Völker Messer und Aexte ausStein oder Erz, nämlich aus einer Legirung von Kupfer.Seit dem Gebrauch des Eisens und Stahls und der allmäli-Zen Ausbildung der Gewerbe, so wie den vermehrten Be-dürfnissen im häuslichen Leben ist die Form der Messer sehrMannigfaltig geworden. Im allgemeinen unterscheidet mand>e Messer auch in solche für den gewöhnlichen Gebrauchand in Luxusmeffer. Die letzteren sind in der neueren Zeitdurch den kunstmäßigeren Betrieb der Mcsserschmicderei sehrvielartig geworden, sowohl im Hauswesen als auch zuManchem anderem Gebrauch. Sie unterscheiden sich vonden Messern zum gewöhnlichen Gebrauch durch eine schönere8°rm und kostbarere Ausstattung. Nach der verschiedenenBestimmung der Messer für den Gebrauch theilt man sie inKüchenmesser, Lischmesser, Desertmcsser, Obstmesser, Ta-schenmesser, Federmesser, Nasirmesser, Jägermesser (Genick-fänger), Schnitzer (fürHolzarbeiter rc.), Klingen (für Leder-vvbeiter ic.). Die beiden letzten Arten ausgenommen werdendie Messer in sehr verschiedener Form gemacht. Die Kü-e n m e sse r sind B r o d m e sse r, Tr a n ch i r m esse r und^genannte Hasenbrecher. Die Brodmesser haben^Nen durch Schrauben über der Klinge weit und nahe zumllenden Bügel mit einem feststehenden Griff aus Holz,^ifenbein, Hirschhorn rc. Die Tranchir Messer sindpaarweise Messer und Gabel, mehr oder minder groß. An-er Gabel befindet sich zuweilen oberhalb der Zacken oderinken ein Widerhalter, der deshalb sehr nützlich und sogarNothwendig ist, weil derselbe das bei dem Aufschneiden vonitem Braten und Schinken häufig ausgleitende Messer"vssängt und dadurch Verletzungen der Hand verhindert.
w Hasenbrecher bestehen in einer breiten, kurzen und^»de» Klinge in einem feststehenden Heft.— Die Tisch-össe r haben, wie die Küchenmesser, ein feststehendes Heft,in ^ Klinge mittelst der sogenannten Angel befestigetDie Angel ist zweierlei Art, entweder so breit als dasworin sie zwischen dessen beiden, stach oder Halbrund
'st.-heft,
vbritetcn, Theilen eingelegt und durch quer durchgesteckteAnstifte festgenietet wird; oder vierkantig, lang und zuge-^ 2 , um mittelst eingegossenen Bleies oder Harzkittes in" aus einem Stück bestehenden Heft befestigt zu werden.
vnd vierkantige Angel nicht ganz durch das Heft
ds. die aus dem Heft hervorstehende Spitze derselben""t einem Blättchcn Silber oder plattirten Kupfer'vd/^t' so sind diese Art Messer sehr wenig dauerhaft,M die Angel durch Rost leicht locker wird und die Klingedersck^E Heft geht. Zu bemerken ist außerdem diechiedene Form der Klingen von Küchen-, Tisch- und!>ss ^Western. Sie sind entweder spitzig oder rund. Wieranchirmesser find die Tischmeffer paarweis, Messer
und Gabel, ausgenommen die sogenannten Desertmcsser.In England bildet die Verfertigung der Gabeln gewöhnlicheinen besonderen, von dem der Messer getrennten Fabrika-tionszweig, und die Messerschmiede kaufen von den Gabel-machern die Gabeln schon ausgearbeitet, um dieselben indie Hefte zu befestigen. Die gewöhnlichen Tischmeffer werdenim Dutzend u. halben Dutzend, die Luxusmesser derselben, vondenen das Paar IDucaten, ILouisd'or oder auch 2Louisd'orund noch mehr kostet, kauft man gewöhnlich paarweis.
Taschenmesser sind die sogenannten Einlegemesser,nämlich so benannt, weil die Klingen in dem Heft beweglichin das Heft eingelegt werden. Es giebt davon ebenfallsgewöhnliche und Luxusmesser, die sich durch Ausstattungund den dazu gebrauchten geringeren oder besseren Stahl,so wie deshalb auch im Kaufpreis« unterscheiden. Bei denTaschenmessern kommt es vorzüglich auf die Genauigkeit imBau des Ganzen und besonders auf den richtigen und festenStand der Klinge an, die vermittelst der sogenannten Zungeeingenietet ist. Die Zunge ist entweder rund oder eckig.Dieselbe übt bei der Bewegung der Klinge im Auf- oderZumachen den nöthigen Druck gegen die Feder, um dieselbeaufzuheben. Bei den Messern mit zwei Klingen bestehendie Federn oft nur aus einem Stück, das bis ohngefähr zurHälfte so gespalten ist, daß die Klingen darauf gehen können.Die Federn müssen die gehörige Spannung haben, um durcheinen kräftigen Druck die Klinge festzuhalten; ist dies nichtder Fall, so hat das Messer keinen Werth. Man unter-scheidet auch die Messer mit französischen, gewöhnlichen oderGenickfänger-Klingen. An den ersten läuft die Schneidehorizontal zur Spitze, während der Rücken im Bogen zurSchneide zugespitzt ist; die gewöhnliche Spitze ist blattför-mig im Bogen gebildet, die Spitze der Genickfänger-Klingenist von beiden Seiten lang zugespitzt, und die Rückenseitezum Theil schneideartig geschliffen, wodurch solche Klingenein schlankes Ansehen haben. Die sogenannten Schalen,welche an den Seitentheilen des Heftes mit kleinen Stiftenaufgenietet sind, bestehen entweder aus gewöhnlichem Horn,Hirschhoxn, Elfenbein, Schildpatt oder Perlmutter und derJrismuschel, oder auch aus Stahl, Neusilbcr >c. Die Taschen-messer haben entweder nur eine Klinge, oder eine große undeine Fcdermesserklinge, oder außerdem noch einen Korkzieher.Dies sind die gewöhnlichen Stücke eines Taschenmessers.Sie haben überhaupt eine sehr verschiedene Größe, habenaber außer den erwähnten Stücken häufig noch einige andere,z. B. Feuerstahl, Pfriemen, Säge, Pincette w. Zu denTaschenmessern gehören auch die Gartenmesser, derenKlinge vorn sichelartig gebogen ist. Es giebt auch mehrthei-ligc Gartenmesser, nämlich mit einer Säge und den übrigenzum Pfropfen und Okuliren nothwendigen Stücken. Zu denLuxusmessern kann man die sogenannten Champagner-messer rechnen, deren Klinge beinahe wie in den Garten-messern geformt ist, die aber eine» Korkzieher haben undüberhaupt anders, ihrem Zweck entsprechend, gebaut sind. Zuden Luxus-Taschenmessern gehören ferner die niedlichen Ci-garrenmesser, die man braucht, um die zu festen Spitzender Cigarren abzuschneiden. Die Klinge oder die beiden Klin-gen bewegen sich darin im Heft selbst über einer kleinen run-den Oeffnung, durch welche die wegzuschneidende Cigarrcn-spitze gesteckt wird. In diesen Messern ist die Spannkraft