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Zweiter Band. H - Z.
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Mineralwässer

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Mim- oder Minkfelle

11) Saidschützer Wasser, von dem in der Nähe vonBi'lin in Böhmen gelegenen Dorf Saidschütz, ein Bitter-wasser, welches in 1 Pfund enthält: 7,233 salzsaure Talk-erde, 2,712 schwefelsaure Talkerde (Bittersalz), 4,763Glaubersalz, S,646 Gyps, 8,083 kohlens. Talkerde, 1,688kohlens. Kalk.

12) Schwalbacher Sauerwasser, von demgleichnamigen, bei Wisbaden gelegenen Ort. Es sollen da-von jährlich 400,000 Krüge versandt werden.

13) Sedlitzer Bitterwasser, aus dem bei Said-schütz gelegenen Dorf Sedlitz. Dem saidschützer ganz ähn-lich, nur etwas schwächer.

14) Selterser oder selzer Wasser, von Seltersim Nassauischen; wird in Kisten zu 80 Flaschen versandt, istdas beliebteste Sauerwasser und wird bis nach Ost- undWestindien verführt, es sollen jährlich davon gegen 3 Mill.Krüge ausgeführt werden. Noclssin der Mitte des vorigenJahrhunderts war der Brunnen zu Selters für 2>/z Fl.,später zu 3 Fl. verpachtet, nach dem Jahr 1770 stieg derPacht auf 14,000 Fl. und jetzt soll er der Regierung circa100,000 Fl. eintragen. Das Füllen der Krüge geschiehtnur 3 Monate lang. In 1 Pfund selterser Wasser sind ent-halten: 10,9 Gran kohlensaures Gas, 3,1 kohlensaurerKalk, 4,36 kohlens. Natron, 19,91 Kochsalz und 3,30 koh-lensaurer Talk.

13) Spaawasser, von Spaa bei Lüttich, ein scharfund stechend schmeckendes Sauerwasser, wovon 1 Pfund ent-hält: 8,2 Gran kohlens. Gas, 1,38 kohlens. Kalk, 1,83 koh-lensaures Natron, 0,18 Kalisalze, 0,89 kohlens. Eisen und8,27 kohlens. Talk. Die jährliche Versendung soll sich auf180,000 Flaschen belaufen.

Erst ziemlich spät verfiel man auf den Gedanken, daßsich manche Mineralwässer dadurch künstlich müßte» dar-stellen lassen, daß man gemeinem Wasser diejenigen salzigenBestandtheile beimische (durch Auflösung), welchen die na-türlichen ihre Eigenschaften verdanken. Ein gewisser Paulaus Genf war der erste, der diese Idee im Großen ausführte,indem er zu Paris im Jahr 1800 unter dem Namen Ti-voli eine Trinkanstalt künstlicher Mineralwässer etablirtc,die von seinem Eompagnon Triayre dirigirt wurde. ImJahr 1820 übernahm ein Herr Audeoud diese Anstalt undbrachte einen neuen Schwung in die Fabrikation. 1828trat zuerst eine Gesellschaft von 8 Apothekern in Conkur-renz mit Herrn Audcoud; jetzt hat man aber dort schon 8bis 10 solcher Fabriken, die jährlich mehr als 2 MillionenFlaschen künstlicher Mineralwässer aller Art liefern sollen.Auch die Ccntralapotheke in Paris soll jährlich für die ver-schiedenen Hospitäler 80 bis 90,000 Flaschen künstlicherMineralwässer, namentlich kohlensäurehaltigcs (Selter-wasser) anfertigen.

In Deutschland war Dr. Struve in Dresden dererste, der dort eine solche Anstalt anlegte und durch denglücklichen Erfolg ermuthigt auch Etablissements in Berlin,Leipzig, Petersburg, London, Paris w. einrichtete. DiesenIndustriezweig hat man hauptsächlich den Erfahrungen derChemie zu danken, der es auch gelang, eine der Haupt-Ichwierigkeiten dabei zu besiegen, nämlich die Auflösung grö-ßerer Quantitäten Kohlensäure in Wasser, was jetzt so gutgelungen ist, daß man künstliches Selterwasser, welches seine

Haupteigenschaft der großen Menge aufgelöster Kohlensäureverdankt, nicht von natürlichem unterscheiden kann. I"Frankreich sollen von diesem beliebtesten aller Mineralwässerjährlich 4 bis 3,000,000 Flaschen gemacht werden. Manverkauft jetzt auch die Ingredienzien zu manchen Mineral-wässern in Pulverform, so z. B. das Soda- oder Brau-sepulver.

Die Einfuhr von Mineralwässern in Frankreich ge-schieht zum größten Theil aus Deutschland; die Ausfuhr istdagegen auch bedeutend.

Nach Italien geht fast nur das Mineralwasser vonRohitsch in Steiermark und zwar unter dem Namen4cguu üi 6Mi. Die in Italien selbst sprudelnden Mine-ralwässer sind besonders das 4cgua üi llsiäiero bei Verona,das 4cg»a >Ie!Ia vereine bei Padua, 4cg»a lll llccoaro beicenza, 4cgua clolla viüa bei Lucca, üo»a Ilranilola bei Mo-den« , (lol lettucio bei Pistoja und <Ii klocera im Kir-chenstaat.

Mingel, Flüssigkeitsmaaß in Bremen.

WI«„oron eine der Balearen-Jnseln,ONO. bei Mallörca, und kleiner als diese, mit 34,300 Ew-Die vorzüglicheren Produkte sind guter Wein, Südfrüchte,Honig, Wachs, Rindvieh, Schafe, Ziegen, Käse. Getreidewird für den Bedarf nicht genug erzeugt. Ein Haupt-gewerbe der Bewohner ist die Fischer»!. Die Hauptstadtder Insel ist jetzt Ralwn, gewöhnlich Lort-slabon genannt,mit 16,000 Ew.; früher illuiaclolia mit 8000 Ew.; einedritte Stadt ist 4!az-or mit 8100 Ew.

Münzen und llechnung, s. im Art. slaliorca.

Maaße und Semichle.

tängenmaaß. Die Lana(Elle) von Pork-Mahon ist---6kalnws a 4 lluartillos, — 1,921 castil. Varas, — 711,üöparis. Linien.

Gelreideniaaß. Die Ouarlera von Port-Mahon ist ^Larcciias zu 6 41muüas, und hält 1,3867 castil. kanexas, —78,9922 Liter.

Salzmaaß wie auf slaiiarca.

/lüssigkcitsmaaß ist die 6erra (Krug) --- 2 6ua:1oras d 2dleciias lluarleras (halbe Quarte), ----- 0,74733 castil. Laut"'ras, 608>/, paris. Kubikzoll. — Dir l'ipa Wein wird zu ^kerras gerechnet, ----126 alten engl. Gallons, und die 6»I"lnonvr (kleine Bota) hat 4 Larxas L 4 kariilus, 22 Luarlillo*'Ein karillo ist ----- 8'/^ llnailiiios. Die L»t» ist — 31'rcastil. Lanlüras,----133 alte engl. Gallons, 8,034 Hektoliter-

handelsgemicht hat die Eintheilung des cataloniscbr"(s. Spanien). Die l.!I>ca (Pfund) ist 401 Gramm schwer,— 0,8718 castil. l.ilira», und 104 k,ii>ra» machen 1 Ym"'lal (Centner), — 90,634 castil. I.ibras. Außer dieser Ich""giebt es eine lädra mazar (großes Pfd.), — 3 gewöhnliche"1-idras, 342/z I,. maz,oro, ----- 1 tznintai, 8?/, --- 1 4rr»ba-

Minorenne- s. Minderjährige.

Minot, altfranzösisches Getreide- und Salzmaaß'siehe Paris.

Miniithrindlnng, die Klcinhandlung; M inutider Kleinhändler oder Krämer. 4IIa miuula, jetztRecht verpönt, im Kleinen, im Einzelnen.

Minx- oder Minkfelle, die Felle der Sumpftttch,öluslel» vison, welche in Nordamerika lebt und nameiitüin Canada, Massachusets, Connecticut, Newyork häustö

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