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Zweiter Band. H - Z.
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Mincmlgelb

— 291 — Mineralwässer

Mrneralgelb, eine in verschiedenen Nüancen vor-kommende, außen perlgraue, innen gelb glänzende, blättrigeoder krystallinische Massen bildende Farbe. Das Mineral-gelb ist Verbindung von Chlor und Blei, welche manouf verschiedene Art bewirken kann. Gewöhnlich schmelztwan 10 Theile Mennige und 1 Theil Salmiak zusammen"ud gießt die Masse in parallelepipedische Formen. DasMineralgelb kommt unter sehr verschiedenen Namen in denHandel. Zuerst nannte man es kastrier Gelb, weil der Fa-brikant Flügge in Kassel es zuerst machte. In England^ißt es Turnergelb oder Patentgelb, weil Turnerein Patent auf die Bereitung desselben geben ließ.^uch kommt es unter den Namen Pariser-, Veroneser- undMontpellier-Gelb vor. Es wird von allen Farbenfabriken^liefert.

Mincralgrün. Diese Benennung giebt man theilsdemScheeleschen, theils dem braunschweiger Grün;s- d. Artikel.

Mineralkermes , lateinisch llorinos Minerale; neuereBenennung: Sulpbur slibialuin rubrum, rother Spieß-^anzschwcfel, war früher unter dem Namen Kar-thäuserpulver bekannt, und ist ein im Drogueriehandelvorkommendes geruch- und geschmackloses, fein anzufühlen-Pulver von braunrother Farbe, welches seiner chemischenZusammensetzung nach ein hydrothionsaures Spießglanz-vchdul ist. Er kann auf verschiedene Weise aus Schwefel-vutimon mit kohlensauren Alkalien bereitet werden. In ei-vsm glühenden Löffel über Kohlen gehalten, muß der Kermesoch völlig verflüchtigen. Durch's Alter erleidet er eine Zer-rung, wird dunkler von Farbe und enthält dann etwasSchwefel. Man muß ihn in wohlverschloffenen, mit dunklemkupier umklebten Gläsern aufbewahren.

Mineralwässer, franz. Laux Minerales; engl. öline-sol Vaters; ital. Lcque Mineral!, kommen in diesem Werk nurUssvfern in Betracht, als mehrere derselben durch Verseil-ung in den Handel gebracht werden. Fast alles aus der^Vde hervorquellende Wasser enthält mehr oder minder mi-veralische Bestandtheile, namentlich Salze und Gasarten(Kohlensäure); eigentlich chemischreines Wasser möchte^ den größten Seltenheiten in der Natur gehören. Hier-vuch märe das meiste Quellwasser mineralhaltiges oder Mi-voralwaffer; man begreift aber unter letzterem Namen vor-zugsweise solches, welches größere Mengen von Salzen undorgl. bei sich führt und demgemäß Eigenschaften, namentlichdllkräste besitzt, die dem gewöhnlichen, nur wenig fremdebstandtheile enthaltenden Wasser abgehen. In Folge der^»nigfachcn Heilkräfte der Mineralwässer find bekanntlich^ vielen Orten, wo solche hervorsprudeln, Bade- und„Kuranstalten errichtet worden, deren Besuch besonders inzu einer herrschenden Mode bei der

.,.n Welt geworden. Aus einigen dieser

^ 'Ueralquellen wird das Wasser auf Krüge gefüllt undwöh versandt. Im deutschen Handel sind folgende ge-ig i ^ Bilin er Sauerwasser, ^s Bilin in Böhmen;lM enthalten: 2,9 Gran schwefelsaures Natron

aubersalz), 1,98 kohlens. Natron, 1,1 Kochsalz, 2,1 koh-laurer Kalk, 1,8 kohlens. Talk und 0,4 Kieselerde. Man

Jahrhundert.O^Nehnie^ oder reied

versendet es in Kisten, welche 10, 20 oder 40 Flaschen ent-halten.

2) Brückenauer Wasser, von dem gleichnamigenBadeort in Baiern, ein eisenhaltiger Säuerling.

3) Driburger Wasser, vom gleichnamigen Ort beiPaderborn, ein dem pyrmonter ähnliches Eisenwaffer.

4) Eger'sches Sau er wasser, von Franzens-brunnen bei Eger. In 1 Pfund davon sind enthalten:43,2 Gran kohlensaures Gas, 13,2 kohlens. Natron, 82,2schwefelst Natron, 2,2 kohlens. Kalk, 8,8 Kochsalz, 1,0Gyps, 2,8 kohlens. Eisen und 9,4 Kieselerde. Die Krüge,deren 18 und 28 in einer Kiste befindlich, tragen das Wap-pen der Stadt Eger und die Jahrzahl der Füllung.

8) Fachinger Wasser, von dem gleichnamigen Ortim Nassauischen; ein viel Kohlensäure enthaltendes, ange-nehm, säuerlich geistig, etwas salzig schmeckendes, dem selzerähnliches Wasser, welches in I Pfd. 36,7 Gran kohlensauresGas, 3,7 kohlens. Kalk, 30,0 kohlens. Natron, 1,7 Kochsalz,1,0 Gyps, 1,0 kohlens. Eisen und 0,3 kohlens. Talkerde ent-hält. Es werden jährlich mehrere 100,000 Krüge davonversandt.

6) Geiln au er Wasser, von Geilnau im Naffaui-schen; ein dem fachinger sehr ähnliches salziges Sauerwasser,welches an festen Bestandtheilen in 1 Pfund enthält:12 Gran kohlens. Natron, '/s Kochsalz, 11/2 kohlens. Kalk,31/2 kohlens. Bittererde, °/s kohlens. Eisen, ferner in 1 Pfd.19>/2 Kubik-Zoll Kohlensäure (an Gewicht 13>/2 Gran be-tragend). Es geht ebenfalls in großen Quantitäten aus-wärts.

7) Karlsbader (Carlsbader) Mineralwässerwerden ebenfalls, in Thon- und Glas-Flaschen gefüllt, ver-sendet, im Jahr 1846 gegen 130,000 Stück. Sie werden»erpicht und gesiegelt, und nach den verschiedenen Sortenmit den Etiquetten: Sprudel, Marktquelle, Müh l-brunn, Neubrunn, Theresienbrunn, Schloß-brunn und Quelle zur russischen Krone be-zeichnet.

8) Kreuzn ach er Soole und Mutterlauge wirdjetzt häufig, so wieMutterlau gen salz, versendet und zuBädern gebraucht.

9) Püllnaer Bitterwasser, aus dem DorfPüllna in Böhmen, im saatzer Kreise; wird theils zu Bit-tersalz versotten, theils in Flaschen gefüllt verschickt. Esenthält in 1000 Theilen: schwefelsaures Natron 16,1198;schwefelst Kali 0,6280; schwefelst Bittererde 12,1208;Chlormagnium 2,8606; schwefelst Kalk 0,3388 ; kohlens.Kalk 0,1003; basisch Phosphors. Thonerde 0,0004; kohlens.Bittererde 0,8341; Kieselerde 0,0229 Theile.

10) Pyrmonter Wasser, aus dem gleichnamigen,im Fürstenthum Waldeck gelegenen Ort, ist ein eisen- undsalzhaltiges Sauerwasser, wovon jährlich über 300,000Krüge versandt werden sollen. In 1 Pfund sind enthalten:30 Kubikzoll kohlens. Gas, 1,22 Gran salzs. Natron, 2,89Glaubersalz, 3,39 kohlens. Kalk, 3,47 schwefelst Talk, 1,31salzs. Talk, 3,39 kohlens. Talk, 8,68 Gyps und 1,8 Eisen-oxydul.

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