aus 18:47 zu 2:3 verändert, wie es bis in die Mitte des18. Jahrhunderts blieb.
Die Thaler-Theilung wurde im nördlichen Deutschlandheimisch, während im südlichen die Gulden-Rechnung inKreuzern es blieb. Den Thaler theilte man gewöhnlich in24 Groschen und den Groschen in 12 Pfennige; indessen be-trachtete man diese kleine Münze nicht als bloße Scheide-münze, sondern zahlte Thalersummen in Groschen undPfennigen, obschon diese viel geringhaltiger als die Thaler-stücke waren. In diesen Verhältnissen benutzte man dieThalerstücke zum Einschmelzen und Ausmünzen von Klein-geld. Dadurch verschlechterte sich das deutsche Münzwescnin das beinahe Unglaubliche, besonders in der sogenanntenKipper-Wipperzeit. Ueberhaupt wird dieses Uebel derMünzverschlechterung fortdauern, so lange die Scheide-münze geringer als das grobe Geld ausgeprägt wird'.
Bis 1748 bezeichnete man den sogenannten Species-thaler als den neunten Theil der Mark fein. Auf diesemVerhältniß beruht auch die Hamburger Mark-Banko. Derwirklich geprägte Thaler aber, der sogenannte Curant- oderZahlthaler, wurde allmälig schlechter gemünzt, und so wur-den in dem Verhältniß, daß ^ Lhlr. —1 Gulden sind,folgende Münzfüße angenommen; nach der Mark fein:
1668: SV» Rthlr. -- 14-/z Gulden
1667: 16>/, - — 183/z - (zinnaischcr
Fuß in Branden-burg u. Sachsen)1696:12 - ---18 Gulden (leipziger
Fuß).
1748: 13>/g - —26 - (Conventions-
Fuß).
So wurde der Speciesthaler eine bloße Rechnungs-münze, der nach dem Münzfuß von 1668 werth war 96Kreuzer, von 1667: 168 Kreuzer, von 1696: 126 Kreuzerund ebenso von 1748: 26 Kreuzer. Im Jahr 1748 bildeteOesterreich den 26-Guldenfuß, der 1783 von Baiern, 1763von Kur-Sachsen und 1817 von Hannover angenommenwurde; jedoch prägten und rechneten Sachsen und Hannoverin Thaler und Groschen. Auch in Süd-Deutschland verrin-gerte sich der Münzfuß bald, und der Silberwerth der Kreu-zer, Fünf-, Zehn - und Awanzigkreuzer betrug nur 1266Kreuzer in 26 Gulden; dadurch wurde der 24-Guldenfußherrschend, der aber auch seit dem Ende des 18. Jahrhun-derts in einen 24>/2-Guldenfuß übergegangen war. Oester-reich prägte seit 1783, wo es in den Besitz von Brabant ge-langte, Laub- oder Kronenthaler zu 2 Fl. 38^ Kr. rheinisch,setzte dieselben aber 1793 auf 2 Fl. 42 Kr., wodurch der24>/--Guldenfuß in Kraft trat.
Oben schon haben wir eines Stellvertreters derMünzen, des Papiergeldes, gedacht, und wollen nun nocherwähnen, wie einige außereuropäische, namentlich uncivi-lisirte, Völker sich mit rohen Produkten der Natur, zumTheil auch mit einfachen Artikeln ihres Fleißes als wirkli-ches Geld behalfen und noch behelfen. Bei den Jndiern inden heutigen englisch-ostindischen Kolonien fand man Zucker,bei den Wilden Nordamerika's rohe und gegerbte Häute, ,'vReufoundland Stockfische, in Virginien Tabak, in BrasilienCacao als das gewöhnliche Tauschmittxl, und noch heute
bedienen sich die Abyssinier und Acthiopier kleiner Glasko-rallen, Steinsalztafeln, des Pfeffers und selbst eines grobenbaumwollenen Zeuges, die Küstenbewohner des westlichenAfrika's und die Bewohner eines großen Theils von Ostm-dien der Kauris-Muschel (s. dies. Art.), so wie die Tibetha-ner einer groben Sorte Thee statt des Geldes, und in Ki-ächta sind noch heute Stücke von blauem Baumwollenzeugdas allgemeine Werthmittel.
Wir wolle» zuletzt nicht unerwähnt lassen, daß man inBeziehung auf ihr Alter antike und moderne Münzenunterscheidet; unter ersteren versteht man diejenigen, weichtvor dem Jahr 1466 unserer Zeitrechnung geprägt sind,während man mit dem Namen der modernen alle neuernbezeichnet.
Ist die Kenntniß des Münzwesens überhaupt und derMünzen insbesondere jedem Kaufmann unentbehrlich >>»kleinen Geschäft, so doch noch viel mehr in jedem großenGeschäft, das auf umfassende Unternehmungen gegründet ist,die natürlich alle mit Gewinn oder Verlust verbunden sind.Daher ist es nicht nur nothwendig, die verschiedenen Mün-zen Deutschlands und deren gegenseitiges Verhältniß zu ken-nen, sondern auch wieder ihr Verhältniß zu den Münzendes Auslandes, und außerdem den Werth aller Münzen ansich nach Schrot und Korn, aus einer Währung in die an-dere und nach dem Stück nach der rauhen und feinen Mark,dann auch das Werthverhältniß der Gold - und Silbermün-zen gegeneinander nach den bekannten Verhältnißzahlen be-rechnen zu können. Darin besteht die kommerziell-arithme-tische Aufgabe aus der Münzlehre, mit der sich jeder Kauf-mann vertraut machen muß, indem viel darauf ankommtin großes Geschäften, welche Münze man wählt und untekwelchen Bedingungen die gebotene angenommen werdenkann, rücksichtlich ihres Feingehalts. Ein Beispiel der Be-rechnung des Schrotes, Korns, Feingehalts der Stückzahlaus der rauhen und aus der feinen Mark nach den bekann-ten Berhältnißzahle» sei die des preuß. Fricdrichsd'ors, vondem 33 auf die rauhe, 38,7692 auf die feine Mark gehen,und von dem 1 Stück brutto 139, netto 123,49 holl.wiegt und die Feinheit 212 /z Karat ist:
33: 38,7692 -- 128,49: x (Schrot)
38,7692: 33 -- 139: x (Korn)
21-/g: 24 -- 128,49: x (Schrot)
24: 21-/z--139: x (Korn)
123,49: 139 -- 38: x (Stück aus der f.W-)
139 : 1 23,49 -- 38,7692 : x (Stück aus d. r. M-)
139: 123,49 -- 24: x (Feinheit)
38,7692: 33 -- 24: x (Feinheit)
Diese Berechnung läßt sich, wenn die dazu nöthig^Größen bekannt sind, auf die Herstellung der Münzen durmdas Prägen und auf deren Kostenpreis ausdehnen.
Beispiele anderer Münzverhältniß-Bcrechnungenfolgende.
1)Zur Verwandlung der Thaler preußis^Curant in Gulden des 24'/.,-Gulden fuß es.
Die neueste Ausprägungsart der Silbcrmünzen dc§Kirchenstaates seit 1833 giebt den Werth des neuen römi-schen Scuäa zu 1,44996 Thaler preuß. Curant an. Dies^