Band 
Zweiter Band. H - Z.
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Nusf

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Oblatm

Handlungen bedient man sich, um des häufigen Nachschla-gens überhoben zu sein, einer Chiffer-Schrift, mittelst derenman bei den einzelnen Stücken Waaren (Zeugen, Tüchern !c.)die niedrigsten Verkaufspreise sogleich ersieht, indem densel-ben ein Zettelchcn, worauf die betreffende Chiffer bemerktist, angehängt oder aufgeklebt wird. Die Grundlage dieserChiffer-Schrift bildet ein beliebig gewähltes Wort, welchesaus zehn Buchstaben bestehen muß, wovon aber kein einzigerdoppelt darin enthalte» sein darf, und welche Buchstaben derReihe nach die Stelle unserer 10 ersten Zahlzeichen (Ibis 10)

vertreten. Ein solches Wort ist z. B. Greifs wald, dieeinzelnen Buchstaben bedeuten:

6 I! i-l I I' 8 VV ä I. 0.

12 3 13 0 7 8 0 0.

Will man nun den Preis: 34 Groschen anzeichnen, st

schreibt man I-'I, — 20 Groschen: I!I., rc.-Dieses Vcr-

fahren wird das Numeriken genannt.

Nusf, eine marokkanische Goldmünze.

Nutriafelle, s. O tterfelle.

O.

(O ax a c u), einer der mejicanische» Staatenmit der gleichnamigen Hauptstadt. Er stößt südlich mit ei-ner Küstcnlänge von 118Lcguas an das stille Meer oder dengroßen Ozean, W. und R. an Puebla, NO. an Veracruz,O. an las-Chiapas und Guatemala, und ist grvßtentheilsgebirgig durch die Anden-Kette, die sich in zwei Arme theilt,welche die von tiefen und schluchtenartigcn Thälern durch-furchte Hochebene umschließen, in deren Mitte die StadtOajaca liegt. Er umfaßt 3046 Quadrat-Lcguas, mit etwa760,000 Ew. Der Küstenstrich wird durch einen Gebirgszug,den westlichen, bis auf 3 bis 3 Lcguas Breite verengt. DasKlima ist vorzüglich mild und gesund, das Land aber häufi-gen Erdbeben, und die Küste heftigen Windstößen, Papagal-los genannt, ausgesetzt. Die hauptsächlichsten Produkte desLandes sind Mais, Weizen, Gerste, Frijoles, Chile, Garten-früchte, etwas Roggen, Zuckerrohr, Kaffe, Ananas, Magucy,Baumwolle, Manioc, Bananen, Indigo, Eacao, die eigent-liche Jalappe, vorzügliche Sarsaparille, weißer Rhabarber,Guaco, Händebaum, Nutz-, Tischler - und Farbehölzer, be-sonders Cedern-, Mahagoni-, Jacaranda- und Ebenholz,der Liquidambar, der Marienbalsam nebst vielen andernHarzen und Gummiarten. Beträchtlich ist der Anbau desNopals (Lucius coccinellilcr) für die bedeutende Zucht desCochenille-Insekts. Ansehnlich ist auch die Zucht des Rind-viehs, der Pferde, Maulthicrc, Esel, Schafe, Ziegen undSchweine. Das Mineralreich gewährt Gold, Silber, Blei,Kupfer, Quecksilber, Eisen, besonders Magneteisenstein,Salz, natürlichen Schwefel, Kalk, Gyps. Die Bergwerks-revire, in denen einiger Betrieb stattfindet, sind Pstepcri,Lalea, Teojomulco, Penjoles, las-Peras mit 10 Schmelz-und Amalgamir-Werken. Unter den Küstenhäfcn, Rhcdenund Buchten sind Tehuantcpec, Huatulco, Escondido,Chacahua und Jamiltepec die bedeutendsten. Der über-seeische Handel führt Seiden-, Woll- und Baumwollzeuge,Leinwand, Quincallerie, französisches und englisches Por-zellan, Steingut, Glas, Pickels, Sardellen, Rosinen, ge-trocknete Pflaumen, Messing, Weißblech, Papier, französi-schen und spanischen Branntwein, Filzhüte, Lederwaarcn!c.ein, und aus Puebla müssen jährlich an 12,000 Ctr. Wei-zenmehl eingeführt werden. — Die Hauptstadt liegt 3834Fuß ü. d. Meer, am Abhang eines Hügels, in einer frucht-

baren, gesunden und angenehmen Gegend, mit 30,000 Ew-,Bischofsitz, Regierungsbehörden, Garten- und Obstbau rc.

Oahou, ist die schönste und fruchtbarste, und eine dernordwestlichen Sandwich- oder Hawaian-Jnseln im nördl.großen Ozean. Auf der Südküste liegt die Stadt Hono-lulu, Residenz des Königs dieser Inselgruppe, mit etwa10,000 Ew., gutem Hafen, der von den Wallsischfängern i"diesen Meeren, so wie auch von Handelsschiffen stark besuchtwird. Die Produkte sind besonders Arrow-Root, Sandel-holz, Gummi, Zuckerrohr, Baumwolle, viel Schweine rr>Die Eingcbornen sind namentlich gute Matrosen, diewöhnlich von den Wallsischfängern angeworben werden.

Obem, Obang, s. Ohoban.

Oblaten, franz. Oublies, ?u!ns äcaclicler; englischIValers; ital. Gulllo, Oslio cla sixillare, sind weiße oder g^färbte, runde oder eckige Blättche» von zwischen eiserne»Formen gebackencm ungegohrcncm Teige aus Weizenmehlnach der gewöhnlichen und ältere» Methode, auch aus Le!>"oder Hauscnblase, oder auch aus Dextrin nach neuerenthoden. Es giebt drei Arten der gewöhnlichen Oblate»'1) die zur Unterlage für Backwcrke aller Art dienenden, d>tsogenannten Back- oder Tafeloblaten, werden in gr"^ßcn, länglich viereckigen Blättern gebacken und in Packett"von 100 Stück an Konditoren und größere Haushaltungr"verkauft.— 2) Die Briefoblaten, in den verschiedenste"Größen (in 23 Nummern) und in allen Farben, mit u»tohne Glanz, dürfen sich nicht absplittern, auch beim Anfeu^ten sich nicht ablösen, was geschieht, wenn sie zu scharfbacken wurden. Sie werden in Schachteln nach dcmTausi"^oder nach dem Gewicht verkauft. Die roth-, gelb-grünacfärbtcn erfordern Vorsicht bci'm Gebrauch, da sie wengiftige Farben enthalten. — 3) Die bekannten Kirche"'oblatcn, Hostien. Oblatrnbäckereien giebt es, äußertNürnberg, Fürth und Frankfurt a. M., in Leipzig, Knst^'Durlach, Magdeburg, Halle, Kopenhagen und anderwärtsWien versorgt nicht nur ganz Oesterreich, sondern nw">auch Versendungen nach der Türkei. Die meisten Obl»^liefert immer noch Frankreich, von welchem auch eine nr"^Art derselben stammt, die man Papieroblaten nennt"könnte, denn ein dünnes Papier wird auf beiden Seitenwiederholt mit aufgelöster Hausenblase bestrichen, belieb