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tige Herrscher auf den großen Straßen seiner Reiche in derEntfernung einer Tagereise Häuser erbauen ließ, in welchenWagen und Pferde unterhalten wurden und wo Individuenbestellt waren, um die königlichen Briefe und Effekten inEmpfang zu nehmen und den zu deren Weiterbeförderungeigens bestimmten Reitern und Führern zu übergeben. Dieletzteren waren ermächtigt, auf ihrem Wege nöthigenfallsPferde, Wagen, Schiffe und Menschen mit Gewalt zu neh-men und die Beförderung ging Tag und Nacht ohne Unter-brechung fort, so schnell als die Pferde, ohne Scl>aden zunehmen, in einem Tage laufen konnten, ohne durch Unwet-ter, Hitze oder Kälte ein Hinderniß zu finden. So warenvom ägeischen Meer bis nach der Hauptstadt Susa -111Stationen in der Entfernung einer Tagereise von einanderangelegt und die daselbst aufgeführten Gebäude waren sogeräumig und prachtvoll, daß die persischen Könige auf ihrenReisen sammt ihrem Gefolge darin ihre Wohnung aufschla-gen konnten. Während der späteren politischen Umwälzungin diesem Theil Asiens gingen auch diese Institutionen desCyrus unter und wir treffen erst bei den Römern wiederauf ähnliche. — Bei den Griechen waren ebenfalls bereitsums Jahr 480 vor Christus Fußbotcn zur Ueberbringungwichtiger Nachrichten in Gebrauch und ein Jahrhundertspäter bediente sich Alexander der Maccdonier sehr gewandterLäufer. 218 Jahre vor Christus bestanden, nach CäsarsBericht, bei den Galliern Posten, durch welche man wich-tige Ereignisse binnen drei Stunden 40 Meilen weit hinmelden konnte. So erzählt uns auch Cäsar von reitendenPosten und privilegirten Boten, welche theils öffentlicheDiener, theils Privatboten der vornehmen Römer waren.Um's Jahr 27 vor Christus aber erst rief der Kaiser Augu-stus im römischen Reich eine ziemlich regelmäßige Postein-richtung in's Leben, welche, da sie nur dem Kaiser und demStaat diente, gewöhnlich Lursus publicew genannt wurde,zur Forlbringung von Briefschaften und öffentlichen Beam-ten benutzt ward, sich aber nur auf den großen Land- undHeerstraßen bewegte, worauf zu diesem Behuf dreierlei ver-schiedenartige Orte eingerichtet waren, nämlich: llirüatosoder Städte, Kuwliones oder Pferdewechsel «nd Kanswnesoder Herbergen. Die beiden letzteren wurden damals schonStationen (wegen des Stillhaltcns) genannt. Auf einerTagereise befanden sich wenigstens fünf, meist aber acht Ku-laiwnos. Die zum Ausruhen bestimmten dlaasionos lageneine Tagereise von einander entfernt und waren sehr präch-tig und bequem eingerichtet. Livilulos waren die Orte, vonund nach welchen der llursns seine Richtung nahm und wosowohl Stillliegen als Pferde- und Wagcnwcchsel statt hatte.Die Beförderung ging so schnell von Statten, daß die Po-stillone (Vereäarn) nicht eher vom Pferde stiegen, als bis sieam Ziel waren, und selbst Speise und Trank auf den Pferdenzu sich nahmen. Ebenso schnell wurden auch die Wagen be-fördert. Eine Art langsamer gehender Lastwagen (Vobicu-larn) aber diente zum Nachfahren des Gepäcks. Die Gesetz-bücher der römischen Imperatoren enthalten eine sehr großeMenge von Verordnungen über alle Einzelheiten dieserInstitution, welche übrigens für die Unterthanen sehr lästigwar, da diese, anfangs wenigstens, für deren ganze Unter-haltung Sorge tragen und sogar die niederen Beamten erhal-ten mußten, ohne einen Nutzen vom llursus xublicus zu zie-
hen, indem dessen Vortheil, wie gesagt, nur dem Kaiserund dem Staat zu gute kam, und jeder andere zu dessen Be-nutzung einen besonderen Erlaubnißschein nachsuchen mußte.Die Regierung aber erhielt auf diesem Wege sehr schnell vonallen Begebenheiten Nachricht, welche in den entlegenstenTheilen des Reichs sich zutrugen, und konnte den entferntenStaatsdienern aufs eiligste ihre Befehle zugehen lassen, svdaß das selbst heute kaum eiliger geschehen kann. Als aberdas so mächtige römische Reich nach und nach verfiel, gingauch der llln-sus pudUcus gänzlich zu Grunde und wir findenkeine weitere» Spuren seines selbst nur theilweisen Fortbe-stehens; wohl aber scheint es, als haben späterhin noch jenePrivat-Unternchmungen ihren ziemlich ungestörten Fort-gang gehabt, wovon uns Cäsar berichtet, daß zu seinen Zei-ten es auch einzelnen Personen in Rom und an anderenOrten des Staats erlaubt gewesen, auf ihre eigene Rech-nung Pferde und Wagen zu halten, deren sich ein Jeder zuseinem Zweck nach Belieben bedienen durfte. Der großeFranken-König, Karl, weckte zwar in seinem ausgedehntenReich den alten ll»rse,8 wieder zum Leben und errichtete dreigroße Stationen nach Italien, Spanien und Deutschland;durch die Theilung des Reiches unter seine Söhne und dieihnen folgende» Unruhen ging aber auch diese neue Schö-pfung spurlos wieder verloren, wozu das in Deutschlandimmer mehr um sich greifende Faustrecht in diesem Landehauptsächlich beitrug.
Immer mehr aber wurde das Bedürfniß einer regelmä-ßigen Communikation laut, als im Mittelalter die Civilisa-tion einen neuen Aufschwung nahm; da jedoch besondereBoten für die Einzelnen ein zu kostspieliges Mittel waren,das nur in besondern Fällen dienen konnte, so benutzte manbesonders die Gelegenheit, welche die regelmäßig eine StreckeLandes durchziehenden Reisenden darboten, und gab diese»die Briefschaften zur Bestellung mit. Besonders warenaber die Metzger (llu,«»» lannmü, Metzger-Posten), welchebehufs ihrer Einkäufe die deutschen Gauen zu Fuß, zu Pferd,oder in Wagen durchreisten und hier mit ihres Gleichen zu-sammentrafen, diejenigen, welche in jener Zeit aus der Be-sorgung von Briefen ein Geschäft sich machten, zum Zeiche»dessen ein kleines Horn umhingen und bei ihrer Ankunftund Abreise durch Blasen auf demselben sich ankündigten-Auch den kaufmännischen Waarcnsendungcn packte manBriefe bei, bis zu Anfang des 13. Jahrhunderts das städti-sche Botcnwcsen seine Entstehung fand, welches, als kauf-männische Unternehmung, besonders die Hansestädte nähermit einander verband, aber auch über ganz Deutschland,von Hamburg bis Riga, Salzburg, Venedig, Amsterdam !t.sich ausbreitete. Auf diese Weise entstanden die Stadtbotcn-Aemter, die bald durch regelmäßigen Abgang und Beförde-rung durch Wagen vervollkommnet wurden. Damals rich-teten auch die deutschen Ritter in Preußen (um 1276) eintBricfbcstcllungs-Anstalt für die Zwecke des deutschen Ordensin Preußen ein.
Die ersten förmlichen Postanstaltcn, wenn auchnicht sogleich in ihrer nachhcrigcn Vollkommenheit, findenwir in Frankreich, unter Ludwig XI., den wir als den Be-gründer des neuen europäischen Postwescns anerkenne»müssen, und welcher durch sein Edikt vom 10. Juni 146tdie Einrichtung der Post verfügte, nachdem er mannigfache