Band 
Zweiter Band. H - Z.
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455
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Post

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Pot

Versuche hatte vorhergehen lassen, welche Verordnung denn"och sogleich in Ausführung gebracht wurde. Anfangs warAnstalt nur für das Interesse des Staats bestimmt, bald"der ward sie auch den Privatleuten geöffnet, und zeigte sichnützlich und vortheilhaft, daß alle dcsfalls gehegten Er-wartungen weit übertreffen wurden, und man immer mehr"N ihrer Vervollkommnung arbeitete, so daß unter LudwigsSohn und Nachfolger, Karl VIII., bereits auch Briefe nach^nr Auslande angenommen und befördert wurden. ImAnfang des 16. Jahrhunderts folgte man auch in Deutsch-l"nd und den Niederlanden dem durch das Nachbarland ge-b^benen Beispiel, indem der Kaiser Maximilian I. 1816 dem-"alieucr Francisco de Tassis den Auftrag gab, eine Brief-0ost von Brüssel nach Italien einzurichten. 1638 legte manEngland, 1637 in Schweden, 1761 in Spanien, 1718 inRußland, 1760 in Nordamerika, 1762 in Dänemark die er-sten Posten an, und immer mehr schritt nach und nach ihreVervollkommnung vor, so daß neben denBricfpostcn später-hin regelmäßige Fahrposten, Extraposten und endlich die be-tonten Eilpostcn zur Fortschaffung von Briefen, Packetenbbd Personen errichtet wurden, die Wcgbefferungcn, undtsonders seit den letzten 80 Jahren die Anlage von Kunst-rasen (Chausseen), die Beförderungen immer mehr be-^leunigten, wozu die Erfindungen der neuesten Zeit, dieVenutzung des Wasserdampfes als fortbringende Kraft undAnlage von Schienenwegen ein neues Feld eröffnet haben,tssen Grenzen und Resultate »och gar nicht abzusehen

sind.

Für die Beförderung und Bestellung der Briefe ließenHch die Regierungen von jeher eine gewisse Abgabe oder"tre entrichten, und hierdurch wurden die Posten zugleich^Ne der ergiebigsten Quellen des Staatseinkommens. Die^Hebung des Porto ist auch an und für sich eine Maßregel,b°gen welche sich gar nichts einwenden läßt, so langeWissen Ansatz die natürlichen Grenzen nichtüberschreitet, d. h. die Kosten nicht so hoch sind, daßben> Briefwechsel dadurch wirkliche Hindernisse in den Wegbelegt werden, wie dies z. B. in England bisher der FallWar, wo des übertrieben hohen Porto wegen eine Menge"an Briefen ungeschrieben bleiben. — Ob die Uebernahme°a Postanstalt besser den Händen des Staats, oder ob siea>n allgemeinen Wohl zuträglicher Privatgesellschaften an-ba'm zu stellen sei: darüber ist seit längerer Zeit vieles, so-Wahl für als gegen, gesprochen und geschrieben worden,/w viel crgiebt sich als das Resultat einer reiflichen Prü-der obwaltenden Umstände, und aus den mannigfachenWahrungen der neuern Zeit, daß zwar die Beförderung derRäsonen und Güter, als ein bloßes Gewerbe, eben sowohl^a» Privatgesellschaften, als vom Staate ausgehen könne,"ß dagegen die Bricfpost, als ein von der vorigen ganz"erschiedenes Mittel, ohne Zweifel nirgends besser als in denfänden des Staats aufgehoben sei. Denn der Dienst, wcl-Mn birst letztere dem Publikum leisten soll und bei zweck-mäßiger Einrichtung auch wirklich leistet, erfordert die mög-chste Einheit in der Anordnung, eine vollkommene Vcrbin-Ubg der einzelnen Cursc und deren Ineinandergreifen auf'">en> großen Flächcnraum, und die Leitung des Ganzen^bs einem Centralpunkt. Nur in dem Maaße, als man die-Anforderungen genügt, kann der Briefwechsel schnell,

sicher und wohlfeil befördert werden, was bei einer Verpach-tung an Privatunternehmer aber (und je mehr deren aufdemselben Areal sind, um so weniger) durch die Nichter-füllung jener Bedingungen, und namentlich durch die Zer-stückelung des Ganzen, nie möglich ist. — Ein hoher Ansatzdes Porto ist keineswegs eine nothwendige Folge derVerwaltung der Postanstalt durch den Staat, sondern im-mer nur der Zerstückelung des Postareals unter viele einzelneVerwaltungen, deren jede eine besondere, von der der andernabweichende Norm befolgt, eine willkürliche Erhöhung des-selben aber fußt stets auf unrichtigen Finanzmäximen, indemsie das Einkommen, statt es zu vergrößern, stets nur ver-mindert. Ucbcrhaupt sind bei der rein praktischen Naturdes Postwesens für die Finanzpolitik folgende Punkte we-sentlich: 1) die Postanstalt darf nie als bloße Quelle desEinkommens, sondern nur als ein für staatswirthschaftlicheZwecke gegründetes Institut betrachtet werden, welches zuerhalten, selbst dann, wenn dessen Ertrag den dafür erfor-derlichen Aufwand nicht decken sollte, Pflicht der Regierungist; — 2) die Größe des durch das Postinstitut zu erlan-genden Einkommens ist nicht von der Höhe der Laxe, son-dern von der Menge der Briefe und Güter, deren Beförde-rung der Post anvertraut wird, abhängig; und daher er-fordert 3) das finanzielle Interesse die größte Mäßigkeit inden Taxe» und die Abstellung alles dessen, was die leichteund vollständigste Benutzung der Anstalt erschwert. Hierausergiebt sich, daß besonders eine alle Umstände gehörig be-rücksichtigende Regulirung der Porto-Taxe, sowohl für dieBeförderung von Briefen, als von Gütern (durch die Fahr-postcn), der wesentlichste Punkt ist, welchem man daher alleAufmerksamkeit schenken muß. Diese Ermäßigung desPortos ist längst in den Vcreinigten-Staatcn in Nord-Amerika, so wie in neuerer Zeit auch in England zumVortheil des Verkehrs so wie des Einkommens dafür eingerichtet worden. Auch betreibt man jetzt (1817 durcheine Confcrcnz zu Dresden) in Deutschland eine Er-mäßigung nebst Gleichmäßigkeit des Briefportos hcrbcizuführen; die Nothwendigkeit läßt sich nicht mehr ver-kennen.

Der größte briefliche Verkehr findet wohl ohne Zweifelin und mit England statt, und die vorzüglichen Postanstal-tcn dieses Landes befördern eine ungeheuere Menge vonBriefen und Zeitungen; man kann annehmen, daß dasreine Durchschnitts-Einkommen des General-Postamtsvon Großbritannien sich gegenwärtig für jedes Jahr auf1,880,000 Pfd. Sterl. belauft, und daß allein aus Londondurchschnittlich jeden Tag 80,000 Briefe abgehen.

Wege» der Beförderung der Corrcspondcnzdurch Schiffsgelegenheit und der Befrciung vonPorto s. die Art. Packetboote und Franko, Fran-katur, Frankaturzwang.

Postvcrkehr in zollgesetzlicher Beziehung;s. d. Art. Post.

Pot (Maaß, Quart). 1) Flüssigkeitsmaaß in derSchweiz und altfranzösisches Flüssigkcitsmaaß; — 2) Hohl-maaß für trockene Waaren im schweizer Kanton Reuf«chatcl.

Pot, Pott (Krug, Maaß), Flüssigkeltsmaaß in Meck-lenburg und Stralsund.