Rausch- oder Kinttergold — 488 — NeMio
lieh, schmilzt leichter als Arsenik, ist eine Verbindung von60,9 Arsenik mit 99,1 Schwefel; in Salpetersäure und Kö-nigswasser löst es sich unter gegenseitiger Entmischung aufund es bilden sich Arscniksäure und Schwefelsäure; auch inätzenden Alkalien und alkalischen Erden ist es auflöslich,doch findet dabei ebenfalls eine Entmischung statt. Fabrizirtwird das Rauschgelb auf den sogenannten Gifthütten. Vonden im Handel vorkommenden Sorten schätzt man besondersdas persische, welches über Smyrna kommt; das bos-nische und serbi sch c ist oft unrein, und am geringsten istdas ungarische, welches aus Wien von der k. k. Berg-werksprodukten - Verschleißdircktion bezogen wird. Einezweite Verbindung von Arsenik mit Schwefel ist derrotheSchwefelarsenik, auch rothes Arsenikglas, Arsenikrubin,Realgar genannt. Der rothe Schwefelarsenik kommt inder Natur vor und wird von den Mineralogen Arsen ik-blüthe genannt. Der in den Handel kommende wird meistauf den Gifthütten bereitet und zwar ebenfalls durch eineschickliche Ausammenschmclzung von Arsenik mit Schwefel.Er ist fast ganz undurchsichtig, von braunrother bis blut-rother Farbe, muschlig im Bruch, in Wasser und Weingeistunauflöslich, bei mäßiger Hitze schmelz- und sublimirbar,aus 70 Arsenik- und 90 Schwefel-Theilen bestehend.Gebrauch: Sowohl der gelbe als rothe Schwefclar-senik dienen als Farben in der Oelmalcrei und Lackirkunst,der rothe auch zur Darstellung von Kasten - und Schilder-blau für den Kattundruck, um den Indigo zu reduciren, dersich dann in gleichzeitig vorhandenem ätzenden Kali auflöst;ferner zu dem schönen chinesischen Weißfcuer, welches aus 24Theilen getrocknetem Salpeter, 7 Theilen Schwefel und 2Theilen Rcalgar bereitet und zu Signalfeuern angewandtwird. Da sich bei'm Abbrennen dieses Gemisches arsenigeSäure bildet, so darf man dasselbe nur in freier Luft, abernicht für's Theater gebrauchen. Den rothen Schwefel-arsenik hat man auch zur Darstellung brauner Farben inder Kattundruckerei empfohlen, allein die Kattune erhaltendadurch einen Übeln Geruch nach Schwefelwasserstoffgas,der selbst durch das vorsichtigste Waschen nicht entferntwerden kann. Endlich ist auch noch zu erwähnen, daß dasRauschgelb zuweilen zum Wegbcitzen von Haaren dient.
Rausch- oder Knittcrgold, s. Folien.
Raza, Salzmaaß in Porto.
Zkv», li o'i, in der Mehrzahl Ilol's oder Ilo:>8 (R e c s),Rechnungsmünze in Portugal, Brasilien, den portugiesischenKolonien.
Real. 1) Rechnungs - und Silbermünze ver-schiedener Art in Spanien; — 2) Rechnungs- und Sil-bermünze in den ehemaligen spanischen Kolonie» inAmerika; — 3) Rechnungsmünze in Portugal; —4) Gold - und Silbcrgcwicht in Batavia.
Rcalgar, s. Rauschgelb.
Rcalilo, Realillo, wird 1 ) der llcal äe Vcllonoder Kupfer-Real, und 2 ) >i oaUIo coIuinnario derhalbe (> 1 eäiu) llcal <Io I'Iala inoxicana genannt; beide spani-sche Silbcrmünzcn.
Reassekuranz, Rückversicherung, s. Rückver-sicherung.
Rebcbe, Rhe bebe, Getreidemaaß in Aegypten.
Rechnung, kaufmännische, s. Calculation,Lonto-linw, Münzen.
Rechnungslilünzc», s. Münzen.
Rechtlichinachnug, s. Rehabilitirung.
Recipisse, s. Empfangschein.
Recke. In Pommern bedeutet eine Recke Lein-wand 16 Ellen.
Rccta-Wcchsel, heißen diejenigen Wechsel, welchean den ersten Inhaber selbst, aber nicht an dessen Orderzahlbar gestellt sind. Dieselben sind also entweder gar nickstgirirt, oder sie sind an eigene Order ausgestellt und im Girofehlt der Beisatz „an die Order." Vergl. den Art. Indos-sament. Der Inhaber eines solchen Wechsels ist bloßerBevollmächtigter des Ausstellers. Man giebt bisweilenan Geschäftsfreunde, die am Ort des Bezogenen wohnen,oder an Reisende Rectawechsel, um einen Schuldposten ein-zuziehen.
s. li e a.
Refactie, heißt der Abzug, welchen man wegen Be-schädigung einer bezogenen Waare in Anspruch nimmt,und welcher vom Gewicht abgerechnet wird.
Regalien, nennt man die besonderen, dem Fürstenoder dem Staat mit ausschließlichem Besitzrecht gehörigenBcsitzthümcr. So giebt es in verschiedenen Staaten ver-schiedene Regalien, z. B. fast überall die Salzgewinnung(Salzregal), Bergbau-, Münz- und Postregal, in Oester-reich, Frankreich und dem Kirchenstaat das Tabakregal, inRußland das Branntwcinregal. Sie bilden eine Quellevon Einnahme für die Fürsten oder Staatsregierungen.
Regeuelburg, ehemalige freie Reichsstadt und eineder ältesten Städte Deutschlands, Hauptstadt des Regie-rungsbezirks Obcrpfalz und Ncgcnsburg (Ncgenkrcis),Königreich Baiern, in einer fruchtbaren Gegend an derDonau gelegen, worein hier der Regen mündet, mit 27 , 0 t>öEinw., welche mehrere Fabriken (Porzellan-, Steingut-,Bleistift-, Wachstuch-, Spielkarten-, Tabaks- und Gewehr-fabriken) unterhalten, Gold-, Silber-, Stahl- und Messinß-waarcn liefern, mehrere Kunstblcichcn, eine große Wachs-bleiche, eine Türkischrothgarn-Färberei, Gerbereien, Eisen- u-Kupserhämmer, berühmte Bierbrauereien und viele Malst--Schleif-, Säge-, Walk- und Papiermühlen, Schiffbau be-treiben , für '/z Million Gulden jährlich Wachslichter ver-senden und einigen Weinbau, sowie auch in der neuesten ZeckSeidenbau treiben. Das hiesige Bier, so wie der Methdie Würste von Regensburg haben großen Ruf. Es brstststhier ein Wechsel- und Merkantilgcricht erster Instanz, c>>^Gesellschaft zur Beförderung der Scidcnzucht in BaicrMdcr Ausschuß der baicrisch-würtcmbcrgischcn Donau-DaMp(-schifffahrt-Gcsellschafc. — Die Schifffahrt und der Ha»^auf der Donau sind sehr wichtig und durch seine Lage o"der Donau ist Regensburg der Stapelplatz des baierisckst"Handels auf der Donau.
, befestigte Stadt im Herzogthum Mode^-am Tassonc-Kanal, mit 18,000 Einw., Weberei inund Leinen, Handel mit Hanf, Flachs, Reis, Wein; jährlssein stark besuchter achttägiger Markt, der um den 29.7tp^beginnt.
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