Band 
Zweiter Band. H - Z.
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Reuß

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Reuß

7'/j QM. mit (1843:) 32,233 Ew. Diese Herrschaft besitztu. verwaltet die zweifache jüngere Linie gemeinschaftlich. DerBesitz der älteren Linie, 6^ QM. mit (1843:) 33,803 Ew.,sind die beiden Herrschaften Greiz und Burgk, mit denbeiden Städten Greiz und Zeulenroda nebst 76 Dör-fern, beträchtlicher Woll- und Baumwoll- nebst Strumpf-weberei und dem Burgkhammcr, dem wichtigsten Eiscnham-mcrwerk im Rcußischcn; der Besitz der zweifachen jüngerenLinie, außer Gera mit Saalburg, Schleiz 6 QM. mit(1843:) 21,081 Einw. in den beiden Städten Schleiz undsüdlich Tanna in dem größeren Landestheil, und drei klei-neren nordöstlich davon mit dem Marktflecken Hohenleubcn,dem großen betriebsamen Dorf Langenwetzendorf und Weis-sendorf, welche zusammen die Pflege Reichcnfcls ausmachenund Besitzthum der köstritzer Nebenlinie unter schleizerHoheit sind, und außerdem 34 Dörfer; Lobenstein-Ebersdorf, 7-/, QM. mit (1843:) 21,349 Einw. in denbeiden Städten Lobenstcin und Hirschberg, den beidenMarktflecken Ebersdorf und Wurzbach, nebst 38 Dörfernund mehreren Weilern. Lobcnstein-Ebcrsdorf ist der süd-westlichste Theil der rcußischcn Fürstenthümcr und umschließtdie vier preußischen Enclaven: Gesell, Blintcndorf, Spa-renberg und Blankenbcrg. In diesem Theil steht das Wald-gebirge der Frankcnwald und ist durch die Thäler der Ro»dach, der fränkischen und thüringischen Moschwitz von demnahen Fichtelgebirge geschieden. Die Produkte sind außerden gewöhnlichen des Landbaucs und der Viehzucht vielHolz, das verstößt wird, Vitriol, Alaun, Schiefer, Sand»stein, Gyps, Braunkohlen, Potasche, Salz in dem in derneueren Zeit erst durch Bohrversuchc entstandene Salz-werk Heinrichshall bei Köstritz; die Erzeugnisse der sehrregen Industrie sind außer denen der Weberei in Wolle,Baumwolle und Leinen (in Gera, Zeulenroda, Schleiz,Greiz, Lobenstein, Hohenleuben, Langenwetzendorf, Hirsch-berg, Ebersdorf), der Strumpfwirkerei in Zeulenroda undWurzbach, und der Spinnerei in einigen der genanntenOrte und in Fraureuth, noch die Erzeugnisse der Ger-berei und Lederfabriken in Gera, Hirschberg, Lobenstein,Hohenleuben, ferner der Papiermühlen zu Greiz rc.;der Porzellan - und Steingutfabriken in den Dörfern Un-termhaus und Euba (im Gera'schen) und der vorzüglichenBierbrauereien zu Köstritz, Gera, Greiz, Schleiz, Loben-stein. Vorzüglich sind die Kattun- und Wollzeugdruckerci,Färberei und die Kutschenfabrikation in Gera. Die Aus-fuhr der Erzeugnisse dieser Industriezweige, so wie vonHolz, Vieh, Wolle rc. ist sehr lebhaft.

Münzen und Uechnung.

Das Münzwcsen schwankte in den rcußischcn Landenrücksichtlich des Ausbringens der Münzen bis zum Jahr1840, nachdem die Fürstenthümer der deutschen Münz-Con-vention vom 30. Juli 1838 bcigctretcn waren. Von 1764bis 1800 wurden Conventions - Species - Thalernebst -/z, >/z, i/o und V 12 Stücken im Eonventions-Curant,also im 20-Guldenfuß (13>/z Thaler) geprägt, wie in Sach-sen. Ueber die verschiedene Annahme des Conv.-Species-Thalers s. den Art. Gera. Auf einen Thaler in Convcn-tions-Curant, d. h. im 20-Guldenfuß bestand gesetzmäßigein Aufgeld (Agio) von 2?/g Proc., so daß ein solcher Lhlr.---1 Thlr. 10 Pf. preuß., oder ---- 1 Fl. 47 Kr. 3,667 Pf.

im 24>/2-Guldenfuß, oder --- 1 Fl. 28 Kr. 0,381 Pf. im20-Guldenfuß war. — Jetzt sind dieVereinsmünzc oderZweit Haler-Stück, — 3-/2 Gulden geprägt.

Man rechnete bis 1840 den Thaler zu 24 Gro-schen i> 12 Pfennige; aber die Silberscheidemün-zen wurden in einem 22-Guldenfuß geprägt, so daß dann142/z-Thaler auf eine kölnische Mark fein Silber gingen.Indessen war ihr eigentlicher Münzzahlwerth viel geringerund 17 auch 18, sogar 20o/g Thlr. gingen auf die köln. f. Mark.Ein Thaler preuß. Curant wurde zu 26 auch 26-/2 gGr. ge-nommen. Seit 1840 wird nach der Münz-Convention vo»1838 der Thaler zu 30 Silbergroschen s 12 Pfennigegerechnet. Es werden ganze und halbe Silbergroschen(Reuß-Schlciz) nach den Vereinsbcstimmungen geprägt.

Kupfermünzen nach den neuen Münzbestimmun-gen, Pfennigstücke, haben Reuß-Schleiz und Reuß-Lobenstein-Ebersdorf.

Maaße.

I. Aeltere Linie.

») in Greiz.

längenmaaß. Der Fuß von 12 Zollen ist der leipziger.Die Ruthe hat 16 Fuß. Die Elle ist ----- 260,88 paris-Linien, — 0,3883 Meter und wird in H a l b e, V i e r t e l »>getheilt.

Aeldmaaß. Der Acker oder Scheffel hat 160 Qua-dratruthen, — 32,69 franz. Aren.

ssreniiholzrnaaß. Die Klafter ist 3 Ellen hoch undebenso breit, bei 1-/2 und 1°/, Ellen Scheitlänge; dazu überdem Maaß, obenauf, eine Lage Dürrscheite,d) in Zeulenroda.

längenmaaß. Der Fuß von 12 Zollen ist — 128,566paris. Linien, -- 0,29 Meter. Die Elle ist ----- 287,112paris. Linien, — 0,88 Meter.

/eldmaaß wie in Gera.

Kelreioemaaß. Der Scheffel hat4Viertel i>4Maaß-

/lüssigkeitsmaaß ist die Kanne, jetzt etwas kleiner alsfrüher, --- 40,78 paris. Kubikzoll. Früher hielt der Eimer72, jetzt ohngefähr 80 Kannen.

II. Jüngere Linie,a) in Schleiz.

längenmaaß. Der Werkfuß ist der leipziger, derVermessungsfuß der preußische. Die Ruthe hat 12Vermeffungsfuß.

/eldmaaß. Der Morgen hat 160 (preuß.) Quadrat-ruthen ; 9 hiesige Morgen sind — 8 preußischen Morgen,d) in Hohenleuben.

Längenmaaß. Der Fuß von 12 Zoll ist — 126 paris-Linien, — 0,2842 Meter. Die Elle ist — 232 paris-Linicn.

/eldmaaß wie in Schleiz.

Vrennholzmaaß ist die Klafter von 3 Ellen Höhe undgleicher Breite bei 3 Fuß gewöhnlicher Scheitlänge.

Getreide- und /lnfßgkcilsmaaß wie in Zeulenroda.c) Lobenstein-Ebersdorf.

längemnaaß. Der Fuß ist der alte nürnberger, undebenso die Ruthe die alte große nürnberger von 16 Fuß.