Band 
Zweiter Band. H - Z.
Seite
565
JPEG-Download
 

Sardinien

863

Sassaparille

sondern zugleich durch die Qualität bestimmt, indem dieSeide um so theurer wird, je feiner sie ist, d. h. je wenigereine bestimmte Anzahl Fäden wiegt. Zur Ermittelung die-skr Feinheit bedient man sich eines zu diesem Zweck eigens^"gerichteten Haspels von einer alten par. Anne Umfang;dieselbe 400 mal umhaspelt, wird die Probe (i> xrodino)benannt und nach dem Gewicht dieser 400 Fäden in vonurider Preis bestimmt. Liest man daher in einer Preisliste:

Organsin ü v. 20 — 21 ... 29 4,.

- s v. 40 — 41 ... 22 -so heißt dies: das Pfd. Seide, von welcher die Probe (jene^00 Fäden) 20 bis 21 Donar! wiegt, kostet 29 4ire, dasPfund solcher, von welcher die Probe 40 bis 41 Denari wiegt,22 4iro.

Maaße und Gewichte auf der Insel Sardinien.

Längemnaaß. Der ?almo ist — 0,3109 piemont. piediiiprauäi, --- 0,7668 piemont. Modi manuoli, — 116,3682poris. Linien. Gewöhnlich rechnet man 11 °/, palmi — 1ollen piemont. Iroducco oder 6 piemont. piocl! liprondi. —^er Irabuceo saräo hat 12 Palm! — 1,02187 piemont. Ira-ducclii, — 1396,38 paris. Lin., und gewöhnlich rechnet man^ sardin. Irubuccln — 48 piemont. lüobuccdi. — Die^onno (Elle) hält 8 palmi, — 3,8038 piemont. Das!, —^30,92 paris. Linien. In der Stadt 8assari aber hält dieliaiwa 10 palmi — 1>/^ gewöhnliche Lanno, — 4,3794 pie-btontesische llasi.

Mchtnmaaß ist das Quadrat des Längenmaaßcs; das8eldmaaß ist dagegen nach den Getreidcmaaßcn benannt,dosten Jnhaltsmenge zum Besäen eines Stück Landes nöthig'ss> Die Größe der Weinberge wird nach dem Tausend vonWeinstöcken oder Olivenbäumen (.Uigüajo) bezeichnet, die aufeiner Fläche stehen.

Getrcidemaaß. Der Slarello oder Koggio hält 2 Huarlooder llorbulo; die sjuarl» (llorliula) 2 tzuarli; der tzuario 2ienduti a 2 dligumuti. In Dagliari ist der 8tare»o — 49,173Liter, --- 2,1378 piemont. Linino; in Saffari — 24,887Liter, — 1,0688 piemont. liminc. — Die llostioru oder llu^ioru, oder auch lluggcro genannt, hält in Lagüuri 31 / 2 , inLa8zg,'i 7 8taroIIi.

Salz wird nach der 8a>ma von 1400 Didbro (Pfund)^Nvicht verkauft, — 868 Kilogramm, in Schweden — 3>/«^olztonnen, in Ilio-Ianciro 12 LIgueires.

Mein- und Manntwemniaaß. Der tzuaniorv hält 8 pinto^U 2 dlorrotto; die Dotto 100 tzuoriiori, — 800 Pinie, —^0,2 piemont. Dronte. Gewöhnlich rechnet man den Ouar-Nero --- g Liter, die pinlu ---- 1 Liter, die Ootto — 3 Hekto-iiter. — Die guarwnu hält 12 tzuortucc! — 4,2 Liter, —2,0679 piemont. Pinie; der tzuurtuccio — 0,13 Liter,-"^,0226 piemont. guartini.

Oelniaaß. Der vurilo hat 2 Oiarri (Ärüge) zu 4 yu»r-t»ve » 12 guuriueoi d 2 dlisuro (Maaß) — 33,6 Liter, —0,6816 piemont. Lrento. — Die Ouurlonu ist dem gleichnam.Weinmaaß gleich, im Gewicht — 10 Dilikro. — In 4!ßliorod"rägt die dlisura --- 8-/2 liarile, -- 7,012 piemontesischef^Nio.

Handelsgewichl ist das sogenannte Elsengewicht (poso0 lorro). Der Osnisrollo (Centner) hält 4 Ilubbi zu 26

chikdre ----- 42,000 Kilogramm, der Lulxo 10 Oanturolii; derLonioro 100 Diddro; die I.iblira (Pfund) 12 Onco (Unzen) zu4 tzuari! a 2 Oiiuvi a 2 8edicen!, Docimisosti (Sechzehnte!)oder ärgonii, im Gewicht — 403,77 Gramm. — In 8assa,isind zwei verschiedene Lanlari gebräuchlich: der Laniaro pic-colo (kleine Ctr.) hält 4 liubdi; der Luniuro grosso (schwereCtr.); 3 Lunluri piccoii sind — 2 Ontar! gross!.

Sarokowaja Botschka, Faß, russisches Getreide-maaß.

SarsenetS, heißen leinwandartig, dicht gewebte, imStück gefärbte und dann gemangelte und geglättete Baum-wollenzeuge. Die englischen Sarsencts sind meistens 0 /,Pard breit und in Stücken von 23 bis 28 Yard Länge. Diebessere Sorte wird auch Cambric genannt. Die deutschenSarsenets haben gewöhnlich IVw bis 1'/,« Elle in derBreite.

Sasch«n , der russische Faden oder die russischeKlafter.

Sassafras oder Fenchel holz Wurzel, lat. lloäixSossokros, nennt man die schon seit 1374 bei uns bekannteWurzel des in Nordamerika einheimischen Sassafraslorbeers,llourus 8assairas 4!n. Das leichte, lockere Wurzelholz, —das Stammholz kommt selten im Handel vor, — ist grau-lichblau, gelblich oder röthlich, und besitzt einen starken fen-chelartigen Geruch und eigenthümlichen, nicht unangenehmenGeschmack. Bei der Destillation erhält man aus 10 Pfundetwa 21/2 Unzen Oel. Die Sassafrasrinde hat einen starkenGeruch, ist leicht zerbrechlich, schwammig, außen graulichbraunroth und innen rostfarbig. Sowohl Holz als Rindewerden als Arzneimittel, so wie zu Parfümerie» undSchnupftabak benutzt. Man bringt sie aus Birginicn,Maryland, Florida und Surinam in den Handel. In Eng-land werden die Früchte als Eacao-Surrogat benutzt. —Von dem borbonischen Lorbeerbaum, I.uurus dorkonia 4in.,kommt der O r i n 0 c 0 - S a ssa fr a s. Von Java kommtein »»ächter Sassafras von dem Daurus psoullosassairus.

Sassaparille, Sarsaparille, kuclix Lassuparillao,heißen im Droguenhandel die Wurzeln und Wurzelschöß-linge mehrerer in Amerika einheimischen Stechwinden,8mi1ox 8assc>puriIIa, 8. svpliiliticu und 8. olürinulis. Manerhält sie entweder in runden, spiralförmigen Bunden, zu-sammengerollt, als 8ossupo,iIIo rotuinlo, oder der Länge nachzusammengebunden, als 8. langn, oder auch in großen Bun-den, worin die Wurzelköpfe mit Stengelresten und daranbefindlichen Zasern ordnungslos unter einander liegen. Indiesem Zustande heißt sie lose Sassaparille. Nach denBezugsorten unterscheidet man:

1) Veracruz- oder Lampico-Sassaparillc.Sie ist von außen schmutzig gelb oder gelblich grau, hat ei-nen dicken holzigen Kern, der von einem runzeligen Markumgeben ist, beim Kauen entwickelt sie einen schleimig-bit-terlichen Geschmack. Es ist dies die wohlfeilste Sorte.2) Honduras-S., die dickste von den im Handel vorkom-menden Sorten. Ihre äußere Farbe ist roth oder roth-bräunlich; sie hat nicht so tiefe Längsrunzeln als die vorige.Der Wurzelkern schmeckt bei langem Kauen schwach süßlich.Auf dem Querschnitt bemerkt man zuerst die etwas mehlige,oft gelb gefärbte Wurzelrinde, dann einen dunklern Kreis, auf