Band 
Zweiter Band. H - Z.
Seite
566
JPEG-Download
 

8ussaii

866

> V/

Sauerklee- ober Oralsaure

den Luftschichten folgen, und in der Mitte einen weißen,mehligen Kern. Die äußere Wurzelschicht schmeckt mehlig,zuletzt kratzend. Als die Mutterpflanze sieht man SmiloxoMcmalis an. Diese Sorte kommt aus den Staaten vonCentral-Amerika durch die Häfen der Honduras-Bai. Dazugehört die Sorte Costa, aus dem Staat Losm-Kico, welchein kinderarmsdicken, fest zusammengeschnürten, 2 bis 2'/? Fußlangen Wurzelbüschcln von mattschmutziggelb. Farbe erscheint.3) Lissaboner S, , SorsoporMa üo liloronnon oder äekam, heißt die brasil. Safsaparille. Die Wurzeln sind oft6 Fuß lang und länger; die Holzschicht des Wurzelkerns istbei ihnen schmäler als bei den vorigen Sorten. Bei'm Zer-schlitzen ist sie beinahe ganz weiß. Ihre äußere Farbe istbräunlich oder gelbbräunlich, nie roth wie bei der Honduras;der Geschmack fade, mehlig.— Die Stammpslanze der liffab.Sassaparille soll Smilox s^pbililica sein. — 4)Jamaica-S., rothmarkig und fast durch und durch roth; wie Hondu-ras gepackt. — 3)Tampico-S., eine neue Sorte; indünnen, aber gesunden Wurzeln, mit ziemlich dickem Kern;lichtbraun oder röthlich. — 6) Ostindische S., kommtin kurzen und dicken Bündeln durch die Engländer nachEuropa; ist schlangenförmig gebogen, mit wenig Fasern,Längenwurzeln und Querrissen, braunen, dünnen, süßlich-gcwürzhaften Oberhäutchen u. gelbbraunem, stärker riechen-dem u. schmeckendem Rindcnmark.— 7) Deutsche S., istdie Sandseggenwurzel, lateinisch roclix coricis orenarloe. —Die 7 hier angeführten S.-Arten variiren alle mehr oderweniger in der Farbe. Wahrscheinlich kommen auch dieWurzeln von mehrern andern Smilox-Arten, so wie von ganzverschiedenen Pflanzen als Safsaparille vor. Man gebrauchtdie S. in der Urzneikunde in großer Menge. Sie wird auchdurch andere Wurzeln verfälscht, z. B. derägave americano,socoronclo ecbinola, 4rolio nuäicaulis.

8«««»»'», bedeutende Stadt der Insel Sardinien, 3',2Lieues vom Hafen von Torres auf der Nordküste, mit20,000 Einw. ; Sitz der Vice-Gencral-Jntendanza, Erzbi-schof, Universität, große Magazine, bedeutende Labakfabri-ken, Handel mit Tabak und Ocl.

8i»1»IieI» , Stadt und Hauptort des SandschaksTcka-Jli in Anatolien, am glcichnam. Golf an der Mün-dung des Douden-Sou, mit 10,000 Einw., Hafen, Rhcdeund lebhaftem Handel,; gricch. Erzbischofsitz.

Satin, ist eigentlich die französische Benennung fürAtlas, und früher verstand man auch diesen Artikel dar-unter. Heutzutage ist es der allgemeine Name für diejenigenglatten Seidenstoffe, aber auch für baumwollene, wolleneund leinene Zeuge, bei denen die Kette oben aufliegt, ohneeinen Köper zu bilden, wo ferner zur Kette ein feinerer Fa-den genommen wird als zum Einschlag, und die zur Erhö-hung des Glanzes noch mit der Calanderpreffe eine schöneAppretur erhalten. Die schönsten seidenen Satins liefernLyon, Tours und Paris, >"/«« und s /,2 Stab breit, dannauch Florenz, Lucca, Venedig, Genua und Turin; inDeutschland, wo man mehr leichtere Satins macht, wird derArtikel in Crefcld, Elberfeld, Wien, Berlin rc. verfertigt.Die englischen Satins können wegen ihrer hvhen Preise nichtmit den übrigen concurriren. Die gangbarsten Sorten sind:Satin Iurc, 8. Kusse (vorzüglich schön in Zürich fabrizirt),

8. klopoliloln, 8. Vesuvs, 8. Oclolisque, 8. Sultania, 8. äsLrevelcl, 8. cle llerlin, 8. äelluxor, 8. celosto, 8. loconnöete.

Ueber den wollenen Sateen s. Wollenzeuge. ,

Satinet. Man kennt im Handel verschiedene Zeugtdieses Namens: 1) ein buntgestreiftes, atlasartig gewebtesZeug, bei dem der Grund aus Baumwolle, die Streifen ausSeide bestehen, es heißt auch Turkoise oder türk. Atlas;

2) ein buntgestreiftes oder buntgefärbtes Wollenzeug;

3) ein dem Lasting (s. unter Wollenzeuge) ähnlichesWollcnzeug, von glänzendem Ansehn und großer Dauer, dasbesonders in England zu Norwich und Halifax fabrizirtwird. 4) Ferner kennt man unter dem Namen Satinetoder Sateen ein starkes festes Baumwollenzeug, zu dessenKette Twist und zum Einschlag Weftgarn genommen ist, ftdaß der feine Einschlagsfaden Wechselsweise um 3 Ketten-fäden geht, wodurch der Köper bedeckt wird und ei» atlas-artiges Ansehn entsteht. Es wird hauptsächlich zu Manche-ster in Stücken von 24 Bords Länge und bis ParksBreite in allen Farben gemacht. In Deutschland liefern esdie Manufakturen zu Großschönau, Hennersdorf und Wal-tersdorf in Sachsen; die böhmischen Orte Rumburg, Warns-dorf, Georgswalde in Stücken von 60 bis 70 Ellen Längeund Vo, V, und -/, Ellen breit. Die buntgefärbten gehenstark nach Polen, Rußland und auch nach Italien, woder Stoff seiner Dauer wegen kelo äi äiovolo genanntwird.

Sauei'klcesalz, Kleesalz, lateinisch 8al acelosclloo;franz. 8o> ä'oseille; cngl. Sorrel soll; ital. Sole ä'acelosello,ist ein in weißen, undurchsichtigen, vierseitigen Säulen kry-stallisirendes, geruchloses, sehr sauer schmeckendes Salz, wel-ches in der Kattundruckerei, zum Wegbringen von Dinten-und Rostflecken aus weißen Zeugen und Papier, und zurBereitung der Sauerkleesäure dient. Es wird aus dem in jden meisten Waldgegenden Deutschlands, der Schweiz, >Frankreichs und Englands wild wachsenden Sauerklee,OxoNs acelnsello, bereitet. Man sammelt diese Pflanze kurznach der Blüthe ein, zerquetscht die Blätter zwischen Stei-nen, preßt den Rückstand aus, kocht den erhaltenen Saft inkupfernen Kesseln, gießt dann die klare Flüssigkeit ab, con-centrirt sie noch durch Einkochen, und läßt sie hernach inFässern krystallisiren. Man erhält auf diese Art ein schmu-tziges, noch unreines Salz, welches durch Wicderauflösen inheißem Wasser, Durchseihen der Auflösung durch wollenesZeug und Abdampfen gereinigt wird. Zu 1 Pfund reinemSalz hat man 1 bis 1'/? Ctr. Sauerklee nöthig.

Sauerklee- oder Oxalsäure, auch Auckersäuregenannt, lat. 4c!(Ium oxolicum; franz. 4ci>le oxolique; engl-Oxolle ocul, eine in verschiedenen Vcgctabilien enthalteneSäure, welche aus Kohlenstoff und Sauerstoff in farblosen,durchsichtigen, vierseitige» Säulen oder Nadeln krystallistrt-Sie ist geruchlos, schmeckt ungemcin sauer, wirkt in größer"Quantitäten giftig, löst sich in Wasser und Weingeist arst-entwickelt bei'm Erhitzen einen stechenden Dampf und zer-setzt sich in starker Hitze (bei 163° 6.) gänzlich. Man be-reitet sie aus dem Sauerkleesalz oder durch Oxydation orga-nischer Stoffe, z. B. Zucker, Melasse, Stärkmehl, Wolle rc-Aus Zucker und Stärkmehl gewinnt man Saucrklecsäure,wenn man diese Substanzen mit Salpetersäure destillirt-