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Zweiter Band. H - Z.
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Scidenwaaren

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Scidenwaaren

worden sind, werden sie vom Appreteur noch unter ein Walz-werk gebracht, wodurch sie ihre gerühmte Regelmäßigkeiterlangen. Zu Avignon hat dieser Artikel die meiste Ausdeh-nung gewonnen. Er beschäftigt dort fast 3000 Stühle aus-schließlich, von denen 3300 in der Stadt selbst und die übri-> gen 1300 in einer Umgegend von 4 bis 3 Lieucs befindlich.Avignon fabrizirt jährlich ohngcfähr 60,000 Stück Floren«von durchschnittlich 33 Ellen oder ohngefähr 3,300,000 El-len, deren Werth nahe an 8 bis 9 Will. Francs beträgt.Das Meiste davon bleibt im Lande und nur wenig kommtiur Ausfuhr. — Ueber den Satin, einen der schönstenSeidenstoffe, s. d. Art. dieses Namens. — Die Serge»der Sarschc ist ein Zeug mit geköpertem Grund, wo sichdie Fäden des Einschlags und der Kette »ach der Diagonaledurchkreuzen, wo sich also eine schrägliegende Rippe dar-stellt. Jeder Fabrikant sucht diese Rippe auf verschiedeneNeiße zu machen und je nach dieser Verschiedenheit erhältdie Serge die Namen Levantin, Bataviarc. Manwendet die Serge zu Kleidern, und hauptsächlich zu Fut-sir an.

Gemusterte Stoffe (franz. ?:>eonnös) werden dieje-nigen genannt, auf deren Oberfläche Zeichnungen erscheinen,die durch verschiedene Combinationen der Ketten - und Ein-schlagsfädcn erzeugt werden. Es giebt ihrer eine so große3ahl und sie sind so vielen Veränderungen in Art und Ra-dien unterworfen, daß wir hier keine speziellen Angaben dar-über machen können. — Noch ist ein Seidenstoff zu erwäh-ln, der Sammet, den man in einem besondern Artikel ab-gehandelt findet.

In der Seidenfabrikation steht Frankreich oben an,v»d dieses Land erscheint mit seinen Scidenwaaren auf allenNärktc» der Erde. Die Ausfuhr in diesen Artikeln ist höchstdeträchtlich. Im Jahr 1837 betrug dieselbe von glattenStoffen <Molle8 uniog) 318,237 Kilogramm, im Werth von^8,188,440 Frcs., in gemusterten (ki. l'.icnnmws) 99,130Kilogramm, im Werth von 12,889,300 Frcs. Von denglatten Seidenstoffen ging das meiste nach den Vercinigten-^taaten, nämlich 6l,889 Kilogr., England erhielt 31,038,Deutschland 33,367 Kilogr. Von den saeonnirten StoffenEhielten die Bereinigten - Staaten 24,797 , DeutschlandN,690 Kilogr. Im Jahr 1836 gingen »ach den Vereinigten-^taaten 107,076 Kilogr. faconnirter Seidenstoffe. In den^ Jahren von 1834 bis 1837 erreichte die Ausfuhr der Sei-^Nwaaren aus Frankreich im Durchschnitt einen Werth von^ Will. Francs. Die Einfuhr beließ sich im Jahr 1837dvf 2637 Kilogramm, im Werth von 110,78-4 Francs.

Meiste davon kam aus Preußen, England und derSchweiz.

Nächst Frankreich ist dieSchweiz in Bezug auf Sei-^bfadrikation sehr wichtig. Dieselbe ist dort in beständigemWachsthum begriffen, doch läßt sich unmöglich die Zahl derleinen Fabrikanten angebe», die ein, zwei bis drei Web-lihle auf eigene Rechnung beschäftigen, und welche über das^Nze Land verbreitet sind. Im Kanton Bern befinden sich' bis 6 ziemlich bedeutende Fabriken, sie verfertigen beson-^S Tastet für Regenschirme, welcher sehr geschätzt wird.

den Kantonen Glarus, Solothurn, Lhurgau und Aar-

ist dix Seidenweberei bis jetzt noch nicht sehr bedeutend;

in großem Maßstab aber wird dieselbe in der Stadt Baselund in der Stadt und dem Kanton Zürich betrieben. Diebaseler Fabrikation, ganz auf Bänder beschränkt, hat es zueinem bedeutenden Grad von Vollkommenheit gebracht.Dieser Gewerbszwcig gewann sehr durch die französischenProtestanten,,welche durch den Widerruf des Edikts vonNantes aus ihrem Vaterlande getrieben wurden. Dieschweizerische Bandweberei beschränk« sieb früher fast einzigauf solche Muster, wie sie im Aargau noch verfertigt werden-,aber heut zu Tage wetteifert sie stark mit den Fabriken vonSt.-Etiennc, St.-Chamond rc. In Zürich und der Umge-gend betrug zu Anfang unseres Jahrhunderts die Zahl derSeidenwebstühle nicht mehr als 3000 ; dieselbe mag aberbei'm Beginn des Friedens von 1811 bis 1814 bis zu 7000gestiegen sein; jetzt bcläuft sie sich auf 10,000. Die Zahl dermit diesem Gewerbe Beschäftigten wird auf 12 bis 13,000angeschlagen. Man kann mit Wahrscheinlichkeit den Werthder, jährlich von einen: Wcbstuhl verfertigten, Waaren imDurchschnitt auf 700 bis 730 Gulden anschlagen, was für10,000 Webstühle eine jährliche Lotalsummc von 7 bis 7'/2Millionen Gulden herausstellen würde. Die zürichcrSeiden-fabriken liefern Floren«, Gros dc Naples, Gros de Berlin,Marcelline, Taffet, Serge, Levantin und andere Waaren,die ihren Namen öfters wechseln, seidene Halstücher, wenigShawls und sehr wenig Sammt. Außer der ziemlich aus-gebreiteten Seidenfabrikation werden auch fremde Seiden-waaren in der Schweiz eingeführt, denn da kein Zoll zu be-zahlen ist, so kauft jeder, wo es ihm am besten gefällt. Dochkann die Einfuhr von Scidenwaaren nicht bedeutend sein,weil die Schweizer an kostbaren Artikeln keinen besonder»Gefallen haben und auch nicht reich genug sind. Außerdemsucht man ziemlich allgcmcin die billigen, aber geschmack-vollen französischen Modeartikel,"als Shawls, deren wenigein der Schweiz gemacht werden, einige Klcidcrzcuge, seideneStrümpfe, Bänder für Schürzen, eine große Menge vonSammetbändcrn, welche man zu den verschiedenen National-trachten braucht, und endlich allen Sammt. Die Sanimt-bändcr kommen fast alle aus Rheinpreußcn.

In Deutschland, und namentlich in Preußen,wirkte nichts so günstig auf das Emporblühcn der Seidcn-manufakturen als die Aufhebung des Edikts von NantcS,welches eine Menge gewerbfleißige Franzosen herüberführte,die sich besonders in Rheinpreußcn und Berlin niederließen.Von allen Aollvercinsstaatcn hat Preußen die meisten Sci-denfabrikcn, nämlich 1842 arbeiteten 13,713 Stühle hier, inBaiern 300, in Sachsen 230, in Würtcmberg 180, in Kur-hessen 30, in den thüringischen Staaten 70, und von diesenkamen 88 auf Sachsen-Weimar. Eingeführt wurde» imdeutschen Zollverein an Scidenwaaren 1840:2690, 1841 :2629, 1842: 2710, 1844: 2391 Ctr.; ausgeführt 1840:8803, 1841 : 6815, 1842: 8446, 1844: 7,44 Ctr.; durch-geführt 1840: 8288, 1841: 4902, 1842: 4110, 1844:3833 Ctr.

Der Regierungsbezirk Düsseldorf, in dem Elbcrfcld,Crefcld, Barmen, Vierfscn und Gladbach gelegen, in Bran-denburg Gleisten und besonders die Stadt Berlin sind es,bei denen die größte Vermehrung hervortritt. Im Regie-rungsbezirk Düsseldorf wurden 1831 gezählt 6742 solcherStühle, 1834 aber 9031; Berlin hatte 1234 gehende Web-

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