Spezialmoratorium — 622 — Spinell
Spezialm oratorium, s. Moratorium.
Spezial-Doll,nacht, s. Vollmacht.
Stadt im Königreich Sardinien, SO.von Genua, im gleichnam. Golf, mit 3000 Einw., schönemund sicherem Hafen; in der Gegend vorzügliches Olivenöl.
Spiauter, s. Zin k.
Spiegel, s. den Art. Glas, Bd. I. S. 707.
Spicke, s. Lavendelblüthen.
Spielkarten. Der Verkauf von Spielkarten ist fastin allen Staaten des deutschen Zollvereins entweder Staats-monopol, oder doch wenigstens einer Stcmpelabgabe unter-worfen. Im ersteren Fall ist der Eingang von Spielkartenaus dem Auslande wie aus andern Vereinsstaaten durchausverboten, die Durchfuhr aber, sobald die Karten aus einervereinsländischen Fabrik stamme», nur unter Begleitschein-Controle ohne Entrichtung von Durchgangsabgabcn, sobaldsie aber aus dem »ichtvercinsländischen Auslande transitiven,nur gegen die Durchgangsabgabe von 13 Sgr. pr. Centnererlaubt. Der Staat debitirt die Karten und erhebt imKaufpreise gleichzeitig die Stempelsteuer und die Fabrika-tionskosten. Wo die Karten blos einer Stempelsteuer un-terworfen sind, ohne daß ihr Debit ein Staatsmonopol bil-det, ist die Einfuhr vereinsländischer Karten zwar erlaubt,sie dürfen aber nur erst nach Entrichtung der Stempelsteuerdebitirt werden. Die Einfuhr ausländischer Karten unter-liegt dagegen dem Eingangszoll von 10 Thlr. ,,r. Centner.Die Durchfuhr ist an die obenbemerkten Formalitäten ge-bunden, und die Ausfuhr ebenfalls nur unter Bcgleitschein-Controle statthast.
Spießglanz, Spieß glas, Antimon. DieserName bezeichnet im Handel sowohl das reine (reguliniscbe)Spießglanzmetall, als auch die in der Natur als Erz vor-kommende Verbindung desselben mit Schwefel. 1) dasreine Antimon, Spießglanzkönig, lateinischIlozulus 4nOmonii, Subium ; franz. Ilöxnle cl'iwllmome ; cngl.Ilogulus ok aiUimonz', besitzt eine zinnweiße Farbe, starkenGlaNz, strahlig-blättriges Gefüge; die Oberfläche der gegos-senen Massen zeigt gewöhnlich einen schönen vielstrahligenerhabenen Stern. Spezis. Gewicht — 0,7 — 0,8. DieHärte ist nicht bedeutend, es ist sehr spröde und läßt sich da-her leicht pulvern. Bei schwacher Rothglühhitze schmilzt esund verflüchtigt sich in verschlossenen, vor dem Zutritt derLuft bewahrten Gefäßen nicht leicht; an der Luft erhitzt,verbrennt es aber leicht und verflüchtigt sich als Oxyd inGestalt eines weißen Rauchs. Man erhält das Antimon,indem man das Grauspießglanz, im Handel blos Spießglanzgenannt, röstet, wodurch der Schwefelgehalt entfernt wird,und es dann mit Weinstein schmelzt. Nach einer andernMethode macht man in einem Tiegel eiserne rostfreie Nägel,oder klein geschrotenes Stabcisen rothglühend, setzt dann das2- bis 2>/z-fache Gewicht Spießglanz zu, läßt alles bei ge-hörigem Feuer fließen, gießt die flüssige Masse in einen Ein-guß, worauf sich das Metall vom Stein (Schwefeleisen)trennt. Man erhält hierbei im Kleinen OZ'/z Proccnt, imGroßen etwa 33 Proc. eisenhaltiges Antimon. Um das dar-in enthaltene Eisen abzuscheiden, wendet man Salpeter an,womit man dasselbe umschmelzt. Das reine Antimon dient
vorzüglich zur Verfertigung verschiedener Metalllegirungett,besonders der Buchdruckerlettern, so wie zur Darstellungmehrerer Arzneimittel und Farben.
2) Das rohe Spießglanz, Grauspießglanzoder Sch Wesel an timon, lateinisch ämunonüu» cruäum;franz. 4ntimoino cru; engl. ciliclo Xnlttnonv. Unter diesemNamen kommt entweder das Grauspießglanzerz ganz roh,so wie es die Natur liefert, in den Handel, oder nach vorhe-riger Ausschmelzung, um es von der damit verbundenen Ge-birgsart zu reinigen. Es erscheint gewöhnlich krystallisirtin langgestreckten, nadelförmigen Prismen, oder in krystalli-nischen Massen von blättriger Textur; ist stark glänzend,stahlgrau in's Bleigraue, auch schwarz; spczif. Gewicht4,13 bis 4,0. I» Ungarn geschieht die Reinigung des mitGangart verwachsenen Erzes ausfolgende Art: die zerpoch-tcn Erzstücke werden in eine» geräumigen Topf geschüttet,welcher im Boden durchlöchert ist; man stellt denselben aufeinen zweiten kleinern, so daß er in die Mündung des letzter»genau paßt und hineinragt. Letzterer wird in die Erde ge-graben, ersterer mit einem gut schließenden Deckel bedeckt,durch herumgelegtes Feuer erhitzt, wodurch das Schwefcl-spießglanz absaigert und im untern Topf einen Saiger-kuchen bildet, während im ober» Gefäß die Gangart mitwenig Schwefelspießglanz zurückbleibt. Man kann solcherSaigergcfäße mehrere auf einmal in einem dazu vorgerich-teten Flamm- oder Reverberirofen erhitzen, wie dies z. B.in Frankreich geschieht.
Das auf diese Art gereinigte Schwefelspießglanz kommtin kegelförmigen oder platten Stücken von eisenschwarzerFarbe in den Handel; auf dem Bruch hat es ein langstrah-ligcs Gefüge, so daß die ganze Masse aus zarten, parallencnund stahlglänzendcn Radeln zu bestehen scheint. Es ist aus72,77 Spicßglanz und 27,23 Schwefel zusammengesetzt.
Benutzung. Zur Abscheidung des reinen Antimons,in der Fcuerwerkcrci, Medizin und zur Scheidung des Gol-des vom Kupfer, ferner in der Kattundruckerei.
Bedeutende Quantitäten Spießglanz werden in denösterreichischen Staaten gewonnen, namentlich in Sieben-bürgen, Ungarn (zu Pösing, Rosenau, Aranydka und Ma-gurka). Rosenau allein lieferte im Jahr 1802: 193,000Pfd. In Frankreich wird in der Bretagne und Poitou vielSpießglanz gewonnen. Den Hauplhandel damit haben dieStädte Limogcs und Brioudc. Die jährliche Produktion sollohngefähr 120,000 Kilogr. betragen, wovon etwa der 0. Theilausgeführt wird. England muß seinen Bedarf an Spicß-glanz vom Auslands beziehen, da die einzige, im Jahr 1788i» der Grafschaft Dumfries entdeckte Grube bald wiedereinging.
Spießlein, Wurf, heißt in Nürnberg bei den soge-nannten zählenden Gütern eine Anzahl von 3 Stück.
Spinell, franz. 8pino>Io; cngl. LpincI; ital. 8g1iicllo,ist ein meist in glatten, einzelnen oder zusammengewachsene"Krystallen oder abgerundeten Körnern vorkommender, durch-sichtiger oder nur durchscheinender, glasglänzender Edelsteinvon den verschiedensten Nuancen der rothen Farbe;selten blau, schwarz oder grün. Er ist härter als Bergkry-stall, w>rd in der Hitze erst braun, dann schwarz und zuletztundurchsichtig, worauf bei'm Erkalte» das ursprünglicht