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Zweiter Band. H - Z.
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Staatsschulden

Spült

Roth wieder eintritt. Seine Bestandtheile sind Talk- undThonerde. Je nach den Farbenabänderungen, die der rotheSpinell zeigt, erhält er von den Juwelieren folgende ver-schiedene Benennungen: 1) Rubin-Spinell, licht

poneeau oder dunkel rosenroth; ohne milchigen Abglanz.Nahe an's Auge gehalten, zeigt er bei'm Durchsehen einenStich jn's Rosenrothe. 2) Rubin-Balais, Balas-Nubin, blaß oder rosenroth, zuweilen mit einem Stichin's Bräunliche oder Violette. 3) Almandin, cocbenille-roth, mit einem Stich in's Blaue, violblau und röthlichbraun; vom Granat, der ebenfalls Almandin genannt wird,durch lichtere Farbe, starken: Glanz und größere Härte ver-schieden. 4) Rubicell, Hyacinth-oder gelblichroth, orange-ßelb in's Rothe. Der schön cochenille- oder blutrotheSpinell wird Ooulie äo sonx genannt. Man findet dieSpinelle im Thon des Schuttlandes und im Sande der8lüffe in Ceylon, Pegu, Cananore in Mysore. Durch vor-sichtiges Glühen soll man öfters seine Farbe erhöhen. DerSpinell ist seiner angenehmen Farbe und seines Glanzes>vegen ein sehr beliebter Edelstein, den man vorzüglich zuRingen und Nadelsteinen, zu Halsschmuck!c. benutzt. SeinWerth hängt hauptsächlich von der Reinheit der Farbe undvon der Größe ab. Am besten werden der Rubin-Balaisund Rubin-Spinell bezahlt. Derartige Steine von 24 bis30 Karat kosten oft 2 bis 300 Thaler. Nicht selten ver-daust man sie auch für wirkliche Rubine. — Oftmals ver-daust man als Spinell Glasflüsse, besonders ein durch^asfiuZschen Goldpurpur gefärbtes Krystallglas. DieGlasflüsse sind aber stets spezifisch leichter und weicher alsSpinell. Die auch zuweilen als Spinell verkauften ge-brannten Amethyste erkennt man daran, daß sie vom ächtenSpinell geritzt werden, also weicher als dieser sind.

Spint (Wetze), Getreidemaaß in beiden Großher-ivgthümcrn Mecklenburg, in Hamburg, Bremen, Hannover,büneburg und dem Herzogthum Holstein.

(lat.), Geist, stanz. lls,„ii; engl. 8,>iril,werden im Handel sehr verschiedene geistige Flüssigkeiten ge-bannt. Die wichtigsten sind folgende: Spiritus viui, Wein-b^sd(s. d.); 8. saüs, Salzsäure (s. d.); 8. sulpburis, ver-dünnte Schwefelsäure (s.Vitriolöl); s.d.Art.Alkohol.

, Rhede an der Südküste von England,'m Kanal, zwischen der NOküste der Insel Wight und demHafen von Portsmouth.

Spitzen, stanz, äontollos; engl. lace; ital. morlolli,Irino, nennt man die breiteren oder schmäleren Strei-fn, welche durchbrochen und gemustert mittelst Klöppelnoder Nähe» aus Leinen- oder Baumwollenzwirn, odcrGold-uud Silbcrgcspinnst gearbeitet sind und namentlich zumFvauenputz gebraucht werden. Die Muster sind sehr ver-schieden, theils Blumen, theils Guirlanden, Arabesken,c.,b"d werden nach besonders dazu gezeichneten Mustern, diebb°r vorher mit Nadeln ausgestochen werden, gemacht.

'e ordinären Spitzen pflegt man ohne Muster, aus freierHand zu klöppeln. Die Arbeit selbst wird auf besonderenEstern gemacht. Die Spitzen sind sowohl, wie schon be-^orkt, in dem Stoff, woraus sie gefertigt werden, als auchvrch djb IN der Arbeit verschieden. Die P o ints spitzen,soanz. vimteUos » I'aixuillv, heißen die blos mit der Nadel

auf dem Polster gemachten. Eine Art derselben waren diePoints ä'äloncon, alcneoner Spitzen, und im Handel auchunter dem Namen poims a I» Iloino, Points äo llönos be-kannt. Es giebt außerdem Pointsspitzcn mit genähte»Blumen (Points) auf dem geklöppelten Grunde, undPlats spitze» mit geklöppelten Blumen (plais) auf ge-klöppeltem Grunde. Die feinsten und schönsten Spitzen ausLcinenzwirn sind die brüsscler, mit der Nadel gemacht.Sie werden in der Gegend um Brüssel in Belgien gemacht,aber seit 1844 auch in Sachsen in Obcrwiesenthal, Crotten-dorf, Reudorf, Zwönitz. Dieunechten brüsselcr Spitzenbestehen aus Baumwollen-Tüll (luUo-rösoau), und werdenin England täuschend auf Maschinen gewebt. — In derSchönheit behaupten die Mech einer- oder Maliner-Spitzen den zweiten Rang nach den brüsselern. DieDesseins sind bei denselben nicht aufgelegt, sondern durcheinen Faden gezeichnet, wodurch sie wie brodirt aussehen,und auch llcntoilo malino brväöo genannt werden. DieValencienner-Spitzen sind sehr beliebt, und inFrankreich theurer, als die Maliner. Sie werden vorzüg-lich in Ppern, Brügge, Menin, Courtray, Gent und Alstgemacht. In Frankreich liefern vorzugsweise Spitzen Lille,Mirecourt, Arras, Puy, Armentieres, Bailleul. — In derSchweiz wird das Spitzenklöppeln besonders im KantonNeufchatel betrieben. In Deutschland in Sachsen im Erz-gebirge (in der Gegend von Vurkhardsdorf bis Annaberg,Schneeberg, Johanngcorgenstadt, um Marienberg, Schnee-berg, Rittersgrün rc.), wo dieser Industriezweig auch durchbesondere Klöppel- und Nähschulen befördert wird; fernerin Böhmen, Dänemark, Spanien. Die Schönheit derSpitzen hängt von dem dazu verwendeten Stoff, von derGleichmäßigkeit der Arbeit, von dem Geschmack in den Mu-stern ic. ab.

Spitzeugrund , s. Bobbinet.

Sporco , Sporco-Gewicht, s. Brutto.

Staatsschulden, Staatsanleihen, StaatS-papiere, Staatspapierhandel. — Die sämmtli-chen Bedürfnisse eines Staats zerfallen in zwei Klaffen:gewöhnliche und außergewöhnliche. Die ersteren,gewöhnliche», kehren beim regelmäßigen Gange desStaatshaushalts in jedem Jahr, wie im vergangenen wie-der, lassen sich daher auf eine Reihe von Jahren vorausbe-sti,innen und erleiden nur geringe Abweichungen, die sichgrößtentheils in sich selbst ausgleichen. Es können aberneben diesen regelmäßigen durch mancherlei Ereignisse, unterdenen der Krieg obenan steht, auch noch andere Bedürfnisseentstehen, deren Eintritt und Grenzen ganz unbestimmtsind: die außergewöhnlichen. Da die regelmäßigenEinkünfte nur für jene gewöhnlichen Bedürfnisse berechnetsind, so muß man zur Deckung der außergewöhnlichen na-türlich auch ganz besondere Mittel und Wege ergreifen.Von diesen Mitteln sind folgende drei die gebräuchlichstenund beachtungswerthesten: 1) die Erhebung neuer Abga-ben ; 2) die Verausgabung von Papiergeld; 3) öffentlicheAnleihen. Es ist hier nicht der Ort, die Verwerflichkeit dererster« beiden auseinanderzusetzen (man sehe jedoch wegendes zweiten den Artikel Papiergeld), und es bleibt endlichdem Staate nur die letzte Gattung, die Anleihen übrig,