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Zweiter Band. H - Z.
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Stärke

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Stauung

würfelförmige Stücke, welche auf Leinwand an warmer2uft, im Sommer auf Böden im Schatten, im Winter in^ Trockcnstuben langsam getrocknet werden. Nach einiger^it schabt man die mißfarbige Oberfläche ab, zerbricht die" Srößern Stücke in kleinere und setzt das Trocknen fort. ImDurchschnitt erhält mau 30 bis 33 Proc. Stärke. DasAbgeschabte wird scharf getrocknet als Puder verkauft. —Die zweite Art der Stärkebereitung ist folgende: dünn-hülsiger und grobkörniger Weizen wird auf der Mühle ge-kchrotcn, wodurch sich die Hülsen absondern; das Schrotschüttet man in große, halb mit Wasser gefüllte Fässer undsetzt >/g bis '/,o vom Gewicht des Wassers, Sauer Wasser,Welches man bei einer vorhergegangenen Operation gewon-nen, zu. Nun rührt man das Schrot mit dem WasserWohl durch, um die sich leicht erzeugenden Klumpen zu zer-drücken und alles in einen gleichförmigen Brei zu verwan-dln. Nach Verlauf von 24 Stunden untersucht man, obbie Masse nicht zu dick geworden, in welchem Fall man nochetwas Wasser zusetzen muß. Nach und nach entwickelt sichber Gährungsproceß, wozu im Sommer 8 bis 12, im Win-ter ->4 bis 18 Tage nöthig sind. Die Masse wird zuerstklebrig und säuert, dann bedeckt sie sich mit einer ziemlichdicken Decke Schaum. Daß die Gährung weit genug vor-geschritten, erkennt man daran, wenn sich ein Bodensatz bil-det und die darüber stehende Flüssigkeit klar, blaßgelblich'st; dann zapft man dieselbe, nachdem man vorher denSchaum oder Hut davon abgenommen hat, ab. Die größte^ Nlenge des Klebers ist nun zersetzt, die Produkte dieser Ent-mischung, sammt den auflöslichen Bestandtheilen des Wei-Sms werden durch das Ablassen der Flüssigkeit entfernt,^uf den Bodensatz läßt man Wasser, süßt ihn mehrmalssorgfältig aus und bringt ihn dann über ein Absatzfaß auft>» Haarsieb und läßt diesen durchlaufen, damit Hülsen und^leic sich völlig abscheide». — Auch ohne Gährung läßt sichous fei» oder nur zu Gries gemahlenem Weizen Stärke be-*eiten, wen» man das Mehl oder den Gries mit Wasser zuol»er ziemlich trockenen, d. h. nicht mehr an den Händenklebenden Teigmasse macht und in Ballen formt, dannküe aus Mehl bis höchstens 20 Minuten, die aus Griesetwa 6 Stunden liegen läßt und dann auf feinen Drahtgit-kern über Bottigen langsam mittelst des aus feinen Sieben^erabträufclnden Wassers auswäscht. Dadurch löst sich dieStärke ab und fließt in die Bottige ab, während der KleberÖls eine feste, braune Masse zurück bleibt. Jede solche Aus-waschung dauert etwa 10 Minuten. — Die Ausscheidung^ws Stärkemehls aus den Kartoffeln, feanz. keculo äo pommeüe tcrro ; cngl. polulu-slarcli , ist in neuerer Zeit häufig imGroßen ausgeführt worden. Vom November bis zum^tärz liefern die Kartoffeln das meiste Stärkmehl, nämlichProc. Sie werden in, aus Latten zusammengesetzten^Laschtrommcln, die man in fließendes Wasser stellt undwitterst einer Kurbel umdreht, rein gewaschen und hierauf^ermittelst einer Reibemaschine zerrieben. Diese besteht ent-weder uns einer hölzernen, ringsum mit Rcibeisenblech be-schlagenen Trommel, die sich in einem, zum Theil mitGaffer gefüllten Gestell dreht und über sich einen hölzernen"icimpf hat, in welchen die Kartoffeln geschüttet werden;«n der Seite befindet sich eine Bürste, welche das Verstopfen°er Reibeisen verhütet; auch bedient man sich wohl einerH.

großen Scheibe, die auf der einen Seite Sägeblätter tragt,welche während des Umdrehens der Scheibe die aus einemseitwärts angebrachten Rumpf kommenden Kartoffeln zer-reißen. Der Brei wird auf einem Haar- oder Metallsieb,das in einem Faß mit Wasser befestigt ist, so lange mit denHänden geknetet, bis nur noch Faserstoff übrig ist. Manläßt dabei immer einen Strahl frisches Wasser aus den Breifließen. Statt dieser Handarbeit hat man auch Cylindermir Siebbödcn, in denen eine stehende Welle, die mit Bür-sten besetzte Querarme hat, den Brei auswäscht, währendein Wasserstrahl in den Cylinder fällt. Der Rückstand, der»och viel Stärke enthält, kommt in eine kleine Reibcma-schine, die aus einer hohlen Trommel besteht, in welchersich eine mit gezähnten Messern besetzte Walze gedrängtbewegt und so den durch einen Trichter mit etwas Wassereingelassenen Rückstand auf das feinste zerreibt, woraufer wieder ausgewaschen wird. Das stärkehaltige Was-ser wird in ein Faß geleitet, das durch eine Röhre miteinem zweiten und dieses mit einem dritten verbundenist, so daß sich die Stärke allmälig absetzt; in dem letz-ten Faß ist natürlich die feinste. Das Schlämmen undTrockne» geschieht auf dieselbe Art, wie bei der Weizen-stärke. Die Kartoffelstärke ist körniger als die Wcizenstärkeund gleichsam glänzend krystallinisch. Die gewöhnlicheStärke enthält immer noch eine Partie Wasser; entferntman dasselbe durch stärkeres Trocknen, so gewinnt man dassogenannte, zu Backwerk dienende Biscuit- oder Kraftmehl.Die Stärke besteht aus kleinen farblosen und durchsichtigenKörnchen in einer förmlichen Hülle, aber nicht aus einerzusammengeklumpten Masse. Die Anwendungen der Stärkesind die zu Kleister, zum Steifmachen der Leinwand, zurVerdickung der Beitzen beim Kattundruck, zu Puder, Obla-ten, als Substanz für mehrere Farben, z. B. Ncublau,Berlinerblau rc. Wenn man die Stärke erhitzt, so färbt siesich gelb, bläht sich auf und verwandelt sich, unter Ent-wickelung eines Geruchs nach frisch gebacknem Brod, in eineArt Gummi, geröstete Stärke, Stärkegummi.Behandelt man die Stärke mit verdünnter Schwefelsäurekurze Zeit, so nimmt sie Wasser auf und bildet eine gummi-ähnliche Substanz, Dextrin, welche, wenn die Säurelänger einwirkt und die Temperatur steigt, in Stärkezuckerübergeht.

Stärkefabriken bestehen jetzt an sehr vielen Orten.Früher war nur die in Halle u.Nördlingcn verfertigte Stärkeals vorzüglich bekannt; an vielen Orten machen die Land-leute Stärke aus Kartoffeln. Noch jetzt liefert Halle jähr-lich für mehr als 180,000 Thlr. Stärke.

8«r»i-u, s. Staj o.

Status , die Aufzeichnung des Handlungsvermögenswegen eingetretenem Falliment. Sobald das Falliment aus-gebrochen ist, wird den Kreditoren davon Anzeige gemacht,und denselben zu näherer Unterrichtung der Status desGeschäfts eingesandt, welcher, wie ein Inventarium, denBesitzstand, die Forderungen und Schulden des Fallitcn inspecieller Auszählung enthält. S. die Art. Fallimentund Bankerott.

Stauung, franz. Arrimago; engl. Stovrinx; holländ.Ltcunvinx; ital. Ltivatura, heißt die Art und Weise, in wel-cher die Güter im Schiffe verladen (untergebracht) werden.

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